«Wir haben gelernt, dass wir nur gemeinsam stark sind»

Regierungsrat Mario Fehr sprach an der gut besuchten 1.-August-Feier in Affoltern

Regierungsrat Mario Fehr erhielt von der Stadtpräsidentin Eveline Fenner einen Ämtlerchorb.

Regierungsrat Mario Fehr erhielt von der Stadtpräsidentin Eveline Fenner einen Ämtlerchorb.

Regierungsrat Mario Fehr genoss das Zusammensein mit der Bevölkerung von Affoltern. (Bilder Marianne Voss)

Regierungsrat Mario Fehr genoss das Zusammensein mit der Bevölkerung von Affoltern. (Bilder Marianne Voss)

Die Harmonie Affoltern brachte mit schwungvollen Klängen und beliebten Melodien eine fröhliche Feststimmung in den angenehm temperierten Kasinosaal Affoltern. Stadtpräsidentin Eveline Fenner begrüsste die gut 250 Gäste zur 1.-August-Feier und führte aus: «Wenn wir heute unsere Schweiz feiern, könnte man sagen: Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.» Es sei schon erstaunlich, wie ein kleines Land es schaffe, eine direkte Demokratie zu pflegen, die weltweit einzigartig ist, keineswegs perfekt, aber funktioniert. «Diese Demokratie ermöglicht Wohlstand und Stabilität.» Sie zeigte auf, wie selbstverständlich und ohne Massenproteste unsere regelmässigen Wahlen ablaufen, und sagte: «Ich glaube, wir dürfen mit Recht stolz sein auf unsere Demokratie, jeder und jede Einzelne ist gefordert, ihr auch Sorge zu tragen.»

Einander vertrauen können

Für Festredner, Regierungsrat Mario Fehr, war der Besuch in Affoltern schon sein zweiter Auftritt an diesem Bundesfeiertag. Zwei weitere standen ihm abends noch bevor. Ob er viermal dieselbe Rede hält? Wohl kaum. Mario Fehr ist bekannt für seine humorvollen Ansprachen, in welchen er jeweils spontan Bezug auf die lokalen Begebenheiten nimmt und sein schriftliches Manuskript wenig berücksichtigt. Er berichtete von den verschiedenen Sportereignissen in den vergangenen Monaten, an denen er zum Teil selber anwesend war. «Als ich schliesslich etwas gefrustet war, da die Schweiz nie siegte, ging ich ans Rigi-Schwinget. Dort gewann ein Schweizer.»

Er werde oft gefragt, was das Wesensmerkmal der Schweiz sei. «Es geht um Gemeinsinn und Grundwerte und auch darum, aktiv und positiv zusammen etwas zu gestalten.» Er wisse, dass das Säuliamt eine besondere Region ist. «Ihr organisiert viele Anlässe zusammen, die heutige Feier ist ein Ausdruck davon.» Die Schweiz, viersprachig und vielkulturell, sei eine Willensnation. «Der 1. August ist der Feiertag dieser Willensnation. Es gibt sie nur noch, weil wir gemeinsame Werte haben.» Hinter diesen Werten stehe die wichtige Erfahrung, dass es nur miteinander möglich ist, Lösungen zu finden. «Wir haben gelernt, dass wir nur gemeinsam stark sind, und dazu gehört, dass wir einander vertrauen. Und einander vertrauen können.» Das Vertrauen sei ihm extrem wichtig. «Nur das Vertrauen ermöglicht, dass wir erfolgreich unterwegs sind.» Zum Schluss forderte er auf: «Geniessen Sie das Zusammensein und das gemeinsame Fest. Ich bin gerne bei Ihnen und freue mich jetzt auf die Wurst.»

Die Gäste waren begeistert von der Rede und drückten dies mit kaum endendem Applaus aus. Danach sangen sie mit kräftigen Stimmen alle vier Strophen der Landeshymne und genossen – wie vom Regierungsrat aufgefordert – das Zusammensein. Er seinerseits entschied sich dann aber für ein Schnitzelbrot statt für eine Wurst. «Die gibt es heute Abend an der nächsten Feier.»