Obfelden sagt deutlich Ja zur gemeinsamen Abwasserreinigung

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Obfelden haben sich am Sonntag klar für eine Gross-ARA zusammen mit ­Merenschwand entschieden.

Die Obfelder Abwasserreinigungsanlage ist nach der Abstimmung bald Geschichte. In Zukunft wird das Obfelder Abwasser nach Merenschwand gepumpt. (Bild Beat Streiff)
Die Obfelder Abwasserreinigungsanlage ist nach der Abstimmung bald Geschichte. In Zukunft wird das Obfelder Abwasser nach Merenschwand gepumpt. (Bild Beat Streiff)

Bereits 2019 war die Zukunft der ­Abwasserreinigungsanlage (ARA) in ­Obfelden ein Thema. Geprüft wurde ­damals die Zusammenlegung der ­Abwasserentsorgung im Raum ­Affoltern, Obfelden und Merenschwand. Dieses Projekt wurde aber verworfen.

Das verkleinerte Projekt zusammen mit Merenschwand stiess nun auf mehr Anklang. Falls die Aargauer Gemeinden ­Aristau, Beinwil (Freiamt) und Merenschwand im November an ihren ­Gemeindeversammlungen dem Projekt ebenfalls zustimmen, kann die gemeinsame Lösung realisiert werden.

Das Projekt sieht vor, die bestehende ARA in Merenschwand auszubauen. Bei der heutigen Anlage in Obfelden wird eine Anschlussleitung unter der Reuss hindurch nach Merenschwand erstellt. Dazu kommen ein Abwasserpumpwerk und ein Regenbecken, welche aus den bisherigen Anlageteilen gebaut werden.

Fast 15 Millionen Kosten für Obfelden

Die Investitionskosten an der Er­weiterung werden aufgrund der Wasserverbrauchs­zahlen der letzten drei Jahre berechnet. So fallen für ­Obfelden 14,83 Mio., für Maschwanden 1,83 Mio. und für Mettmen­stetten bzw. den Weiler Dachlissen noch 410 000 Franken an. Die restlichen 50,5 % der Gesamtbaukosten von 31,25 Mio. Franken entfallen auf die Aargauer Gemeinden. Die Kosten haben keinen Einfluss auf den Steuersatz. Die Abwasser­beseitigung wird gemäss dem beleuchtenden Bericht der Gemeinde als sogenannter Eigenwirtschafts­betrieb geführt und muss über die entsprechenden ­Gebühren selbsttragend finanziert sein.

Vergleicht man die zu erwartenden jährlichen Betriebs- und Kapitalkosten, wird mit dem Zusammenschluss der Betrieb günstiger. Allerdings steigen die Kapitalkosten. Unter dem Strich ist die Anschlusslösung gut 43 000 Franken pro Jahr günstiger. Der Effekt ist allerdings noch grösser, da zukünftige Anforderungen an die biologische Abwasserreinigung nun auch gemeinsam erstellt werden können. Zudem ist in Merenschwand eine PV-Anlage geplant. Langfristig, nach 15 Jahren, sollte von der ­gemeinsamen Anlage profitiert werden können.

Der Zustimmung der Aargauer Gemeinden vorausgesetzt, ist der Baustart für 2024, die Vollendung für das 2027 geplant.

 

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