Der singende Ämtler Mundartpoet

Premiere von «Heilige’Bimbam» im Kulturkeller lamarotte in Affoltern

Songwriter und Sänger: Christoph Kutassy mit Sängerin Stefanie Gygax bei der Premiere im «lamarotte». (Bild Werner Schneiter)

Es begann 2021 in der reformierten ­Kirche in Obfelden, anlässlich der Veranstaltung «Lange Nacht der Kirchen». «Von der Band, die dort spielte, liess ich mich inspirieren», sagt Christoph ­Kutassy, selbstständig tätiger Architekt. Worauf der Entschluss reifte, eine eigene Formation ins Leben zu rufen. Erst forderte er Kolleginnen und Freunde auf, ihm ihre Lieblingssongs zu melden. 20 englische Stücke übersetzte er dann auf Mundart, nahm Gitarren- und ­Gesangsunterricht. Derart angeregt begann er eigene Texte zu schreiben, ­beschäftigte sich intensiv mit Musiktheorie und komponierte die Musik – ermuntert dazu, weil er aus seinem Umfeld viel Zuspruch bekam.

Durch Zufall zum ersten Auftritt

Die Band, die sich «Heilige’Bimbam» nennt, kam zustande, nicht jedoch eine Veranstaltung für eine Kirchgemeinde-App in Winterthur. «An diesem App-Konzept habe ich zweieinhalb Jahre gearbeitet» sagt Christoph Kutassy. Die auf den 16. März geplante Veranstaltung zum Thema fiel ins Wasser, weil es an Anmeldungen mangelte. Aber nicht die musikalische Begleitung dieser Veranstaltung: Im Affoltemer Kulturkeller lamarotte bot sich an diesem Datum eine Gelegenheit für den ersten öffentlichen Auftritt – auch zur Freude von Geschäftsführerin Isabelle Schaetti.

So präsentierte sich die neunköpfige Formation, bestückt mit professionellen Musikerinnen und Musikern, an ihrer Premiere vom letzten Samstag im vollbesetzten Kulturkeller mit einem guten halben Dutzend Songs und Texten von Christoph Kutassy, dem singenden Architekten. Und mit Interpretationen verschiedener Stilrichtungen: Rock, Chanson, Reggae, Blues. Die Texte erinnern an Polo Hofer, Mani Matter, Endo Anaconda (Stiller Has), ohne ­deren Stil zu imitieren. «Es sind Geschichten, die mich inspirieren und berühren. Sie kommen quasi zu mir. Am Anfang steht eine Idee, dann beginne ich zu strukturieren. Das kann natürlich dauern», sagt der Songwriter, der ausserdem die Lachmuskeln des Publikums aktivieren will. «Ich versuche stets auch in der Tragödie die Komödie zu finden», fasst er zusammen.

Poetisch, mit eingängigen Melodien

Christoph Kutassy ist ein «Erfinder» von Geschichten und Texten, unter anderem bei «Pension Helvetia» im Dreiviertel-Takt: «Ich schtane uf de Autobahn / ich schtane im Schtau / d’Fahrbahn und de Himmel / händs gliiche Grau / es isch nu zum brüele / hett’s doch selle wüsse / ha ja nur in Süde welle / jetzt warti vorem Loch.» Refrain: Grüezi ir Pension Helvetia / Mir händs guet, s’gaht eus alles nüt a / Grüezi ir Pension Helvetia, chömed ihr Lüüt, mir stossed aa.»

Es sind Geschichten mit vielen liebevollen Details, poetisch und nicht eindimensional – mit eingängigen Melodien. So setzt sich das fort mit «Gin ­Tonic» oder «Bananeschplit», «Zoff im Chüelschrank», «De Ätti hed gseit», «Zur Freiheit gebore» und anderen, die allesamt ankamen beim Publikum im ­«lamarotte». Und das wiederum dürfte den ausgesprochenen Enthusiasten ­Kutassy weiter antreiben, auch wenn sich natürlich finanzielle Fragen dazugesellen. Und da hat er – auch bei der Verpflichtung von professionellen Musikern – einiges investiert. Auf Weihnachten 2024 hin soll dann eine CD mit 14 bis 15 Songs ein hoffentlich ebenso begeistertes Publikum finden.

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