Damit Jungbäume überleben können

Jäger und Förster arbeiten im Säuliamt beim Schutz von Jungbäumen zusammen

Der Revierförster Flurin Farrer (im Hintergrund) locht vor, der Obfelder Jagdobmann Bruno Fuchs steckt Weidenruten in die Löcher, damit das Wild sich an diesen den Bast von den Hörnern fegt. (Bilder Salomon Schneider)

Der Revierförster Flurin Farrer (im Hintergrund) locht vor, der Obfelder Jagdobmann Bruno Fuchs steckt Weidenruten in die Löcher, damit das Wild sich an diesen den Bast von den Hörnern fegt. (Bilder Salomon Schneider)

Diese fast komplett abgefegte Jungtanne wird sich nicht mehr erholen.

Diese fast komplett abgefegte Jungtanne wird sich nicht mehr erholen.

Waldbesitzer und Jäger arbeiten beim Schutz von Jungbäumen immer öfter zusammen. Denn Jungpflanzungen sind im Frühling durch Wild besonders gefährdet. Während beim Verbiss, dem Abfressen junger Triebe durch das Wild, die Bäume weiterhin eine gute Überlebenschance haben, führt das Fegen der Basthaut, das Abstossen der Überzugshaut an den Geweihen bei Rehböcken, unweigerlich zum Tod von Jungbäumen.

Zwischen Spätherbst und Winter fällt Rehböcken das Geweih ab und wächst jeden Frühling wieder nach. Bei der Neubildung des Geweihs ist dieses von einer weichen Basthaut überzogen, die das Gehörn während des Wachstums mit Nährstoffen versorgt. Ist das Wachstum vollendet, wird der Bast nicht mehr benötigt und abgefegt. Rehböcke reiben dazu ihr Gehörn an Jungbäumen. Diesem Vorgang fällt dann jeweils der Bast wie auch die Rinde des Jungbaumes zum Opfer. Ohne Rinde sterben die jungen Nadelgehölze unweigerlich ab.

Dem Wild eine Alternative bieten

Nach dem Holzschlag pflanzen Förster und Waldbewirtschafter meistens junge Fichten, Douglasien und Föhren sowie einige Weisstannen, Eiben,Eichen, Kirschbäume, Nussbäume und weitere Hartholzsorten an. Diese werden je nach Taktik mit Einzelschützen geschützt oder bei grösseren Flächen mit einem hohen Zaun. Beim Zaun muss jedoch in regelmässigen Abständen gemäht werden, da sonst die Brombeeren Überhand nehmen und die Zäune einwachsen, was dann eine Gefahr für das Wild bedeutet, da es sich darin verfangen kann. In einzelgeschützten Jungpflanzungen werden nur einzelne gepflanzte Bäume geschützt – etwa 10 bis 20 Prozent – die restlichen Bäume sind dem Wild schutzlos ausgesetzt. Der Förster Flurin Farrer und die beiden Obfelder Jäger Bruno Fuchs und Franz Müller schneiden sich im Frühling jeweils junge Weidenruten, die sie anschliessend im Maschwander und Obfelder Jagdrevier einstecken – direkt neben den zu schützenden Jungpflanzungen.

Auf Weidenruten sprechen Rehböcke besonders gut an und lassen die Jungbäume deshalb eher in Ruhe. «Rehböcke nutzen jeden Baum, der etwa die richtige Elastizität hat, zum Fegen. Die einzige Möglichkeit zum Schutz der Jungbäume besteht deshalb darin, den Tieren Alternativen zu bieten. Eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Waldbesitzern bietet sich an, da alle Beteiligten davon profitieren», erläutert der Obfelder Jagdobmann Bruno Fuchs.

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