Asyl: Suche nach mehr Wohnraum im Bezirk auf gutem Weg
Nach Affolterns Ausscheiden müssen rund 30 Asylsuchende neu verteilt werden
Per Ende August waren im Bezirk Affoltern insgesamt 256 Asylsuchende untergebracht. 186 davon zählen zum festgeschriebenen Kontingent der zweiten Phase, also Asylsuchende, die während des Aufenthalts der ersten Phase in einer Kollektiv- oder Notunterkunft gelernt haben, den Alltag in der Schweiz weitgehend selbstständig zu bewältigen, sowie vorläufig aufgenommene Personen, die den Gemeinden zugewiesen sind. Dazu kommen die pauschal 70 im MNA-Zentrum Lilienberg stationär betreuten unbegleiteten Jugendlichen des Asylbereichs, die dem Bezirkshauptort angerechnet werden. Die Gemeinde Affoltern muss daher keine weiteren Asylsuchenden der Phase 2 aufnehmen und mit dem Austritt Affolterns aus dem Zweckverband Sozialdienst Ende 2015 muss der Bereich Asyl im Zweckverband daher auf den Jahreswechsel hin rund 30 Asylsuchende auf die 13 im Zweckverband verbleibenden Ämtler Gemeinden verteilen.
Privatpersonen wollen Flüchtlinge aufnehmen
«Wir sind mitten im Aufbau», erklärt Ivo Lötscher, Geschäftsleiter Sozialdienst, dazu und ergänzt: «Die Suche nach zusätzlichem Wohnraum in den verbleibenden Ämtler Gemeinden läuft zurzeit gut. Die Bereitschaft weitere Asylsuchende aufzunehmen ist in einzelnen Gemeinden gross. Grundsätzlich bemüht man sich.» Die Aussichten, im Bezirk ausreichend Wohnungen zur Unterbringung der Asylsuchenden zur Verfügung stellen zu können, seien absolut intakt, hält der Geschäftsleiter Sozialdienst folglich fest. «Eine Unterbringung in Truppenunterkünften, Containern oder anderen improvisierten Unterkünften steht daher zurzeit nicht zur Debatte. Vorsichtshalber steht dies aber auf unsererListe für die Notfallplanung.»
Erfreulich, so konstatieren Ivo Lötscher und Michelle Högger, Bereichsleiterin Asyl, weiter, sei auch die Tatsache, dass sich im Bezirk auch Privatpersonen anerboten haben, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Der Wohnraum für Flüchtlinge, die allerdings nicht zum Kontingent zählen, ist generell knapp, weshalb man schweizweit glücklich sei über jede private Bereitschaft. Die Bereichsleiterin Asyl im Zweckverband Sozialdienst hat sich diesbezüglich bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH und dem kantonalen Sozialamt erkundigt, wie das Vorgehen für eine solche Aufnahme ist. «Für die Unterbringung von Flüchtlingen, also anerkannte B-Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene F- Flüchtlinge, ist die ORS Service AG, Partnerin von Bund, Kantonen und Gemeinden, zuständig», informiert Högger.
Erhöhung des Aufnahmekontingents steht zurzeit nicht zur Debatte
Die Integration der in den Ämtler Gemeinden wohnenden Asylbewerber werde da und dort beidseitig als gut taxiert, hält Lötscher weiter fest: «Es werden oft positive Erfahrungen gemacht, sobald Menschen aus dem Asylbereich persönlich kennen gelernt werden, ist zu vernehmen. Eine Beurteilung, die pauschal so Gültigkeit hat, ist aber nicht möglich. Michelle Högger ist zurzeit an einem Projekt zur beidseitigen Integration, wo ein Netzwerk mit lokalen Freiwilligen aufgebaut wird, welche die Asylsuchenden im Alltag und somit bei der Integration unterstützen können.» Die Bereichsleiterin Asyl, die ihre Aufgaben im Bezirk vor gut einem Jahr übernommen hat, beurteilt gerade auch deshalb die Arbeit im Asylbereich nach wie vor als spannend und höchst abwechslungsreich. «Ich fühle mich wohl und das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass ich in ein gutes Team integriert bin und auf die gute Unterstützung von den Gemeinden zählen darf.»
Erhöhung des Kontingents steht noch nicht zur Diskussion
Ob der Druck auf die Schweiz, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, zukünftig auch denjenigen auf die Gemeinden erhöhen wird, kann im Moment nicht abschliessend beurteilt werden. Ivo Lötscher erklärt: «Zurzeit jedenfalls steht die Erhöhung des Aufnahmekontingents von 0,5 Prozent der Einwohner der Gemeinden nicht zur Diskussion. Die Zentren des Bundes und in den Kantonen sind allerdings voll, weshalb auch die Gemeinden des Kantons Zürich zum Teil schriftlich aufgefordert werden, das Kontingent zu erfüllen.» Die Gemeinden im Bezirk Affoltern haben diesbezüglich momentan keine Post dieser Art zu erwarten: Der Bezirk erfüllt das Kontingent.


