Mit der Posaune im Kinderopernorchester
David Kübler musiziert, weil es Spass macht

David Kübler mag Mathe, Breakdance, Biken und Radfahren – und er spielt seit seinem achten Lebensjahr Posaune. Nein, mit dem Üben hat er es nicht so. Er lacht: «Ich bin irgendwie ein Naturtalent.» Er spielt in der Jugendmusik Bezirk Affoltern Jumba und im Kinderopernorchester Zürich.
Er ist das dritte von vier Kindern in der Geschwisterreihe und besucht in Mettmenstetten die zweite Sek. Sein Vater ist Bauingenieur und spielt Posaune. Auch David kann sich einen technischen Beruf vorstellen – und er will musizieren. David Kübler ist nicht zuletzt so begeistert von seinem Instrument, weil er einen super Lehrer hat: Xaver Sonderegger, der selbst seine berufliche Karriere mit einer Lehre in einem technischen Beruf startete. Wieder Technik und Posaune. Das zeigt, wie wichtig Vorbilder für die musikalische und berufliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind.
Vater als Vorbild
David Kübler bekam von seinen Eltern eine Posaune aus Kunststoff geschenkt, eine pBone. Die B-Posaune vereint den vollen Klang und die Spielbarkeit eines Blechblasinstruments. Doch mit einem Gewicht von rund 800 Gramm ist sie auch für Kinder gut spielbar. Trotz der leichten Bauweise ist sie robust und einfacher zu warten und zu reparieren als eine Posaune aus Messing. Sein heutiges Instrument schätzt David besonders. Im Internet erstand der Vater die Posaune des bekannten Jazz-Posaunisten Florian Weiss.
David Kübler kann genau beschreiben, wie eine Posaune technisch funktioniert, sein Vater hat ihm dies schon sehr früh erklärt: «Der Ton wird durch vibrierende Lippen erzeugt. Anders als bei einer Trompete verändert man die Tonhöhe statt mit Ventilen hauptsächlich mit einem Zug, der langen, verschiebbaren Röhre. Wird der Zug herausgezogen, wird das Rohr länger und der Ton wird tiefer. Die Posaune kann Töne sehr weich verbinden und gleitend spielen – etwas, das viele andere Blechblasinstrumente nicht so gut können.»
Die Posaune ist in verschiedenen Musikstilen einsetzbar, beispielsweise in der klassischen Musik, im Jazz, in der Filmmusik oder in der Militärmusik. David kann sich vorstellen, die Rekrutenschule in der Militärmusik zu absolvieren.
Der Vater ist ein versierter Posaunist, der gern in verschiedenen Formationen spielt. Beispielsweise mit Sohn David und dessen Paten, der Es-Horn spielt. Die jüngste Schwester war sich sehr früh klar, dass bei den Blasinstrumenten im familiären Zusammenspiel der Bass fehlte, und lernt nun erfolgreich Kontrabass. Im Moment noch auf einem kleinen Instrument.
Freizeitvergnügen mit grosser Bühne
Für David ist das Musizieren eine Freizeitbeschäftigung – neben seinen anderen Hobbys. Er bezeichnet sich als eher nicht ehrgeizig. Trotzdem gelang ihm die Aufnahme ins Kinderopernorchester, das mit allen 35 Musikschulen des Kantons Zürich und des Orchesters des Opernhauses realisiert wurde. Begabte Kinder zwischen 8 und 15 Jahren erhalten hier die Möglichkeit, ihre musikalische Praxis weiterzuentwickeln, das gemeinschaftliche Musizieren zu erleben, bekannte Werke des Opernrepertoires zu entdecken und auf der international renommierten Bühne des Opernhauses aufzutreten. Besonders Spass machten ihm in den Frühlingsferien die Probetage auf der Musikinsel Rheinau mit der Dirigentin Ann-Katrin Stöcker. Am 1. Juni 2026 kommen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda Ausschnitte aus den Opern «Carmen» und «Hänsel und Gretel» zur Aufführung. Und David ist dabei.
Auch bei der Jumba, der Jugendmusik Bezirk Affoltern, schätzt er das Zusammensein mit Jugendlichen und die gemeinsamen Aktivitäten wie das Probelager, Ausflüge, Jugendfeste oder die kantonalen Wettbewerbe. Probe hat er wöchentlich jeweils am Donnerstagabend. Von den vier Posaunisten ist er der jüngste. Der Dirigent Tobias Loew versteht es, seine Musikbegeisterung jungen Menschen zu vermitteln. Vom 17. bis 25. Juli 2026 findet das «Basel Tattoo», das zweitgrösste Tattoo der Welt, statt. Mit dabei – neben über 40 anderen Jugendlichen aus der Jumba – ist auch David.
Eine Familie, in der vier Kinder ihre Interessen wie Sport und Musik mit Freude entwickeln können, braucht einen ruhenden Pol, der Unterstützung bietet. Katja Kübler geht in dieser Funktion auf: «Wir haben mit den Kindern von klein auf Konzerte besucht. Alle vier lernen ein Instrument. Bei David hat die Musik einen hohen Stellenwert. Musik ist ein Teil von ihm, Musik ist in ihm drin.»
Mit seinen Freizeitbeschäftigungen verbindet David Kübler Musikalität, Sportlichkeit und die Freude am aktiven Zusammensein mit Gleichaltrigen.