«Der falsche Ort für ein neues Schulhaus»

Ehemalige Affoltemer Behördenmitglieder lancieren eine Petition

Baugespanne für den 21 Meter hohen Schulhausneubau auf dem Butzen-Areal.

Baugespanne für den 21 Meter hohen Schulhausneubau auf dem Butzen-Areal.

In der Petition wird eine Alternative für den Bau des neuen Schulhauses ins Spiel gebracht: das 6000 Quadratmeter grosse Areal, das an die Überbauung Brauipark grenzt. (Bilder Werner Schneiter)

In der Petition wird eine Alternative für den Bau des neuen Schulhauses ins Spiel gebracht: das 6000 Quadratmeter grosse Areal, das an die Überbauung Brauipark grenzt. (Bilder Werner Schneiter)

Für ehemalige Behördenmitglieder steht das geplante Schulhaus Wolhusen am falschen Ort. Sie kritisieren die technische Erschliessung sowie die bauliche Einordnung und bringen die Nachbarzelle des neuen Brauiparks als Alternative ins Spiel. Nun wurde eine Petition lanciert.

Wegen der seit Jahren steigenden Schülerzahlen plant die Stadt Affoltern ein neues Schulhaus, weil laut Prognosen bis zum Schuljahr 2030/31 sieben bis acht zusätzliche Primarklassen nötig werden. Geplant sind neun Normklassenzimmer und Gruppenräume. Im Gebäude sollen ausserdem ein grosser Mehrzwecksaal und eine unterirdische Einfachturnhalle realisiert werden. Laut Medienmitteilung der Stadt sind auch Räume für Textiles und technisches Gestalten vorgesehen. «Damit entsteht auf dem Campus zusätzlicher Raum, womit die bestehenden Pavillons entfernt werden können», so die Stadt. Nach dem Ja der Stimmberechtigten zum Planungskredit von 3 Millionen Franken im November 2024 wurde das Projekt weiter vorangetrieben. Die Abstimmung für den Objektkredit ist für Anfang 2027 vorgesehen, bei Zustimmung eine Realisierung zwischen Frühjahr 2027 und Sommer 2029.

Gegen dieses Ansinnen formiert sich nun Opposition. So hat eine Reihe von ehemaligen Behördenmitgliedern und zahlreichen weiteren Personen eine Petition lanciert, die bis zur Stunde von mehr als 200 Personen unterschrieben worden ist. Der ehemalige Gemeinderat Dr. Kurt Dennler hat seine Kritik am Vorhaben bereits in einem Leserbrief formuliert. Er und zahlreiche weitere ehemalige Behördenmitglieder hoffen nun, dass die neue Behörde, die seit 1. Juli 2026 im Amt ist, eine Neubewertung vornimmt. Man stösst sich auch am Umstand, dass die Stadt als Bauherrin auch zuständig ist für die Erteilung einer Baubewilligung. Kritisiert wird insbesondere die verkehrstechnische Erschliessung über die Butzenstrasse, die über die Pfruendhofstrasse auch das Quartier Chilefeld erschliesst. Durch Lastwagenverkehr während der Bauphase und Verkehr im Schulbetrieb würden nach Ansicht der Petitionäre sehr gefährliche Situationen ergeben – abgesehen davon, dass zusätzliche Parkplätze mit weiterem Verlust an Freifläche einhergehen.

«Die 21 Meter hohe Baute erinnert mich eher an eine Burg auf einem Hügel als an ein Schulhaus», sagt Kurt Dennler, der ausserdem die fehlende Visualisierung in den Abstimmungsunterlagen bemängelt. Die bauliche Einordnung ins Ensemble der denkmalgeschützten Schulhäuser sei nicht gegeben – von Interesse wäre hier auch die Haltung der kantonalen Denkmalpflege. Und der geplante Neubau versperre grosse Teile des Pausenplatzes. Dieser werde auch ausserhalb der Schulzeit intensiv genutzt. Die Anlagen mit den vier bestehenden Schulhäusern sollen im heutigen Zustand erhalten bleiben, fordert die Petition.

Besserer Standort beim Brauipark

Die angestrebte Zentralisierung der Primarschule sei verfehlt – vor allem, weil die Schulwege für viele Kinder aus den zahlreichen neuen Wohngebieten länger und gefährlicher werden. Rund 200 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahre müssten zu Fuss oder per Elterntaxi einen zum Teil weiten Weg ins Schulhaus zurücklegen.

«Die Neubaugebiete liegen alle westlich der Zürichstrasse südlich des Zentrums, das heisst: Kinder hätten zwei- bis viermal täglich den Autobahnzubringer Zürichstrasse zu queren», heisst es in der Petition.

Aus diesem Grund ist für die ehemaligen Behördenmitglieder und weitere Einwohnerinnen und Einwohner ein Standort weit besser geeignet: «Als Nachbarzelle des neuen Brauiparks besitzt die Stadt 6000 Quadratmeter baureifes Land, welches für eine Schulanlage geeignet wäre.» Möglich sei auch ein Standort im Gebiet Haupel.

Für die Petitionäre ist klar: «Der Standort im Butzen ist falsch.» Sie hoffen nun, dass der Stadtrat ihr Ansinnen aufnimmt. «Wir wissen allerdings noch nicht, wie die neu zusammengesetzte Behörde tickt.»

Die Unterschriftenaktion für die Petition läuft noch. Infos: k.dennler@bluewin.ch