Stallikon sagt Ja zu Pünten
Trotz Opposition bewilligt Stallikon Schulraum, Mehrzweckhalle und Generationenplatz
Stallikon hat dem Projekt «Schulraum, Mehrzweckhalle und Generationenplatz Pünten» zugestimmt. 63 Prozent der Stimmenden hiessen am Sonntag den Objektkredit von 21.88 Millionen Franken gut. Der günstigere Variantenantrag ohne den Ausbau des Generationenplatzes scheiterte mit 58,02 Prozent Nein-Stimmen. Die Stichfrage zugunsten des Hauptantrags fiel mit 75,74 Prozent zwar klar aus, war aber nicht mehr massgebend. Gemeindepräsident Reto Bernhard zeigte sich gestern hocherfreut über das Ergebnis: «Mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen, in der Nacht auf Sonntag hatte ich nicht so gut geschlafen.» Nun könne man ein wichtiges Projekt umsetzen, das für Schule, Lehrerschaft und Kinder grosse Erleichterungen bringe, da Schulzimmerwechsel und Improvisationen künftig wegfallen würden. «Es ist ein grosser Erfolg und es wird herrlich werden», so Bernhards Prognose.
Der Entscheid beendet einen über Monate geführten Abstimmungskampf. Gegen das Vorhaben hatte sich eine Gruppe um die Stalliker Ruedi Fischer und René Giger formiert. Sie bestritt den Bedarf an zusätzlichem Schulraum und einer weiteren Halle nicht. Sie hielt das Gesamtprojekt jedoch für zu teuer und verlangte, die Abstimmung zu verschieben. Statt der geplanten Lösung sollte die Gemeinde eine günstigere Variante in hochwertiger Modulbauweise ausarbeiten und dem Stimmvolk vorlegen. In einer Petition wurden 128 Unterschriften gesammelt. Das Petitionskomitee verwies auf frühere Kostenschätzungen und auf aus ihrer Sicht günstigere Modulbauten. Die Schule hielt dagegen, ein Wechsel der Bauweise würde das weit fortgeschrittene Projekt verzögern und zusätzliche Planungsarbeit auslösen. Mit dem Ja hat das Stimmvolk nun die von Schulpflege und Gemeinderat bevorzugte Gesamtlösung bestätigt.
Mit dem Ja kann Stallikon nun die Schulanlage Pünten erweitern und eine neue Mehrzweckhalle bauen. Zur Gesamtanlage gehören eine Sport- und Spielanlage sowie der ausgebaute Generationenplatz. Dieser umfasst einen Pumptrack, Boulefelder, eine öffentliche WC-Anlage, einen Geräteraum, zusätzliche Wege und weitere Erholungseinrichtungen. Der Verzicht auf diesen Ausbau hätte den Kredit um 740000 Franken reduziert.
Schulraum und Hallen fehlen
Die Schule begründet das Projekt mit einem ausgewiesenen Platzmangel. Im Schuljahr 2025/26 fehlten bereits rund 19 Prozent der benötigten Schulflächen. In den nächsten Jahren fallen zudem drei sanierungsbedürftige Räume weg: die beiden Kindergärten im Dorf und ein Teil des alten Schulhauses. Auf diesem Areal soll im Zusammenhang mit dem Projekt «Landgarten» eine Wohnüberbauung entstehen.
Auch bei der Sportinfrastruktur besteht Handlungsbedarf. Die Turnhalle Loomatt war im Schuljahr 2025/26 zu 151 Prozent ausgelastet. Rund ein Drittel der Stalliker Schülerinnen und Schüler fährt für den Sportunterricht nach Bonstetten, Wettswil oder Uitikon. Das verursacht Miet- und Transportkosten und verkürzt die Unterrichtszeit. Die neue Halle soll diesen Engpass beheben. Sie wird nach den Vorgaben des Bundesamts für Sport gebaut und kann auch von Vereinen sowie für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe genutzt werden. Der Mehrzwecksaal mit Bühne bietet Platz für bis zu 500 Personen.
Die Gesamtkosten inklusive des bereits 2024 bewilligten Projektierungs- und Ausführungskredits von 2.42 Mio. Franken belaufen sich auf 24.3 Mio. Franken. Die Gemeinde erwartet bis zu 600000 Franken aus dem kantonalen Sportfonds. Rund 30 Prozent der Finanzierung sollen aus eigenen Mitteln kommen, 70 Prozent über Fremdkapital. Die jährlichen Folgekosten veranschlagt die Gemeinde auf rund 1.33 Mio. Franken.
Die Rechnungsprüfungskommission hält fest, dass Stallikon dafür voraussichtlich 15.4 Mio. Franken zusätzliche Schulden aufnehmen muss. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt damit auf gut 3850 Franken. Die gute Finanzlage der vergangenen Jahre mache das Vorhaben dennoch tragbar. Eine Erhöhung des Steuerfusses ist nach heutiger Planung nicht vorgesehen. Sie hängt aber davon ab, wie sich Steuereinnahmen, Zinsen und weitere Investitionen entwickeln.
Der Baustart ist für den Winter 2026/27 vorgesehen. Wenn keine Rekurse die Baubewilligung verzögern, soll die neue Anlage im Sommer 2028 bezogen werden.


