Firebeat, die erfolgreiche Band aus Stallikon
Junge Musizierende aus dem Säuliamt (2): Mehr als zehn öffentliche Auftritte in den letzten zwei Jahren

«Eigentlich fing alles im Kindergarten an, denn Dominic, Maël und ich waren damals zusammen in einer Kindergartenklasse», erzählt die 12-jährige Josie Hoppe, die Sängerin der Band Firebeat. Heute spielen zudem Maël Joller, ebenfalls 12, Schlagzeug, Dominic Hefti – inzwischen 13 und im Gymnasium – Klavier und der Jüngste der Gruppe, Maëls zehnjähriger Bruder Yven, E-Gitarre, mit.
Unterstützt werden sie tatkräftig von ihren Eltern. «Das Schlagzeug kann ich nicht in einem Rucksack transportieren», lacht Maël. Seine Mutter Sibylle Joller fährt ihre beiden Söhne gern zu Proben und Auftritten.
Alle vier entdeckten früh ihre Leidenschaft für die Musik. Josie spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier. Yven kam dank seines Paten zum E-Gitarrenspiel: «Ich durfte zu meinem Götti in seinen Gitarrenkeller. Er spielt seit Jahren Gitarre und hat unzählige Gitarren – auch E-Gitarren. Der Fall war schnell klar, und ich konnte mich von den fetzigen Tönen der E-Gitarre nicht mehr lösen.» Auch sein Bruder Maël liess sich von seinem Götti inspirieren.
Dominic wiederum wuchs mit dem Klavier auf: Schon als Kleinkind sass er auf den Knien seines Vaters, wenn dieser spielte. Er ist bis heute sein Vorbild, da er selbst in einer Band musiziert. Die Kinder sind dankbar, dass er bei Auftritten die Technik betreut.
Das zeigt einmal mehr, wie prägend das familiäre Umfeld für die musikalische Entwicklung sein kann.
Vielerlei Kompetenzen
Lukas Gasser, Maëls Schlagzeuglehrer an der Musikschule Knonauer Amt, ist selbst ein vielseitiger Musiker mit weltweiter Bühnenerfahrung. Er schlägt der Band passende Stücke vor und arrangiert sie bei Bedarf so, dass sie optimal auf die Möglichkeiten der Band zugeschnitten sind. Mit Humor, Motivation und feinem pädagogischen Gespür führt er die Jugendlichen zu beachtlichen Leistungen – ganz ohne Druck aufzubauen.
Yven bringt es auf den Punkt: «Das Wichtigste ist, Freude an der Musik zu haben. Denn dann übt man automatisch für die Band und es macht Spass, gemeinsam zu spielen und auftreten zu können.» Streit gebe es in der Band übrigens nicht. «Nur zu Hause, aber unter Brüdern ist das normal», ergänzt Maël lachend. Und Josie fügt hinzu: «In meinem Fall gilt es, gut mit Jungs zurechtzukommen, denn ich bin das einzige Mädchen der Band.»
Dominic zählt auf, welche Faktoren zu gutem gemeinsamem Musizieren beitragen: «Aufeinander hören, nicht allein im Vordergrund stehen wollen, Konzentration während des Spielens, sein eigenes Instrument beherrschen und ein gutes Rhythmusgefühl haben.» Josie ergänzt: «Man muss auch Englisch sprechen können, denn wir performen hauptsächlich Lieder auf Englisch.»
Motiviert und selbstständig
Lukas Gasser beschreibt die vier Kinder als motiviert, zuverlässig und ausgesprochen selbstständig. Vor Auftritten üben sie sich immer wieder auch in Eigenverantwortung – neben Schule und Sport eine beachtliche Leistung. «Zentral ist, dass Motivation und Freude vorhanden sind. Wenn dies so ist, übt man auch gerne, und durch die Übung werden die Kenntnisse verbessert, und so kann man vor Publikum spielen, was dann auch wieder motiviert zum Üben», beschreibt Maël treffend den Kreislauf von Übung und Erfolg.
Helga Schnurrenberger ist bei der Musikschule Knonauer Amt «Bereichsleiterin Veranstaltungen» und sieht viele Vorteile, wenn Kinder musizieren: «In der heutigen schnelllebigen Zeit richtet das Musizieren den Fokus nach innen und schenkt Ruhe und Energie, aber auch Freude und Spass im Zusammenspiel.» Und Daniel Berger, Schulleiter der Musikschule Knonauer Amt, ergänzt: «Musik verbindet über alle Grenzen hinweg, weil sie gemeinsame Gefühle, Zusammenarbeit und kreativen Ausdruck ermöglicht.»
Musik als Teil des Lebens
Musik wird für die vier Kinder wahrscheinlich immer ein Thema im Leben bleiben. «Ich möchte mit der Band noch mehr Auftrittserfahrung sammeln, um später vielleicht an einem Wettbewerb teilzunehmen. Ab und zu komponiere ich eigene Lieder und singe dazu. Vielleicht wird mal eines von mir veröffentlicht», erklärt Josie.
Yven weiss als Jüngster noch nicht genau, wie es in Zukunft musikalisch weitergehen soll: «Ich geniesse den Moment und habe Freude, in der Band spielen zu können und aufzutreten.» Dominic verrät: «Mein Ziel ist es, irgendwann einmal auf einer grossen Bühne zu stehen. Das Wichtigste ist mir aber, dass es mir weiterhin Spass macht.» Maël möchte so lange wie möglich in der Band spielen.
Angst vor grossen Auftritten haben sie keine. An der 900-Jahr-Feier in Stallikon spielten sie, damals noch ohne Josie, vor über 500 Zuschauern. Die Kinder bringen Begeisterung für die Musik mit, die Musikschule engagiert sich für ihre Förderung, und viele Eltern unterstützen ihre Kinder mit grossem Einsatz. Was jedoch nach wie vor knapp ist: geeignete Übungsräume.


