Dank Akutgeriatrie reduzieren sich Fallkosten
Im Vergleich zu anderen Zürcher Spitälern liegt das Spital Affoltern bei den Fallkosten zwar im unteren Bereich, aber in Sachen Kostenentwicklung im Durchschnitt. Künftig wird die Akutgeriatrie stärker gewichtet, was sich im nächsten Jahr in Affoltern positiv auswirken wird.

Seit über 10 Jahren publiziert der Kanton Zürich einen Kostenvergleich der stationären Spitalbehandlungen. Er will damit Transparenz über die Kostensituation der Spitäler. Grundlage ist eine detaillierte, einheitliche Kostenanalyse, die vom Bundesverwaltungsgericht gestützt wird. Laut einer Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion sind die Fallkosten seit der Einführung dieses Systems jährlich im Durchschnitt um 1,5 Prozent gestiegen. 2014 sind diese leicht höher, nämlich knapp 2 Prozent, was auf höhere Personalkosten zurückzuführen ist.
Im Kanton Zürich umfasst der Fallkostenvergleich 17 Spitäler, die 2014 mindestens 200 aktutsomatische Patienten behandelt haben. Referenzspital ist das Kantonsspital Winterthur, das schweregradbereinigte Fallkosten von 9772 Franken aufweist. Beim Vergleich der reinen Zahlen schneiden Adus Medica und Uroviva am besten ab. Tiefe Fallkosten gibt es auch beim Spital Limmattal (9419 Franken), beim See-Spital Kilchberg (9436 Franken) und in der Limmatklinik (9451 Franken). Das Spital Affoltern liegt mit 10 560 Franken (2013: 10 327 Franken) am unteren Ende der Tabelle, noch vor dem Stadtspital Waid und vor dem Spital Männedorf.
Akutgeriatrie, eine der Stärken in Affoltern, wird höher gewichtet
Weil im Spital Affoltern auch keine ganz schweren Fälle behandelt werden, liegt die Fallschwere mit Faktor 0,75 vergleichsweise tief. Affoltern wird sich aber nach den Worten von Beat Straubhaar, Direktor ad Interim, künftig spürbar verbessern und in der Rangliste des nächsten Jahres nach oben klettern. «Die Akutgeriatrie, die zu unseren Kernkompetenzen gehören, werden künftig bei den Fallkosten stärker gewichtet als bisher – mit dem Faktor 2,0 statt 1,7». Kommt hinzu, dass in diesem Bereich eine weitere Steigerung der Fallzahlen zu erwarten ist. Im ersten Quartal 2015 waren es 100 Patienten, hochgerechnet aufs Jahr also 400, die auch aus anderen Regionen nach Affoltern kommen. Es gibt aber bei den Kosten pro Fall noch weiteres Verbesserungspotenzial bei den Fallkosten. Denn im ersten Quartal hat das Spital Affoltern rund 6 Prozent mehr Patienten behandelt als angenommen. Zugelegt haben die Bereiche Medizin, Chirurgie, Orthopädie und die Akutgeriatrie.
Im kantonalen Durchschnitt liegt das Spital Affoltern bei der Kostenentwicklung im Durchschnitt. Die Steigerung beträgt 2,25 Prozent. Zum Vergleich: Die Spitäler Limmattal, Uster und das See-Spital Horgen weisen ein Kostenwachstum von über 5 Prozent auf.


