Schnelles und präzises Handeln gefragt
Hauptübung der Stützpunktfeuerwehr Affoltern mit viel Publikum
Sie kommt immer, wenn man sie ruft. Sie löscht Brände und ist bei Verkehrsunfällen präsent. Auch bei Bachverschmutzungen. Oder sie rettet, ganz selten, eine Kuh, die ins Güllenloch gefallen ist. Die Feuerwehr ist omnipräsent, hilft immer. Als Zeugen sehen wir manchmal, wie sie Ereignisse bewältigt. Ein vertiefter Blick in ihre Arbeit gewährt jeweils die jährliche Hauptübung. Bei der Stützpunktfeuerwehr in Affoltern stiess sie auf reges Interesse: So fand sich am Samstag auf dem Werkhofareal des kantonalen Tiefbauamtes viel Publikum ein, und es war offenkundig beeindruckt von der Arbeit der Feuerwehr − auch davon, wie schnell, präzise und abteilungsübergreifend gehandelt werden muss.
«Wissensgleichheit»
Zwei Autos stiessen zusammen, verkeilten sich. Das eine kippte und lag auf der Seite. Im Innern: verletzte Lenker und Passagiere – insgesamt vier Patienten. So fuhr die Feuerwehr mit «grobem Geschütz» auf, auch mit der Autodrehleiter, die 30 m ausgefahren werden kann. Wie immer geht es in erster Linie um die Rettung von Personen: So wurden mit schwerem Gerät die Autotüren aufgewuchtet und Verletzte erstversorgt. Eine besonders schnelle Reaktion erforderte das nachträglich in Brand geratene Auto, was die sofortige Bergung der Passagiere nötig machte und zu deren Betreuung ein Zelt aufgebaut werden musste. Zusammenarbeit und eine klare Kommunikation sind dabei entscheidend, auch weil sich Ereignisse überkreuzen: In unmittelbarer Unfallnähe standen Gasflaschen, die gekühlt werden mussten. Flüssigkeit lief aus: dieses Mal kein Benzin oder Öl, glücklicherweise «nur» Kühl- oder Scheibenwischerwasser. Die Autodrehleiter kam zum Einsatz, weil vom Silo in unmittelbarer Unfallnähe Personen evakuiert werden mussten. Der Einsatzleiter sprach in diesem Fall von «Wissensgleichheit»: schnelle gegenseitige Orientierung über Details.
Bisher eher ruhig
Nach rund einer Stunde war Übungsende, aufräumen angesagt. Dem Publikum blieb die Gewissheit: Hier sind gut ausgebildete Feuerwehrleute am Werk. Marco Mathys, Übungsleiter und Ausbildungschef der Stützpunktfeuerwehr, zeigt sich zufrieden. Nicht nur, weil die Hauptübung gelungen war, sondern auch, weil mit 95 Frauen und Männern der Sollbestand der Feuerwehr vorhanden ist. Teil dieser Hauptübung sind jeweils Beförderungen. So wurde Larissa Simoes zur Wachtmeisterin ernannt, Beat Frick zum Gefreiten. Neu aufgenommen wurden Mirjam Stutz und Gaston Bättig.
Die Stützpunktfeuerwehr Affoltern blickt bis anhin auf ein eher ruhiges Jahr 2026 zurück – mit 66 meist kleineren Einsätzen. 2025 waren es 94 – vor rund 10 Jahren aber noch rund 120. Sie hat mit Aeugst und Ottenbach 2001 einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen.






