Neuer Verein für Frauenfussball?

Im Knonauer Amt gibt es ernsthafte Bestrebungen für eine zentrale Anlaufstelle

Sie engagiert sich für einen Fussballverein, der für alle Mädchen und Frauen im Bezirk offen stehen würde: Melina Steinemann vom FC Hausen. (Bild Florian Hofer)
Sie engagiert sich für einen Fussballverein, der für alle Mädchen und Frauen im Bezirk offen stehen würde: Melina Steinemann vom FC Hausen. (Bild Florian Hofer)

Im Bezirk Affoltern könnte es vielleicht schon bald eine einzige Gruppierung geben, in der Mädchen und Frauen Fussball spielen können. Zumindest wenn es nach Melina Steinemann und weiteren Fussballverantwortlichen geht. Die 29-Jährige ist Leiterin Frauenfussball beim FC Hausen und seit Monaten im Hintergrund damit beschäftigt, ein organisatorisches Zuhause für die etwa 230 Spielerinnen (Stand Herbst 2025) auf die Beine zu stellen.

Sie kennt die Welt des Frauenfussballs

«Wir haben eine richtig grosse Frauenpower hier im Säuliamt» sagt die junge Frau, die in Hauptikon zu Hause ist und die Welt des Frauenfussballs in- und auswendig kennt. Sie spielt seit 16 Jahren Fussball, ist seit 2014 beim FC Hausen, war dort auch schon Trainerin und ist dort seit Herbst 2025 auch im Vorstand. «Uns plagen trotz Boom Nachwuchssorgen und die Tatsache, dass je nach Verein viele Mädchen nicht altersentsprechend spielen können.» Sechs Fussballvereine gibt es im Bezirk. Aber: «In keinem Verein im Säuliamt kann man anfangen zu spielen und dann die ganze Zeit bis zum Erwachsenenalter durchspielen», sagt Steinemann. In jedem Verein ist die Lage ein wenig anders. Die einen haben viele Mädchen in den einen Spielstufen, in anderen wenig bis gar keine. «Bei den F-Juniorinnen gibt es sogar Wartelisten, aber keine Kapazitäten.»

Damit sich das ändert, hat sie ein Konzept gemacht. Eine Vision, wie sie es nennt. «Wir träumen von einer zentralen Anlaufstelle für Fussballerinnen im Säuliamt, damit die guten Spielerinnen nicht weggehen müssen. Hier gibt es so viele Talente.»

Damit aus dem Konzept auch einmal Realität wird, hat sie mit allen Vorständen und den Frauenverantwortlichen der sechs infrage kommenden Vereine das Gespräch gesucht. «Die Resonanz war überwiegend positiv», berichtet sie. Bis Ende Januar wird in den Vereinen abgeklärt, ob man eine solche Gruppierung auf die Beine stellen kann. «Es wäre erst mal kein Verein, das ist das langfristige Ziel. Für einen Verein bräuchte es auch einen Ort.» Zudem haben die Fussballvereine unter der Leitung von Steinemann eine Projektgruppe gegründet.

Da ist noch ein weiteres Problem: den Platzmangel. Schon jetzt gibt es zu wenig Kapazitäten. In Hausen ist es besonders schlimm. «Wir haben grosse Kapazitätsprobleme. Es hat im Amt schlicht nicht genug Platz. Wir müssten einen zentralen Sportplatz haben, die jetzigen Plätze sind ausgelastet», sagte Marco Bisa, Vizepräsident des FC Hausen, schon im September gegenüber dem «Anzeiger». Damals pflichtete ihm auch Marcello Musio vom FC Knonau Mettmenstetten-Maschwanden (FCKMM) bei: «Viele Vereine kämpfen mit limitierten Trainingsplätzen und organisatorischen Hürden.» Es brauche ein Umdenken und ein Zusammenrücken. Ein zentraler Sportplatz für den Frauenfussball wäre die beste Lösung. «Es gibt aktuell einige mögliche Örtlichkeiten im Raum Mettmenstetten/Hausen, mehr können wir dazu im Moment jedoch nicht sagen», sagt Steinemann und zeigt sich hoffnungsvoll, dass bald eine Lösung auf dem Tisch liegen werde. «Das wäre meine Traumvorstellung: an einem Ort einen Platz für den Frauenfussball.» Auch für andere Fragen, die sich stellen, hat sie schon Ideen, denn es braucht Personal, Sponsoren und viel Überzeugungsarbeit. «Ich bin sehr motiviert», sagt Steinemann.

Da es für eine Vereinsgründung noch zu früh ist, könnten die Fussballerinnen als Gruppierung auftreten. Das heisst, dass sich mehrere Vereine zusammentun könnten. «Ab Sommer 2026 könnten wir schon unter einem gemeinsamen Namen spielen.» Dann wäre schon ein Teil der Vision von Melina Steinemann Wirklichkeit geworden.

Interessierte Personen, welche beim Projekt gerne mitwirken möchten, können sich bei Melina Steinemann melden unter:

leiter.frauenfussball@fchausen.ch

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