Die Autobahn A4 könnte ab 2025 als Kraftwerk genutzt werden

Das Knonauer Amt positioniert sich seit Jahren als Leuchtturmregion im Energiebereich. Am Fachseminar der Bau- und Energiemesse in Bern konnte Charles Höhn das Säuliamt und die Idee einer grossflächigen Überbauung der A4 mit einer Fotovoltaikanlage vorstellen.

Charles Höhn vom Forum Umwelt und Energie der Standortförderung Knonauer Amt präsentiert an der Fachtagung der Berner Bau- und Energiemesse die Pläne zur Energiegewinnung durch ein Kraftwerk über der Autobahn. <em>(Bild Salomon Schneider)</em>
Charles Höhn vom Forum Umwelt und Energie der Standortförderung Knonauer Amt präsentiert an der Fachtagung der Berner Bau- und Energiemesse die Pläne zur Energiegewinnung durch ein Kraftwerk über der Autobahn. <em>(Bild Salomon Schneider)</em>

Bereits 2010 kam eine von der Standortförderung Knonauer Amt in Auftrag gegebene Studie zum Schluss, dass das Knonauer Amt 80 Prozent der benötigten Energie – ausgenommen Verkehrsenergie – vor Ort produzieren könnte. Heute hat sich der Wirkungsgrad von Fotovoltaikanlagen verdoppelt und die Potenzialstudie wirkt durchaus realistisch.

2011 entwickelten die Energiefachleute Peter Ackermann, Mike Weber und Lukas Zimmermann die Idee einer Solaranlage auf der A4. 2012 wurde Kontakt mit dem Bundesamt für Strassen Astra aufgenommen, welches auf ein bereits in Planung befindliches Projekt in Fully, im Wallis, verwies. «Von diesem Pilotprojekt in Fully wird auch für die Idee im Knonauer Amt viel abhängen. Wenn Fully alle Hürden gemeistert hat und die Baugenehmigung erhält, sind die Rahmenbedingungen für solche Projekte festgelegt und die Investorensuche wird viel einfacher, weil wir dann wissen, welche Stolpersteine wir umgehen müssen», erläutert Charles Höhn vom Forum Energie und Umwelt der Standortförderung Knonauer Amt.

Positive Signale aus Bern

Das Überbauungsprojekt im Knonauer Amt sieht vor, die A4 im Knonauer Amt auf einer Länge von 3,3 Kilometern zu überdachen und damit Solar- und Windenergie in der Höhe von mindestens 40 Gigawattstunden im Jahr zu gewinnen. Charles Höhn: «Bei einer Kapitalrendite von zwei Prozent könnte der Strom für sechs Rappen pro Kilowattstunde verkauft werden. Momentan liegt der durchschnittliche Strompreis bei 8,7 Rappen pro Kilowattstunde.» Das Projekt zur Energiegewinnung über der A4 konnte Charles Höhn im Rahmen einer Fachtagung der Messe für Umwelt und Energie in Bern zahlreichen Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Bundesverwaltung präsentieren: «Ich bin sehr froh, dass wir wieder einmal ein Pilotprojekt aus dem Säuliamt einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren konnten. Ich habe vom Bundesamt für Strassen positive Signale erhalten, wurde auf einen Besuch nach Bern eingeladen und bin optimistisch, dass 2023 mit dem Bau der Anlage gestartet werden kann.» Realistisch sei jedoch eher 2025, so Höhn: «Da wir das Projekt erst nach Baubeginn in Fully umsetzen werden, ist der Zeitplan von den Entwicklungen im Wallis abhängig.»

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Livio Ehrler mit Grischa, «Miss Maschwanden 2026».
Bezirk Affoltern19.10.2026

Wenn optimale Beckenneigung und andere Faktoren zählen

Maschwandner Viehschau mit mehreren Rassen – exklusiv in der Schweiz
Gemeindepräsident Sven Kammer (37): «Die Tür des Gemeindehauses steht allen offen.» (Bild Marianne Voss)
Bezirk Affoltern19.10.2026

«Ich möchte im Dorf präsent und sichtbar sein»

Ein Gespräch mit dem Hausemer Gemeindepräsidenten nach 100 Tagen Amtszeit
Vereinspräsidentin Ursula Wittwer hofft, dass mit Crowdfunding mindestens 150000 Franken zusammenkommen, damit die Badesaison in Maschwanden 2027 gestartet werden kann. (Bild Werner Schneiter)
Bezirk Affoltern19.10.2026

Schritt vorwärts, aber noch nicht im Ziel

Kann das Naturbad in Maschwanden 2027 geöffnet werden?