Ämtler Baugewerbe blickt auf ein gutes Jahr zurück
Konstante Entwicklung wird auch 2016 erwartet
Der in den letzten Quartalen 2014 in der Schweiz verzeichnete deutliche Rückgang des bewilligten Bauvolumens, hat – wie erwartet – im zu Ende gehenden Jahr in unserem Land allgemein zu einer sinkenden Bautätigkeit geführt. Dennoch lässt der Schweizer Bauindex nach einem insgesamt fünf Quartale andauernden Negativtrend für das 4. Quartal 2015 ein saisonbereinigtes Umsatzwachstum von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwarten. Hinter dem Anstieg im gleichen Zeitraum 2014 allerdings liegt dieses -4,2 Prozent zurück. Und obwohl daher in der Schweizer Bauwirtschaft von positiven Impulsen die Rede ist, die sowohl vom Hochbau (+1.9% zum Vorquartal) wie auch vom Tiefbau (+2.4%) ausgehen, wird 2015 für das Bauhauptgewerbe schweizweit insgesamt deutlich weniger erfolgreich ausfallen als das Vorjahr.
Für das Baugewerbe im Bezirk Affoltern gilt dies nicht gleichermassen, wie verschiedene Bauunternehmen auf Nachfrage bestätigen. Dieter Greber, CEO der Leuthard AG, führt für 2015 im Bezirk Affoltern ein «stattliches Bauvolumen» an. Trotzdem resümiert er einen allgemein rückgängigen Markt, weil sich stark zunehmend auch Unternehmer des von der Zweitwohnungsinitiative gezeichneten Baugewerbes im Alpenraum um Aufträge im Mittelland bemühen. Für das kommende Jahr erwartet Greber eine konstante, stabil bleibende Entwicklung, wie sie auch der Schweizer Bauindex allgemein erhofft, zumal 2016 auch mit einer leichten konjunkturellen Erholung – reales Wirtschaftswachstum von 1,2% – gerechnet wird.
Positiv gestimmt gehen auch Ämtler Bauunternehmer ins neue Jahr, welche ausschliesslich im Umbau-Segment tätig sind. Silvia und David Häberling, von der Häberling Bau GmbH in Obfelden, bestätigen einerseits ein positiv verlaufenes 2015 und andererseits auch einen respektablen Arbeitsvorrat für die ersten Monate im kommenden Jahr. Genauso hält Andri Oertli vom Baugeschäft Halbeis AG, Hedingen, fest: «Das zu Ende gehende Jahr war für uns, die wir uns seit 15 Jahren voll auf An- und Umbauten konzentrieren, durchwegs super und auch der Start ins 2016 sieht gut aus.»
Nur noch kleine Baulandreserven
Nach wie vor melden auch die Ämtler Gemeinden eine rege Bautätigkeit, die ja vielerorts auch nicht zu übersehen ist. Roberto Brunelli, Gemeindeschreiber in Stallikon, dazu: «Wer nach Stallikon kommt, dem signalisieren zurzeit mindestens drei Baukräne und wenigstens zwei weitere in Sellenbüren, dass noch fleissig gebaut wird.» Gleichzeitig merkt er allerdings an, dass die Baulandreserven in der Gemeinde nur noch spärlich sind: «Zwei der letzten grösseren Bauparzellen in der Langfuren und in Sellenbüren werden aktuell überbaut. Und im Dorf hat die Gemeinde die Entwicklung einer Parzelle für ein Dorfzentrum mit ‹Wohnen und Leben für Ältere› an die Hand genommen.» Zur Neige gehende Baulandreserven melden auch andere Ämtler Gemeinden. In Aeugst etwa, so war anlässlich der Gemeindeversammlung kürzlich zu vernehmen, sei man diesbezüglich ziemlich ausgeschossen, lediglich einzelne Flecken seien noch vorhanden. Die Bautätigkeit hier ist denn auch momentan eher verhalten, was sich nach Verabschiedung der Bau- und Zonenordnung allerdings durch vereinzelte Ersatzbauten wieder ändern kann.


