30 Jahre «Hirschen» und Leitplankenbier

Drei Jahrzehnte – oder wie jemand errechnete 10959 Tage – führt die Wirtin den Wettswiler «Hirschen». Das wurde am vergangenen Wochenende gebührend gefeiert.

Jubiläumsständchen für Wirtin Brigitte Gubler mit ihren Söhnen Sven (links) und Oliver. (Bild Kaspar Köchli)
Jubiläumsständchen für Wirtin Brigitte Gubler mit ihren Söhnen Sven (links) und Oliver. (Bild Kaspar Köchli)

Am 5. August 1986 übernahm Brigitte Gubler die gemütliche Lokalität von Sepp Huwyler. «Und es ging gleich richtig los», lacht sie. «Schon am ersten Abend testete mich der Turnverein Bonstetten, ob man überhöckeln kann – ich blieb pickelhart. Daraufhin setzte sich die nimmermüde Schar auf die Leitplanke beim hauseigenen Parkplatz und verköstigte sich mit einem selbstmitgebrachten Harass Bier.» Der Ausdruck hat sich bis heute gehalten. «Hat jemand über Gebühr Sitzleder, sage ich jeweils, dass es ab sofort nur noch Leitplankenbier gebe.»

Zweitägiges Fest auf Bauernhof

Die Festlichkeiten begannen am Freitagabend für geladene Gäste, die Jubilarin lud Freunde, Bekannte, Behörden- und Vereinsdelegierte auf den schmucken Bauernhof Weiss oberhalb Bonstettens ein. Wettswils Gemeindepräsident Hanspeter Eichenberger unterstrich in seiner Lobesrede den sozialen Stellenwert von Wirtshäusern. «Da werden Kontakte geknüpft, Probleme diskutiert und Gemütlichkeit gelebt, aber auch politisiert und manchmal gepoltert.» Und er scherzte: «Es heisst, dass man am Stammtisch unter anderem aus erster Quelle erfahre, wer jetzt neu als Paar zusammen ist – oder eben nicht mehr.»

Am Samstag war der Anlass öffentlich, er wurde um 11 Uhr mit dem Konzert der Bonstetter Musik eingeläutet. Im weiteren Verlauf sorgten die Tambouren Obwalden, die Geschwister Wigger und die Gin-Gin Drummers für die musikalische Umrahmung.

Bis 18?Uhr herrschte reger Festbetrieb. Brigitte Gubler dankte gerührt allen für ihr Kommen und die vielen Geschenke sowie dem Abenteuerverein «Papahigh’s Güx Freunde» für dessen vorzügliche Bedienung der Besucher.

«Ich mache gerne weiter»

Über der Eingangstür des Gasthofs prangt ein von Stammgästen angebrachtes Strassenschild «Brigitte Gubler Platz». Auf die unweigerliche Frage, ob alles in alter Manier weitergehe, meint die «Hirschen-Mutter»: «Ja, so lange ich gesund bin, mache ich gerne weiter.» Beständig bleibt auch die gutbürgerliche Küche, in der Koch Ramesh – am Fest verzückte er die Gäste mit seinem Mah Meh – seit 27 Jahren das Zepter schwingt. Nach wie vor werden im «Hirschen» auch die monatlichen Jazzkonzerte stattfinden. Brigitte Gubler freut sich auf viele weitere gemütliche Stunden mit ihren Gästen und lacht: «Auch die Leitplanke ist nach wie vor intakt und einsatzbereit...»

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