Sport
19.09.2019

Auf Wolke 7 – aber noch nicht am Ziel

Hoch hinaus: Mit sieben Siegen in sieben Wochen hat Urs Huber seine bisher längste Siegesserie erreicht. <em>(Bilder Martin Platter)</em>

Hoch hinaus: Mit sieben Siegen in sieben Wochen hat Urs Huber seine bisher längste Siegesserie erreicht. (Bild Martin Platter)

Sieben Siege in sieben Wochen – das ist selbst für Bike-Marathon-Schweizer Meister Urs Huber aussergewöhnlich. Seine Wohngemeinde Mettmenstetten würdigt diese Leistung mit einem öffentlichen Empfang am 26. September im Jumpin – egal, wie Huber am Sonntag an der WM im Wallis abschneidet.

Von Martin Platter

Das hats in der Säuliämtler Sportgeschichte auch noch nicht oft gegeben, dass ein Empfang für einen Athleten bereits in der Woche vor der Weltmeisterschaft angesetzt wird. Mettmenstettens Gemeindepräsident René Kälin findet: «Die sportlichen Leistungen von Urs Huber rechtfertigen diesen Empfang schon seit geraumer Zeit. Nicht viele Sportler vermögen in ihrer Karriere fünf Schweizer Meistertitel zu gewinnen. Urs Huber ist dies vor zwei Wochen gelungen.»

Urs Huber stand auch am letzten Sonntag wieder zuoberst auf dem Podium. Diesmal im französischen Jura am La Forestière-Marathon. Ein Rennen, das dem 34-Jährigen bisher nicht viel Glück gebracht hatte. Es war nämlich sein erster Triumph, der ihm zugleich den zweiten Gesamtsieg des MTB Alpine Cup eingebracht hat. Umso grösser war Hubers Freude: «Sieben Siege in sieben Wochen. Eine derart lange Siegesserie hatte ich bisher noch nie.»

Gute Erinnerungen an 2008

Blättert man in der Sportkarriere des RRC-Amt-Fahrers zurück, waren nur 2008 und 2016 ähnlich erfolgreich wie dieses Jahr. Gemessen an Siegen war 2016 der Überflieger. 23 Mal erklomm Huber die oberste Stufe des Podiums. Es begann fulminant mit dem Triumph am Cape Epic und setzte sich fort mit dem Gewinn des dritten Schweizer Meistertitels. Wie in diesem Jahr wurde Huber Zweiter an der Bike-Transalp und begann die zweite Saisonhälfte mit der Siegserie Ischgl Ironbike, Eiger Bike, Grand Raid, Nationalpark-Marathon, O-Tour und Iron Bike.

Die WM ging jedoch gründlich in die Hose – obschon er nach der Schweizer Meisterschaft guten Mutes war. Nach wenigen Kilometern setzten bei ihm aber so starke Rückenschmerzen ein, dass er aufgeben musste. Bezüglich Titelkampf dämpft Huber deshalb die hohen Erwartungen. Er sagt: «Nach den letzten Wochen sehen mich viele als Titelkandidaten. Doch eine WM ist eine andere Nummer als die Wettkämpfe, die ich in den letzten Wochen gewonnen habe. Da stehen noch zehn Leute mehr mit Weltklasse-Niveau am Start und es wird ohne Rücksicht auf Verluste gefahren. Ich zähle mich dazu, weiss aber, dass für eine Medaille alles zusammenpassen muss und es auch eine gehörige Portion Glück braucht. In den Abfahrten wird nämlich alles riskiert.»

Deshalb erinnert sich Huber gerne an die Saison 2008 zurück. Damals war er eben erst zum Siegfahrer gereift und als 23-Jähriger noch unbeschwerter. Überraschend holte er mit zweimal Bronze seine beiden bisher einzigen EM- und WM-Medaillen. Mit diesem Gedanken wird er auch ins WM-Rennen in Grächen starten. Huber: «Das Wallis hat mir heuer bereits zweimal Glück gebracht. Ich konnte den sechsten Grand-Raid-Triumph und den dritten Sieg am Raid Evolenard feiern. Ich hoffe, dieses Glück bleibt mir am Sonntag noch ein drittes Mal treu.»