Die Fülle des Lebens in der Klosterkirche

Die Blumenkirche in Kappel lädt zum Verweilen und Staunen ein

Die drei Floristinnen, die mit ihrer Kunst die Kirche verwandelt haben. Von links: Jovanna Zollinger, Martina Camenzind und Regula Zürcher.

Die drei Floristinnen, die mit ihrer Kunst die Kirche verwandelt haben. Von links: Jovanna Zollinger, Martina Camenzind und Regula Zürcher.

Hohe Blumenbouquets schmücken eine lange Tafel im Kirchenschiff.(Bilder Marianne Voss)

Hohe Blumenbouquets schmücken eine lange Tafel im Kirchenschiff.(Bilder Marianne Voss)

Tausende von Blumen in hellen und herbstlichen Farbtönen haben sich in der Klosterkirche Kappel vereint: auf dem Taufstein, auf dem Altartisch, auf der langen Tafel im Kirchenschiff und im Chor. Dort stehen zwei riesige, beeindruckende Blumenbogen, die sich elegant zueinander neigen. Auch ganze Bäume sind in die Kirche eingezogen. Sie schmücken den Eingangsbereich und die Ecke mit der Blütenbar. Ja, in der Kirche Kappel gibt es eine Bar – natürlich nur vorübergehend. Bis zum 4. Oktober können Besuchende dort ab 17 Uhr ein Getränk geniessen oder auch etwas essen.

Am vergangenen Freitag fand die Vernissage der Blumenkirche statt. Dabei waren die drei Floristinnen, viele interessierte Gäste und die Leitung des Klosters. Die neue Geschäftsführerin, Alexandra Steinmüller, erklärte bei ihrer Begrüssung, dass dieses Projekt die erste gemeinsame Vision des Theologischen Leiters, Pfarrer Andreas Nufer, und ihr gewesen sei. «Wir beschlossen: Lasst uns die Kirche zu einer Blumenkirche machen.» Die drei Floristinnen Jovanna Zollinger (Blumeninspiration) von Hausen, Martina Camenzind (Tinamara) von Kappel und Regula Zürcher, Hotelfloristin des Klosters, waren von der Idee begeistert. An der Vernissage berichteten sie von ihrer Motivation und ihrem Konzept. Die Floristik habe sich verändert und sei vermehrt von Blumenskulpturen geprägt. «Die Klosterkirche ist ein perfekt geeigneter Ort, um solche Skulpturen zu kreieren und zu platzieren.» Bis alles für diesen Abend bereit war, hatten die drei Floristinnen einiges zu tun. «Es brauchte im Vorfeld viel Organisation und Koordination sowie beim Installieren Konzentration, Kraft und Zeit.»

Blumen fügen sich in die Kirche ein

Die hohe gotische Kirche und die floristische Kunst passen zueinander. Einerseits korrespondieren die herbstlichen Blumen wie Chrysanthemen und Hortensien, aber auch Beeren, Kürbisse, Weidenäste und Seidenblumen farblich mit dem Kirchenfenster von Max Hunziker im Chor. Andererseits streben auch die Bouquets und Blumenbogen in die Höhe und fügen sich somit in die Kirchenarchitektur ein.

Der Theologische Leiter des Klosters Kappel, Andreas Nufer, sprach an der Vernissage von der Fülle des Lebens. «Das Göttliche ist gut, wir können die Schöpfung geniessen und dankbar sein.» Und er betonte: «Dankbarkeit ist ein Gefühl, das guttut.» Pianoklänge und Gesang von Tanya Birri und Barbara Koller bildeten den musikalischen Rahmen dieser festlichen Feier. Nach dem offiziellen Teil genossen die Besuchenden einen Apéro und bestaunten fasziniert die wunderschönen Blumenkreationen.

Die Blumenkirche sowie die vielfältigen Veranstaltungen in der Kirche können bis am 4. Oktober besucht werden.

Weitere Informationen unter www.klosterkappel.ch

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