Definitiv keine Bezirksgewerbeschau 2018

Die für 2018 ins Auge gefasste Bezirksgewerbeschau ist vom Tisch. Das Interesse der örtlichen Gewerbevereine ist zu gering. Möglich ist eine Schau des Gewerbevereins Affoltern, an der sich Aussteller aus dem ganzen Bezirk beteiligen können.

2013 präsentierte sich das Gewerbe im Bereich der Oberen Bahnhofstrasse in Affoltern in Zelten. Für 2018 ist ein anderes Konzept vorgesehen. (Archivbild)
2013 präsentierte sich das Gewerbe im Bereich der Oberen Bahnhofstrasse in Affoltern in Zelten. Für 2018 ist ein anderes Konzept vorgesehen. (Archivbild)

«Die Idee einer Bezirksgewerbeschau 2018 steht schon lange im Raum», sagte Olivier Hofmann, Präsident des Bezirksgewerbeverbandes am Mittwochabend an der Delegiertenversammlung im Bonstetter «Löwen». Der Vorstand habe das thematisiert und eine Umfrage bei den örtlichen Gewerbevereinen durchgeführt. Die Resonanz sei jedoch «sehr beschränkt» gewesen; die Idee stosse nicht auf Begeisterung. Im Durchschnitt hätten sich in den Vereinen zwei bis acht Firmen für die Durchführung einer Bezirksgewerbeschau 2018 ausgesprochen, so Hofmann.

So hat nun der Bezirksgewerbeverband das Thema definitiv fallenlassen. Möglich ist 2018 eine Messe, die vom Gewerbeverein Affoltern im Bezirkshauptort organisiert wird. Laut René Ammann, Präsident des Gewerbevereins Affoltern, hat sich an der letzten Generalversammlung rund die Hälfte für eine solche Schau ausgesprochen. Für ihn ist aber klar, dass die Schau 2018 anders daherkommen muss als die letzte. 2013 war die Obere Bahnhofstrasse Schauplatz; die Aussteller präsentierten sich damals in Zelten. «Wir suchen nun Leute, die bereit sind, mitzumachen. Und wir suchen auch ein Datum», sagte René Ammann, für den ein Problem jedoch in den Vordergrund rückt: die Suche nach einem geeigneten Platz.

Keine Mitgliedschaft bei der Standortförderung

Bekanntlich ist die Ämtler Standortförderung im November vergangenen Jahres in einen Verein umgewandelt worden, der zwei Arten von Mitgliedschaften kennt: die Vollmitgliedschaft und eine assoziierte Mitgliedschaft. Als Vollmitglieder können sich unter anderem die Gemeinden, die örtlichen Gewerbevereine, der Hauseigentümerverband Albis, die Bauern beteiligen – nicht jedoch der Bezirksgewerbeverband, für den laut Statuten nur eine assoziierte Mitgliedschaft möglich ist. Aus diesem Grund will er sich auch nicht einschreiben lassen. «Dann zahlen wir einfach einen Beitrag, haben aber kein Stimmrecht», sagt Olivier Hofmann, der damit jedoch nichts gegen die Arbeit der Standortförderung einwendet. «Wir haben unseren Gewerbevereinen empfohlen, eine Mitgliedschaft wohlwollend zu prüfen», fügte er bei. Möglich ist, dass die Standortförderung ihre Statuten alsbald wieder ändern wird – und in diesem Fall wäre der Beitritt des Bezirksgewerbeverbandes wieder ein Thema. Aus der Versammlungsrunde ertönten allerdings auch kritische Stimmen. «Die Standortförderung sehe ich als zahnlosen Papiertiger», sagte ein Vertreter und erntete da und dort Kopfnicken.

Auftragsvergabe durch die Gemeinden wird Thema

Die Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand ist ein permanenter Kritikpunkt bei Gewerblern. Der Bezirksgewerbeverband will nun dieses Thema an die Hand nehmen und dazu im Herbst eine Veranstaltung durchführen, zu der Gemeindevertreter eingeladen werden. Der Verband hat dazu jetzt einen Forderungskatalog entworfen. Es wurde zwar eingeräumt, dass die Gemeinden bei der Vergabe aneine ganze Reihe von Vorschriften gebunden sind, aber den vorhandenen Ermessensspielraum nicht ausnützen – auch, weil sie diesen oft gar nicht kennen würden, wie es an der DV hiess.

«Das heikle Thema wird unterschätzt. Es gibt auch viele Firmen, die nicht bereit sind, sich hier zu engagieren – auch aus Angst, gar keine Aufträge mehr zu erhalten», sagte der Hau-semer Vertreter Thomas Frick, auch darauf hinweisend, dass dieses Thema behutsam angegangen werden müsse.

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