Wahlen Oberamt
31.03.2014

Rifferswil: Alfred Funk scheidet überzählig aus

Stefan Gyseler, Hausen. (Bild map.)

Neuer Gemeindepräsident in Hausen: Stefan Gyseler. (Bild zvg.)

In Hausen wird der bisherige RPK-Vorsitzende Stefan Gyseler neuer Gemeindepräsident. In Kappel (Kurt Bär) und Rifferswil (Marcel Fuchs) dürfen die bisherigen Gemeindepräsidenten weitermachen.

von martin platter

Für alle drei Oberämtler Gemeinderats-Gremien stellten sich mehr Kandidaten der Wahl als es Sitze zur Verfügung hatte. In Hausen werden vier von sechs Gemeinderäten per Ende Legislatur zurücktreten. Die Bisherigen René Hess (Präsident, 12 Jahre im Amt, FDP), Georges Köpfli (Soziales, Sicherheit, Kultur, seit 16 Jahren im Amt, SP) und Hans Binzegger (Hochbauressort, 8 Jahre im Amt, SVP) haben alle mindestens zwei Legislaturperioden hinter sich. Angela Studer (Finanzen, 5,5 Jahre im Amt, FDP) ist aus der Gemeinde weggezogen. Weiter machen wollten Christoph Tandler (Tiefbauvorstand, 4 Jahre im Amt, parteilos) und Gregor Blattmann (Gesundheit und Umwelt, 4 Jahre im Amt, SVP), sowie Schulpräsident Hans Amberg (4 Jahre im Amt, FDP).

Alle Bisherigen, die sich nochmals zur Verfügung stellten, schafften die Wiederwahl, ebenso die Neuen mit bürgerlicher Parteizugehörigkeit. Das beste Resultat schaffte der bisherige Gesundheits- und Umweltressortvorsteher Gregor Blattmann (SVP) mit 703 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 355 und einer Stimmbeteiligung von 38 Prozent. Auf den nächsten drei Plätzen folgten die Neuen Reto Brönnimann (FDP, 676 Stimmen), Stefan Gyseler (FDP, 666) und die frühere Sekundarschulpräsidentin Beatrice Sommerauer-Nägelin (SVP, 606). Diesem Quartett gemeinsam ist, dass es auf den Support der bürgerlichen Parteien und des Gewerbevereins Oberamt abstützen konnte.

Parteilos als Handicap

Ohne diesen Sukkurs mit deutlich weniger Stimmen gewählt wurden der bisherige Tiefbauvorsteher Christoph Tandler (parteilos, 523) sowie der Neue Peter Reichmuth (parteilos, 518). Der ebenfalls parteilose Neue Andreas Huber erreichte das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger aus. Der siebte Mann im Hausemer Gemeinderat ist der bisherige Schulpräsident Hans Amberg (FDP). Auch er schaffte die Wahl deutlich mit 506 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 318.

Das gleiche Bild zeigte sich auch im Kampf ums Gemeindepräsidium, für das mit Gyseler, Tandler und Huber gleich drei Kandidaten aspirierten. Bei einem absoluten Mehr von 419 schaffte Gyseler die Wahl mit 474 Stimmen auf Anhieb. Tandler (255) und Huber (70) blieben deutlich zurück. Das Stimmvolk entschied sich damit klar zugunsten bekannter Köpfe, die sich bereits vor den Wahlen in Gemeindegremien eingebracht hatten. Eine von Andreas Huber initiierte Wahlveranstaltung scheiterte allerdings am Interesse der anderen Kandidaten. «Christoph Tandler und ich sind der Meinung, dass die Stimmbürger einen nicht erst im Wahlkampf kennenlernen sollten. Sondern bei der Arbeit für die Gemeinde in den Jahren zuvor», begründete Stefan Gyseler. Er habe den Wahlkampf als fair und intensiv empfunden und grossen Respekt vor der Verantwortung, die nun auf ihn zukomme. Wie bereits als Präsident der Rechnungsprüfungskommission strebt Gyseler eine massvolle Ausgabenpolitik an. Und, dass sich die Gemeinde für die anstehenden Infrastrukturbauten möglichst nicht weiter verschulden müsse. Noch wichtiger aber sei ihm eine klare Kommunikation, dass dem Stimmbürger begründet werde, wie Entscheide im Gremium entstanden seien, führte Gyseler aus. Er rechnet mit einem 30-Prozent-Arbeitspensum für sein Amt als Hausemer Gemeindepräsident.

