Eisenbahn fasziniert auch im Mini-Format
Offene Türen bei den Reppischtaler Eisenbahn-Amateuren in Ottenbach

Gebannt und fasziniert blickten Erwachsene und Kinder auf die langsam vorbeifahrenden Züge. Und sie staunten, wie detailgetreu Lokomotiven sowie Personen- und Güterwaggons nachgebaut sind – ebenso die 55 Quadratmeter grosse Landschaft, in welche die Gleise mit Spurweite 0 (32 mm) eingebaut worden sind. Hunderte von Stunden investieren die Mitglieder der Reppischtaler Eisenbahn-Amateure (REA) in ihr Hobby, das sie im Rahmen des Tags der offenen Tür am Samstag in ihrem Ottenbacher Clublokal der Öffentlichkeit präsentierten. «Dampf und Diesel», so das Motto in diesem Jahr – Züge, die ohne Stromabnehmer verkehren. Und auch diese im Massstab von 1:45.
Ihren Vereinssitz haben die Reppischtaler Eisenbahn-Amateure zwar in Birmensdorf, wo im Dezember auch der traditionelle Modelleisenbahn-Markt stattfindet. Aber seit nunmehr 49 Jahren sind sie im Ottenbacher Vereinslokal domiziliert. Die REA zählen rund 70 Mitglieder, 10 bis 20 treffen sich regelmässig und tauschen ihr Fachwissen aus. Es sind allesamt veritable Enthusiasten, die aus den verschiedensten Berufen stammen und grossmehrheitlich pensioniert sind: Schreiner, Kaufleute, IT- und Bankspezialisten, Sozialarbeiter, aber auch ehemalige Lokomotivführer geben sich Tipps, leisten Hilfe. Denn sowohl Lokomotiven als auch Waggons und die ebenso detailgetreue, zum Teil digitalisierte Nachbildung von Stellwerken, Bahnhof, Strassen und Landschaft tragen die Marke «Eigenbau». Details verblüffen immer wieder: das Riegelhaus mit den Kühen auf der Weide mit Bäumen oder Strassen- und Bahnhofszenen. Filigrane Arbeit, die auch nach schriftlich festgehaltenen Baubeschrieben stattfindet – und auch etwas kostet. Die Beschaffung von Motoren oder eines Drehgestells gehen «ins Geld». Eine Lokomotive, im Eigenbau hergestellt, repräsentiert einen Wert von rund 2000 Franken. Oder mehr.
Nachwuchs fehlt
«Der jährliche Markt in Birmensdorf und die Börsen funktionieren», halten Vereinsmitglieder fest, verhehlen aber nicht, dass es auch bei den REA an Nachwuchs fehlt. Ein Angebot im Rahmen des «Ferienpasses» haben 15 Kinder genutzt, leider keine nachhaltige Aktion. Vielleicht spielen auch die Kosten eine Rolle. Nachwuchs wäre aber nötig, weil sonst passiert, was anderenorts schon mehrfach passiert ist: Vereine wurden aufgelöst, meist aus Altersgründen. Es gibt allerdings Clubs und Vereine mit Jugendgruppen. Das wäre auch bei der REA wünschenswert. Der Tag der offenen Tür könnte eine Animation für Kinder und Jugendliche sein.


