Mit Heiterkeit ins neue Jahr
Neujahrsapéro in Mettmenstetten im Rössli-Saal mit Helga Schneider
In vielen Ämtler Gemeinden gehört ein Neujahrsapéro auf Einladung der Gemeinderäte zum traditionellen Jahreslauf. Oft geht es um einen Rück- und Ausblick auf für die Gemeinden wichtige Themen. Am 4. Januar 2026 prägte aber nicht die Politik die stimmungsvolle Feier im Rössli-Saal in Mettmen-stetten, sondern Helga Schneider, die 2010 das Licht der Bühne erblickte. Hinter der Bühnenfigur Helga Schneider steht Regula Esposito – Komikerin, Autorin, Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin und Regisseurin – und wohnhaft in Mettmenstetten.
Nach flotter Musik, gespielt – und sogar gesungen – vom Musikverein Mettmenstetten sowie der Begrüssungsrede von Vreni Spinner, füllte Regula Esposito, alias Helga Schneider, die Rössli-Bühne mit ihrer unglaublichen Präsenz. Wortgewaltig, mit ihrer «Züri-Schnurre» aus dem Zürcher Niederdorf, und mit geballtem Wortwitz.
Ein unterhaltsames Programm
Seit Anfang 2025 sind Fussballmanager Fredy Bickel und Regula Esposito Pächter des Gasthauses Zum weissen Rössli in Mettmenstetten. Regula Esposito zog aus der Stadt Zürich aufs Land, nach Mettmenstetten, der Liebe wegen. Zuerst nahm die «Grande Dame der Schweizer Comedy», wie es Vreni Spinner ausdrückte, die typischen Situationen und Befindlichkeiten von Familien rund um die Festtage ins Visier. Sie lästerte lustvoll über ihre Schwägerin und die nicht gerade kleinen Weihnachtswünsche von Patenkindern. Sie malte ein überspitztes Bild jener Tussis, die sich zurzeit stark vermehren würden: Gucci-Tasche, Swarovski-Schmuck, falsche Wimpern-Balkone, aufgespritzte Lippen. Sie beschrieb den Wunsch nach einer Ganzkörper-Laser-Haarentfernung, in die sie zähneknirschend für «die Nacktschnecke» investiert hatte. Bei der nächsten Begegnung dann der Schock: Immense Haarbüschel unter den Achseln – was sich als ein kläffendes Hündchen entpuppte, das sich ein teures rosa Mäntelchen wünschte. Regula Esposito schildert sprachlich treffend, sodass sich im Kopfkino des Publikums klare Bilder formierten.
Sie berichtete detailliert über den Versuch, Fettpolster beim Schönheitschirurgen entfernen zu lassen – und malte den Prozess Schritt für Schritt auf ihr rosa T-Shirt auf. Der Schönheitswahn ist ein wiederkehrendes Thema in ihren Programmen.
Neu in Mettmenstetten
Besonders Anklang fand ihre Schilderung über den Kulturwechsel von der Stadt Zürich ins ländliche Mettmenstetten. Sie beschrieb, dass sie eine Fremdsprache lernen musste. «Mettmenstetten» sagt man nicht, das heisst «Mättmi». Hier grüsst man sich auf der Strasse – ein Schock für Stadtzürcher. Und erst die frische Luft! Zum Glück «güllen» hier die Bauern noch. «Als Künstlerin braucht man Drama, Geschichten, über die man sich aufregen kann», erklärte sie.
Regula Esposito ist bereits bestens in die Gemeinde Mettmenstetten integriert. Man kennt sich in Mettmenstetten, diesen Eindruck gewann man bereits beim Eintreffen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Gemeindepräsidentin Vreni Spinner und Geschäftsführer Oliver Bär begrüssten die ankommenden Gäste persönlich beim Eingang zum Rössli-Saal. Beinahe der vollständige Gemeinderat war vor Ort. Petra Wicht aus der Verwaltung, die einen Teil der perfekten Organisation übernommen hatte, sorgte dafür, dass sich die Besucherinnen und Besucher wohlfühlten. Bereits zu Beginn der Veranstaltung herrschte eine gute Stimmung.
Vreni Spinner nahm bei ihrer Schlussrede voller Betroffenheit Bezug auf die Brandkatastrophe in Crans-Montana und gedachte der Opfer und ihrer Familien. Sie lobte den Gemeinschaftssinn der Bevölkerung in Mettmenstetten. Zusammen mit Regula Esposito warb sie für den Mättmi-Kalender 2026 des Vereins Dorfgeschichte, der noch erhältlich sei, und wünschte allen Gesundheit, Freude und Zusammenhalt in «Mättmi, das voller Leben steckt». Die Gläser wurden erhoben und man genoss den Apéro und die gemeinsamen Gespräche. Das Ziel, miteinander auf das neue Jahr anzustossen und in einem ungezwungenen Rahmen gemütlich beisammen zu sein, wurde voll und ganz erreicht.