Kappel: Kurt Bär kann weitermachen

In Kappel wollte der frühere Präsident der reformierten Kirchgemeinde, Thomas Gretler, Kurt Bär das Gemeindepräsidium streitig machen, scheiterte aber deutlich – sowohl bei der Wahl ums Präsidium als auch in den Gemeinderat. Bei rekordverdächtig hoher Stimmbeteiligung von 46,5 Prozent und einem absoluten Mehr von 143 Stimmen schaffte Bär die Wahl mit 161 Voten und kann nun seine dritte Legislatur als Kappeler Gemeindepräsident antreten. «Das Resultat fiel deutlicher zu meinen Gunsten aus als noch vor vier Jahren. Das freut mich natürlich, vor allem bei einer derart hohen Stimmbeteiligung.» Es sei für ihn die Bestätigung, dass die Leute eben doch nicht nur unzufrieden mit seiner Arbeit seien, sagte Bär, der neben dem Gemeindepräsidium das Ressort Hochbau betreut, vieldeutig.

Die Wahl in den Gemeinderat schafften erneut die beiden Bisherigen Hans Arnold (272 Stimmen) und Rosmarie Gantenbein (261) mit den besten Resultaten. Als Ersatz für Franz Gräzer neu dazu kommt Heidi Hui (248). Kurt Bär vereinte 197 Stimmen auf sich, Thomas Gretler 76. Das fünfte Mitglied im Gemeinderat ist auch in der Einheitsgemeinde Kappel der Primarschulpräsident, der den zurückgetretenen Hans Zürcher ersetzt. Christian Plüss stellte sich einer weiteren Legislatur und schaffte die Wahl erneut auf Anhieb mit 195 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 121. Nach dem Rücktritt von Dominique Ruetz bleibt ein Platz in der Kappeler Primarschulpflege vakant.

Rifferswil: Marcel Fuchs souverän wiedergewählt

In Rifferswil war Marcel Fuchs als Gemeindepräsident unbestritten und schaffte auch die Wahl mit 186 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 104 souverän. Mehr noch: Fuchs führte auch die Liste bei der Gemeinderatswahl mit 206 Stimmen (absolutes Mehr 101) an und kann nun seine vierte Legislatur in Angriff nehmen. «Ein schöner Vertrauensbeweis für meine Arbeit», fand Fuchs, der das Resultat als Ansporn für die bevorstehenden Projekte nimmt. Etwas ratlos machte ihn jedoch die Abwahl des bisherigen Tiefbauvorstehers Alfred Funk, der mit 143 Stimmen als Letzter der Liste und damit Überzähliger nach zwölf Jahren aus dem Rat ausschied. «Wir hatten keinen eigentlichen Wahlkampf», merkte Fuchs an. Funk war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Anstelle der zurückgetretenen Willi Baumgartner, Andreas Meuli und René Baumgartner schafften Markus Trachsel (mit 196 Stimmen), Thomas Müller (186), Daniel Schneider (154) und Hugo Walter (152) auf Anhieb den Sprung in den Rat. Die Bisherige Doris Bircher (160) schaffte die Wiederwahl. Ebenso, wie Schulpräsident Reto Wegmüller, das siebte Mitglied im Gemeinderat. Evelyn Bergmann wurde ausserdem als Ersatz für Charlotta Zambelli zu den Bisherigen in die Primarschulpflege gewählt.