Für jedes gelesene Buch eine Spende: 30 Obfelder Kinder lasen für Kinder
Obfelder Bibliotheksteam konnte nach «Sommerlese-Aktion» der Kinder-Reha Schweiz 4600 Franken übergeben
Das Team der Bibliothek Obfelden lässt sich jedes Jahr unter dem Titel «Sommerlese-Aktion» etwas einfallen, um Kinder und Jugendliche während der Sommerferien zum Lesen zu motivieren. Denn Leseförderung gehört zu den Aufgaben von Gemeinde- und Schulbibliotheken genauso wie die Ausleihe attraktiver Medien.
Dieses Jahr griffen die Bibliothekarinnen auf ein Projekt zurück, das sie bereits 2013 erfolgreich durchgeführt hatten. Die Idee: «Kinder lesen Bücher und helfen dabei anderen Kindern. Für jedes gelesene Buch suchen die Kinder Sponsoren, die einen kleinen Betrag spenden. Das gesammelte Geld wird im Namen der Obfelder Schülerinnen und Schüler der Kinder-Reha Schweiz in Affoltern gespendet.» Bis Mitte September dauerte die Frist zum Spendensammeln. 30 Kinder machten aktiv mit und brachten insgesamt erstaunliche 4600 Franken in die Bibliothek.
Feierliche Übergabe
Am vergangenen Mittwochnachmittag lud die Bibliothek zur feierlichen Übergabe der Spende an die Kinder-Reha ein. Bereits vor Beginn des Anlasses kamen die Kinder mit Hubertus van Hedel, Abteilungsleiter Forschung und Leiter Robotik UEX, ins Gespräch. Er nahm den Spendenbetrag stellvertretend für die Kinder-Reha entgegen.
Die Stimmung bei der Übergabe war fröhlich. Die Kinder waren stolz auf das Erreichte. Hubertus van Hedel, Wissenschaftler und Fachmann für Neurorehabilitation, begegnete ihnen auf natürliche, spielerische und humorvolle Art – so, wie man es auch aus dem Umgang mit den Kindern in der Klinik kennt.
Regula Herrmann, Leiterin der Bibliothek Obfelden, lobte die tatkräftige Unterstützung durch die Eltern der teilnehmenden Kinder. Im Knonauer Amt haben viele Menschen einen Bezug zur Kinder-Reha, beispielsweise weil sie gern den attraktiven Spielplatz nutzen oder jemanden kennen, dessen Kind in der Kinder-Reha in Affoltern sehr gute Erfahrungen gemacht hat.
Hubertus van Hedel dankte den Obfelder Kindern für ihr Engagement und versprach, dass die Spende gezielt den Kindern in der Klinik zugutekommen werde. Zudem betonte er, wie gut sich die Kinder-Reha in der Bevölkerung des Knonauer Amts verankert und von ihr getragen fühle.
Engagement der Bibliothek
Das Team der Bibliothek Obfelden engagiert sich auch mit anderen Projekten für die Leseförderung. Unter dem Titel «Lesetandem» treffen sich eine erwachsene Person, die sogenannte Lesementorin, und ein Kind zum gemeinsamen Lesen und zum Austausch über das Gelesene.
Beliebt sind die jährlich acht Anlässe «Gschichteziit» mit Gabi Baumer, die Geschichten fesselnd mit Kamishibai gestaltet. Kamishibai ist ein aus Japan stammendes Papiertheater, bei dem grossformatige Bildkarten nacheinander in einen offenen Rahmen gesteckt und während des Erzählens herausgezogen werden.
Wie die Lehrerschaft anlässlich des traditionellen Lehrer-Apéros in der Bibliothek betonte, werden auch die Ausleihstunden für Klassen sehr geschätzt.
Es gibt lesefreudige Kinder und «Leseabstinente». Dass Lesen und Vorlesen Kindern wichtige Startvorteile für ihre sprachliche, geistige und emotionale Entwicklung bieten, ist unbestritten.
Lesekompetenz fördern
Um die Lesekompetenzen der Oberstufenschülerinnen und -schüler zu fördern, führte die Schule jeweils am Mittwoch 20 obligatorische Leseminuten ein. Denn: Lesen lernt man durch Lesen. «Wir realisieren, dass dadurch Oberstufenschüler wieder etwas mehr Bücher bei uns ausleihen», meint Regula Herrmann. Generell lobt sie die gute Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Schule.
Eine wichtige Rolle für das Leseverhalten haben die Bezugspersonen, die als Vorbilder wirken und Kinder von klein auf in die Bibliothek begleiten, wo sie gemeinsam Bücher und andere Medien entdecken und auch selbst etwas ausleihen können.
Es gibt viele Möglichkeiten, Kinder für das Lesen zu begeistern. Die Aktion «Kinder lesen für Kinder» zeigt dabei auf besonders schöne Weise, dass Lesen nicht nur den eigenen Horizont erweitert, sondern auch anderen Kindern helfen kann. Die 30 Obfelder Kinder, die sich an der Aktion beteiligten, haben damit nicht nur Bücher gelesen, sondern gemeinsam ein starkes Zeichen für Solidarität und Lesefreude gesetzt.






