Alterswohnformen im Säuliamt: Projekte sind gewünscht
Der Affoltemer Gemeinderat hat am 4. und 14. März die Säuliämtler Bevölkerung eingeladen, gemeinsam über Alterswohnformen zu diskutieren. Die Abende zeigten, dass die Bevölkerung integriert werden möchte und auf konkrete Pläne wartet.
Die «Speed-Dating»-Veranstaltungen funktionierten so, dass die Teilnehmenden zuerst zwei Fragen ihre finanziellen Möglichkeiten für Wohn- und Pflegeausgaben betreffend schriftlich beantworteten und anschliessend im Zwiegespräch über Wohnen im Alter diskutiert wurde. Die Veranstaltungen zogen ein gemischtes Publikum mit unterschiedlichstem Hintergrund an. Es waren auch einige Vertreter aus der Politik und von verschiedenen Gesundheitsorganisationen anwesend.
Gemischte Gefühle
Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern schien die Veranstaltung gut anzukommen. Gerade die Möglichkeit mitzureden wurde positiv hervorgehoben. Es gab aber auch kritische Stimmen. So meinte eine Frau, welche die Diskussion über Wohnen im Alter in Affoltern schon seit Jahren verfolgt: «Ich frage mich, wann endlich ein konkretes Projekt realisiert wird. Es wird schon lange genug um den heissen Brei herumgeredet.» Sie schien nicht die Einzige gewesen zu sein, die sich möglichst bald ein konkretes Projekt wünscht.
Die Basisfrage: welche Wohnform wünschen sich ältere Menschen?, scheint für Affoltern aber zentral gewesen zu sein. Denn es ist schwierig, ein konkretes Projekt zu planen und zu realisieren, wenn die Bedürfnisse nicht geklärt sind. Gerade in einem Bereich wie dem Wohnen im Alter, der sich stark im Umbruch befindet, scheint dies zentral.
Angst vor Entwurzelung
Am 4. März waren nur Affoltemer eingeladen, während am 14. März Personen aus allen Bezirksgemeinden diskutierten. Die Frage, ob jede Gemeinde unabhängig agieren solle, oder ob für das Wohnen im Alter Bezirkslösungen möglich wären, wurde kontrovers diskutiert.
Ein zentraler Punkt kristallisierte sich in beiden «Speed-Dating»-Veranstaltungen heraus: Der Grossteil der Bevölkerung will möglichst lange zu Hause wohnen bleiben. Die Angst vor Entwurzelung wurde dementsprechend in zahlreichen Gesprächen diskutiert.


