Asylwesen: Sozialdienst hat Kontingenterhöhung gestemmt
Durch die vom Kanton verfügte Hauruck-Massnahme zur umgehenden Aufnahme von zusätzlichen Asylbewerbern hatte der Bezirk innert Wochen für 80 Personen Wohnraum zu finden. Der Sozialdienst Bezirk Affoltern und die Gemeindenhaben dies gestemmt. Zurzeit ist keine weitere Erhöhung der Asyl-Aufnahmequote geplant.
Anfang November letzten Jahres informierte die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich darüber, dass die Gemeinden ab 1. Januar 2016 0,2 Prozent mehr Asylsuchende aufnehmen müssen. Waren es bis Ende 2015 noch 0,5 Prozent der Einwohnerzahl, gilt seit Anfang Jahr die neue Zuweisungsquote von 0,7 Prozent. Für die Vorbereitungen zur Erfüllung dieser Kontingentserhöhung um vierzig Prozent (!) blieben den Gemeinden gerade mal sechzig Tage Zeit – die Festtage inbegriffen. Eine Mammutaufgabe für den Sozialdienst Bezirk Affoltern und die Bezirksgemeinden, welche jedoch nun gemeistert werden konnte.
Grosses Engagement der Ämtler Gemeinden
Ivo Lötscher, Geschäftsleiter Sozialdienst, und die Bereichsleiterin Asyl, Michelle Högger, dürfen entsprechend ein gutes Fazit ziehen: «Für alle 80 Asylsuchenden, die uns zusätzlich zugewiesen wurden, konnten wir Wohnraum finden – dank dem grossen Engagement der Gemeinden.» Einfach nämlich, konstatiert Ivo Lötscher, sei die Aufgabe nicht: «In verschiedenen Gemeinden ist es mittlerweile sehr schwierig, zusätzlichen Wohnraum zu finden. Die Bemühungen und Anstrengungen, welche von den Gemeindebehörden unternommen werden, sind daher bemerkens- wie verdankenswert.» Ein besonderes Dankeschön verdiene die Gemeinde Bonstetten, welche unkompliziert, pragmatisch und unverzüglich die Militärunterkunft im Gemeindehaus zum vorübergehenden Aufenthaltsort für Asylsuchende zur Verfügung gestellt und eingerichtet hat.
Zurzeit keine Erhöhung, aber zukünftig durchaus möglich
Gegenwärtig sind in der Militärunterkunft Bonstetten noch rund 50 Asylbewerber untergebracht, die darauf warten, dass der für sie gefundene Wohnraum in den Ämtler Gemeinden frei und bezugsbereit wird. Der Liegenschaftsverantwortliche des Sozialdienstes Bezirk Affoltern, Marco Sailer, und seine Helfer sind mit Hochdruck daran, die Wohnräume, sobald diese frei werden, einzurichten. So können die Menschen in nächster Zeit sukzessive in ihre Wohnungen umziehen. Dieser Tage hat die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich mitgeteilt, dass «derzeit keine Erhöhung der Asyl-Aufnahmequote für die Gemeinden» vorgesehen ist. Gleichzeitig merkt sie aber auch an, dass «angesichts des derzeitigen Diskussionsstandes in der europäischen Flüchtlingspolitik und der von Seiten des Bundes zur Verfügung gestellten Informationen die Einschätzung über die weitere Entwicklung der Lage äusserst schwierig und mit grossen Unsicherheiten behaftet ist». Eine weitere Erhöhung der Aufnahmequote im Verlauf des Jahres 2016 könne aber durchaus nötig werden, stellt der Kanton fest. Man begrüsse es deshalb, wenn in Gemeinden Vorkehrungen getroffen werden, um einer – auch kurzfristigen – Erhöhung der Quote nachkommen zu können. Eine erneute Lagebeurteilung wird die Sicherheitsdirektion im April vornehmen.


