46 Monate Gefängnis für «Kurier»

Das Bezirksgericht Affoltern hat einen 52-jährigen, in der Schweiz niedergelassenen Deutschen mit türkischen Wurzeln als Mittäter einer Betrügerbande zu einer Freiheitsstrafe von 46 Monaten verurteilt.

Der «Anzeiger» hat in der Ausgabe vom 5. Dezember 2025 ausführlich über den Fall berichtet, bei dem es um eine Deliktsumme von fast 575 000 Franken geht. Der Mann hat für türkische Auftraggeber SIM-Karten mit falschen Namen organisiert und diese aktiviert. Diese haben von der Türkei aus in 51 Fällen Seniorinnen und Senioren in der Schweiz telefonisch kontaktiert.

Sie haben sich unter anderem als Polizisten, Staatsanwälte oder Mitglieder von Finanzinstituten ausgegeben. Dabei haben die Opfer den Kurieren Geldbeträge in der Höhe von knapp 575 000 Franken übergeben – darunter in vier Fällen auch im Bezirk Affoltern. Angeworben wurden die Opfer über die Verkaufsplattform «Tutti» und mit Kleininseraten in Migros- und Coop-Filialen. Das Geld wurde teilweise vom Beschuldigten abgeholt, der selbst in die Türkei flog und dort Geld seinen «Chefs» überbrachte.

Der Mann wurde 2023 verhaftet und sitzt seit November 2024 im vorzeitigen Strafvollzug. Vor Gericht zeigte der auf «mittlerer Hierarchiestufe» tätige Mann sich vollumfänglich geständig und räumte den vorgeworfenen Sachverhalt ein. Während die Verteidigung eine Strafe von maximal drei Jahren und einen Landesverweis von fünf Jahren für angemessen hält, plädierte die Staatsanwältin für 54 Monate Gefängnis und sieben Jahre Landesverweis. Das Bezirksgericht Affoltern verurteilte den Deutschen zu einer Gefängnisstrafe von 46 Monaten und zu sieben Jahren Landesverweis – wegen gewerbsmässigen Betrugs sowie wegen verursachter und mehrfacher Anstiftung dazu, wie nun aus dem schriftlichen Dispositiv des Bezirksgerichts hervorgeht. Der Landesverweis stellt für den Mann nicht wirklich eine Strafe dar; nach Verbüssung der Strafe will er nach Deutschland zu seiner Schweizer Freundin ziehen, die an Krebs erkrankt ist.

Urteil DG 250 002 vom 5. Dezember 2025, noch nicht rechtskräftig

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