Bilderausstellung von Susanne Baer in der Villa Sonnenberg

Besondere Beziehung zum Kompetenzzentrum für Palliative Care

Céline Hirschi, Stationsleiterin der Palliative Care in der Villa Sonnenberg, und die Künstlerin Susanne Baer (rechts), die hier vor einem Jahr Patientin war, verstehen sich bestens. (Bild Regula Zellweger)

Céline Hirschi, Stationsleiterin der Palliative Care in der Villa Sonnenberg, und die Künstlerin Susanne Baer (rechts), die hier vor einem Jahr Patientin war, verstehen sich bestens. (Bild Regula Zellweger)

Vor einem Jahr war die Bonstetter Künstlerin Susanne Baer Patientin in der Villa Sonnenberg, dem Kompetenzzentrum für Palliative Care im Spital Affoltern. Wie rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten der Palliativstation konnte sie wieder nach Hause zurückkehren. «Es gehen davon aber nicht alle nach Hause, sondern manche in eine andere Anschlusslösung, wie zum Beispiel in ein Pflegeheim», präzisiert Céline Hirschi, Stationsleiterin der Palliative Care in der Villa Sonnenberg.

«Mit der Chemotherapie geht es mir langsam immer besser.» Susanne Baer hat gelernt, mit ihrer Krankheit zu leben, und arbeitet weiterhin künstlerisch – wenn auch mit weniger Energie, die sie heute sehr bewusst einsetzt. «Ich habe Zuversicht, ich mache das Beste aus der Situation und bin dankbar für alles, was ich noch tun und erleben kann. Ich wünsche mir, dass mir noch Zeit bleibt, Projekte zu realisieren.» Die aktuelle Ausstellung ihrer Bilder in der Villa Sonnenberg – noch bis 12. Januar 2027 zu sehen – ist ein solches Projekt und bereitet ihr ganz besondere Freude.

Vielfältige künstlerische Techniken

Die Bilder für die drei Stockwerke der Villa Sonnenberg hat Susanne Baer sorgfältig ausgewählt. «Sie sollen die Betrachtenden – Patientinnen und Patienten, Besuchende und Angestellte des Spitals – erfreuen, erheitern, an gute Zeiten erinnern oder auch beruhigen und trösten. Ob ein Bild im Vorbeigehen aus dem Augenwinkel wahrgenommen wird oder ob sich jemand Zeit nimmt, es genauer zu betrachten: Ich wünsche mir, dass ich damit die Herzen der Menschen erreichen kann.»

Susanne Baer arbeitete viele Jahre als Kindergärtnerin und Erwachsenenbildnerin. Sie absolvierte zahlreiche pädagogische, handwerkliche und künstlerische Aus- und Weiterbildungen. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie unterschiedliche Techniken: Malerei, Zeichnung, Monotypie und Tiefdruck ebenso wie Collagen und experimentelle Mischtechniken. So entstehen vielschichtige Werke, in denen Farben, Formen und Materialien miteinander in Dialog treten.

Aussagekräftige Bildinhalte

Ihre Bilder sind alles andere als schrill oder aufdringlich. Sie wirken ruhig, oft heiter und sind meist kleinformatig. Eine Pflanze wächst dem Licht entgegen, im Hintergrund symbolisiert eine helle Kreisfläche die Sonne. Die Motive lassen Raum für eigene Gedanken und persönliche Assoziationen.

«Dem Licht entgegen» heisst ein Werk in Grafit und Aquarell. Auch die Bildtitel sind bewusst gewählt. Sie geben Impulse und laden zum Nachdenken ein. Der Ginkgobaum und seine Blätter haben für die Künstlerin eine besondere Bedeutung: In China symbolisieren sie den Kreislauf des Lebens sowie Yin und Yang. Eine Monotypie mit vier spiegelbildlich angeordneten Blättern regt dazu an, über Realität, Spiegelung und Interpretation nachzudenken.

Zu ihren Lieblingsbildern gehört eine Radierung mit weissen Vögeln, die durch eine dunkle Nacht fliegen. Der Titel «Gemeinsam in die Nacht» verleiht dem Werk eine zusätzliche, berührende Dimension.

Kunst kann wohltuend sein

Céline Hirschi musste nicht lange überlegen, ob sie das Angebot einer Ausstellung von Susanne Baer annehmen wollte. Ihr gefallen die lebensbejahenden Bilder. «Sie sind ein Aufsteller. Besuchende und Patientinnen und Patienten reagieren positiv darauf.»

In den Bildern und in der persönlichen Geschichte der Künstlerin sieht sie eine wichtige Botschaft: «Es geht weiter, Zuversicht und Hoffnung bleiben.»

Mit den Bilderausstellungen möchte die Stationsleiterin ein Stück Normalität in den Alltag der Villa Sonnenberg bringen. Sie schätzt es, wenn Besuchende, Patientinnen und Patienten verweilen und in etwas Schönes eintauchen. «In unserem Haus wird die Endlichkeit des Lebens bewusst erlebt. Das verändert oft auch die Wahrnehmung.» Umso wertvoller seien Momente, in denen Kunst Freude schenke, Ruhe vermittle und den Blick auf das Leben richte.

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