Akzeptanz für Park und Regeln
Resultate der Umfrage zum Wildnispark Sihlwald zeigen gesellschaftliches Ebenbild

Ende 2013 hat Matthias Näf per Zufallsgenerator 8795 Fragebögen zum Wildnispark an die über 18-jährige Bevölkerung in die Gemeinden der Bezirke Horgen und Affoltern inklusive der Anrainergemeinden des Parks sowie in die nördlichen Gemeinden des Kantons Zug verschickt. Nach nochmaligem Nachhaken mit einer Umfragekurzfassung bei 2500 Empfängern betrug der Rücklauf schliesslich 23 Prozent. «Ich habe extra keine obere Altersgrenze gesetzt, damit sich auch die älteren Semester, die den Sihlwald in den Kriegs- und Nachkriegsjahren noch als wichtigen Brennholzlieferanten in Erinnerung haben, berücksichtigt werden konnten», ergänzt der wissenschaftliche Mitarbeiter auf Anfrage des «Anzeigers».
Aus den Antworten lasse sich ableiten, dass Personen mit grossem Interesse an Wald und Natur sowie Personen mit starkem Bezug zum Sihlwald in der Umfrage gut vertreten sind. Untervertreten seien dagegen Personen, die in ihrer Freizeit nur selten oder nie in Wälder und in die Natur gehen, was logisch erscheint. Insgesamt beurteilt Näf die Rückmeldungen aber als repräsentativ.
Wildnispark in der Region gut verankert
84 Prozent aller Befragten halten den Naturerlebnispark im Sihlwald für«einen grossen Gewinn», «einen Gewinn» oder zumindest für «eher einen Gewinn» für die Region. «Der Park ist regional sehr gut verankert und auch die strikten Verhaltensregeln seien mehrheitlich akzeptiert», liest Näf aus dem Rücklauf heraus. Über 80 Prozent der Befragten beurteilten die Verhaltensregeln als «gut» oder «eher gut». Dazu gehören etwa das Radfahren nur auf markierten Wegen (86 Prozent), die Leinenpflicht für Hunde (87 Prozent) oder das Weggebot in der Kernzone (86 Prozent).
Gefragt nach der beliebtesten Art von Wegen schnitten die schmalen Wege und Trampelpfade mit 61 Prozent der Antworten am besten ab, gefolgt von breiten Waldstrassen mit Kiesbelag mit 28 Prozent und quer durch den Wald abseits der Wege gehen in der Naturerlebniszone mit 11 Prozent. 76 Prozent der Befragten finden den Verzicht auf die Holznutzung «gut» oder «eher gut», lediglich 12 Prozent halten diesen Grundsatz für eine Verschwendung von Holz.
Unterschiedliche Toleranzen
Interessant werden die Umfrageergebnisse dort, wo sie mehr ins Detail gehen. Am liebsten gehen die Menschen zu Fuss in den Sihlwald. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer gab an, mit dem Mountainbike im Sihlwald unterwegs zu sein, vier Prozent als Reiterin oder Reiter. Spannend ist hier wiederum: Werden alle – also auch die, welche nicht reiten – gefragt, ob sie die Regeln für Reiter im Sihlwald gut finden, kreuzten 87 Prozent «gut» oder «eher gut», 5 Prozent neutral und acht Prozent «schlecht» oder «eher schlecht» an. In der Kerngruppe der Direktbetroffenen, die selber reitet, ändert sich das Verhältnis. 68 Prozent finden die Verhaltensregeln gut oder eher gut, drei Prozent sind neutral und 32 schlecht oder eher schlecht. Im Bezug auf die Biker ist es ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch. 86 Prozent fanden es gut oder eher gut, dass Biker nur auf den dafür bezeichneten Wegen fahren dürfen, 3 Prozent sind neutral, 11 Prozent kreuzten «schlecht» oder «eher schlecht» an. Im Kreis der Biker ändert das Verhältnis: 79 – 2 – 20. In der Umfrage sind die Reiter etwas toleranter gegenüber den Bikern wie umgekehrt. «Generell fordert man mehr Toleranz gegenüber der eigenen Nutzung», stellt Näf fest. Die Umfrage sei Bestandteil eines dreiteiligen Forschungsprogramms des Wildnisparks Zürich und stehe in keinem Zusammenhang mit der laufenden Revision der Schutzverordnung. Die komplette Meldung findet sich im Internet unter wildnispark.ch/medien.


