Rund um Bewegung und Ernährung

Mit «Gorilla» hat die Stiftung «Schtifti Foundation» einen nationalen Grossangriff auf Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen gestartet. Am Donnerstag machte das nationale Präventionsprojekt in Hedingen Station.

Instruktorin Andrea bringt den Hedinger Schülern die Ernährungspyramide näher.

Instruktorin Andrea bringt den Hedinger Schülern die Ernährungspyramide näher.

Breakdance: Gar nicht so einfach, in die Freeze-Position zu gelangen.

Breakdance: Gar nicht so einfach, in die Freeze-Position zu gelangen.

Kick-Versuche mit dem Footbag.

Kick-Versuche mit dem Footbag.

Mischung aus Tanz, Kampf und Spiel: «Gorilla»-Instruktor Lars zeigt, wie Capoeira funktionniert. (Bilder Thomas Stöckli)

Mischung aus Tanz, Kampf und Spiel: «Gorilla»-Instruktor Lars zeigt, wie Capoeira funktionniert. (Bilder Thomas Stöckli)

Von Thomas Stöckli

«Wer hat schon einmal ein Birchermüesli gehabt?» Fast alle Hände der Hedinger Fünft- und Sechstklässler schnellen nach oben. Über Getränke, Vitamine und Kohlenhydrate führt «Gorilla»-Instruktorin Andrea die Ernährungspyramide hoch, ehe sich die Schüler ihr eigenes Birchermüesli zusammenstellen dürfen.

Das Thema Ernährung nimmt denn auch die Hälfte des Tages-Workshops ein. Bei der anderen Hälfte geht es um Bewegung. Capoeira etwa ist eine Mischung aus Tanz, Kampf und Spiel – das alles zu brasilianischen Rhythmen. Im Breakdance wird zuerst der grundlegende Tanzschritt Sixstep vermittelt, ehe die Instruktoren verschiedene Bewegungen und Freezes – bestimmte spektakuläre Positionen, die es für einige Sekunden zu halten gilt – erklären.

Dass es beim Spiel mit dem Footbag mehr Variationen gibt als das simple Jonglieren, das zeigen Kata und Ulisse ihrem kleinen Grüppchen. Zur Krönung wird 4Square gespielt, wobei es schlicht darum geht, zu vermeiden, dass das Spielgerät im eigenen Feld herunterfällt.

Innert nützlicher Frist  persönliche Erfolgserlebnisse 

Das Projekt «Gorilla» zeigt, dass ein Leben mit Sport mehr Spass machen kann, als ohne. Gemeinsam ist allen «Gorilla»-Sportarten, dass sie sich mit relativ wenig Aufwand weiterverfolgen lassen. «Und sie ermöglichen innert nützlicher Frist persönliche Erfolgserlebnisse», hebt die Hedinger Primarlehrerin Rahel Wannenmacher hervor. Das sei insbesondere für eher schwache Schüler wertvoll.

Als «nationalen Grossangriff gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18» wurde «Gorilla» vor anderthalb Jahren lanciert. Dabei war die «Schtifti Foundation» bereits zuvor seit 2003 von Schulhaus zu Schulhaus unterwegs, um Kinder und Jugendliche in Ernährungsfragen, vor allem aber auch in Freestyle-Sportarten wie Skateboarden, Frisbee, Footbag und Breakdance zu unterrichten.

Vor dem Computer abholen 

 Neu ist am Präventionsprojekt also nicht die Aufklärung an Schulen, sondern dass es die Kinder und Jugendlichen da abholt, wo sie zu Hause sitzen: vor dem Computer. Dort eignet sich die Zielgruppe spielerisch das nötige Wissen an, wie man ohne grosse Anstrengung ein gesundes Körpergewicht hält. Weiter animieren Videoanleitungen zu Freestyle-Sportarten und Kochrezepten zum Nachahmen.

Durch verschiedene Tests können die Schülerinnen und Schüler Punkte erwerben, für die es regelmässig Preise zu gewinnen gibt. So werden beispielsweise monatlich Skateboards, Kochbüchlein, Gutscheine und Treffs mit Stars verlost. Für die Schulhäuser lockt als Hauptpreis ein Container voll mit Freestyle-Sportgeräten, der ein halbes Jahr zur Verfügung steht.

 Infos: www.gorilla.ch.

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