Auch in Knonau geht der Kiesabbau weiter

In einer vierten Etappe will die Risi AG im Äbnetwald 460'000 Kubikmeter Kies abbauen, davon 180'000 Kubikmeter auf Knonauer Boden. Der Gestaltungsplan, zu dem Einwendungen möglich sind, liegt bis 1. September auch in Knonau auf. Die Gemeinde lässt ihn durch eine unabhängige Fachperson prüfen.

Die Knonauer Gemeinderätin Marianne Mühl vor dem Waldstreifen, der für Kiesabbau gerodet wird. (Bild Werner Schneiter)
Die Knonauer Gemeinderätin Marianne Mühl vor dem Waldstreifen, der für Kiesabbau gerodet wird. (Bild Werner Schneiter)

Der Bauboom ist ungebrochen, der Bedarf an Kies entsprechend gross – ein unverzichtbarer Rohstoff auch für andere Bereiche wie Strassen. Seit den 90er-Jahren wird im Gebiet Äbnetwald Kies abgebaut. Nun soll der Abbau in einer vieren Etappe weitergehen: 280 000 Kubikmeter liegen auf der Zuger Seite (Gemeinde Cham), 180 000 Kubikmeter auf Gemeindegebiet von Knonau. Die Kiesmächtigkeit ist in diesen Gebieten gemäss Fachleuten gross, und zudem eignen sich die Standorte gemäss Umweltverträglichkeitsbericht für einen umfassenden Abbau. Der Äbnetwald ist nicht nur gut erschlossen, auch die Aufbereitungsanlagen und das Betonwerk liegen in unmittelbarer Nähe des Abbaugebiets, das in der vierten Etappe insgesamt 1,7 ha umfasst.

1,1 ha Wald roden

Rund 1,1 ha der neuen Abbaufläche liegen auf Waldgebiet, davon wiederum die Hälfte auf Knonauer Boden. Mit einer Rodung kann im günstigsten Fall im Winter 2016 begonnen werden. Nach Abschluss des Kiesabbaus muss die gleiche Fläche wieder aufgeforstet werden. Geplant sind ein sogenannter Pionierwald mit Biotopen, einer Hochhecke und Feldgehölze mit mageren Wiesenstreifen. Zudem ist vorgesehen, den jetzt unterbrochenen Wanderweg bis zur Hagendornstrasse durchgängig zu machen. Bevor die Aufforstung in Angriff genommen werden kann, muss die Kiesgrube mit nicht verschmutztem Aushubmaterial von Bauplätzen aus der Umgebung aufgefüllt werden. Weil es an solchen Deponien mangelt, ist es kein Problem, das Abbaugebiet später wieder zu rekultivieren beziehungsweise zu bewalden.

Knonau prüft in eigener Regie

In ihrer Stellungnahme zur Umweltverträglichkeitsprüfung kommt die Zürcher Baudirektion zum Schluss, dass die vierte Abbauetappe «unter den entsprechenden Auflagen und Bedingungen bewilligt werden kann.» Die Gemeinde Knonau lässt den nun vorliegenden Gestaltungsplan durch Fachpersonen in eigener Regie überprüfen. «Der Gemeinde Knonau ist es wichtig, dass sämtliche Auflagen erfüllt werden, namentlich die Einhaltung der Staub- und Lärmimmissionen, wie Marianne Mühl ausführt, die im Gemeinderat Knonau für Tiefbau, Werke, Land- und Forstwirtschaft zuständig ist. Sie begrüsst es ausdrücklich, dass alle am Kiesabbau beteiligten Instanzen – Fachämter, Unternehmer und Behörden – zweimal jährlich zu einer Begehung eingeladen werden. Dabei wird unter anderem die bisherige Rekultivierung begutachtet und geprüft, wie sich Biotope, Wiesen und Hecken entwickeln. «Die Biodiversität auf dem bisherigen Abbaugebiet funktioniert», hält Marianne Mühl fest.

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