Den Landwirtschaftsbetrieb des Klosters Kappel erhalten
Neubau eines Melkstalls auf der Westseite – Pächter zum Einholen eines Vorentscheids ermächtigt

Der Anfang der 70er-Jahre eingerichtete Milchviehstall des Kappelerhofs ist sanierungsbedürftig und kann im derzeitigen Zustand nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Das kantonale Veterinäramt verlangt einen tierschutzkonformen Umbau, der bis 2018 erfolgen muss. Mit dem nun vorgeschlagenen Neubau auf der westlichen Seite des Betriebes, Richtung Uerzlikon, kann auch ein wichtiges Ziel des Gesamtprojekts «Revitalisierung und Entwicklung der Domäne Kloster Kappel» erfüllt werden – nämlich die Entflechtung des Landwirtschaftsbetriebes von der übrigen Klosterdomäne. Dazu gesellt sich der Umstand, dass mit dem bevorzugten Standort die aufgrund des Umweltschutzgesetz und der Luftreinhalteverordnung vorgeschriebenen Abstände zum Wohngebiet eingehalten werden können.
Gutachten stützt Idee
Ein vom Verein Kloster Kappel in Auftrag gegebenes Gutachten der Walter Jucker AG stützt die Standortwahl des Vereins Kloster Kappel. Weil gut arrondiert, soll der Landwirtschaftsbetrieb erhalten werden – mit dem Neubaueines Melkstalls auf der Westseite, den auch die Gutachter als besten Standort bezeichnen. «Eine Aussiedlung kommt nicht infrage, auch aus finanziellen Gründen nicht. Wir wollen den neuen Stall im jetzigen Betriebszentrum, wo unter anderem Futter- und Düngelagerung schon gelöst sind», sagt Andreas Müller, Präsident des Vereins Kloster Kappel.
Gegen vier Alternativstandorte
Hans Rudolf Haegi, Vorsitzender Verein «Ja zum Kloster Kappel», hat sich zum Vorhaben ebenfalls geäussert und mit vier alternativen Standort-Varianten Aufwartung gemacht. Auch er will, dass es mit dem unumgänglichen Stallneubau vorwärtsgeht und ist der Ansicht, dass seine Lösungsvorschläge «rascher zu einer akzeptablen Lösung und damit einer fristgerechten Ausführung führen werden», wie er zuhanden der ausserordentlichen DV der Kappelerpflege kundtat.
Diese vier Alternativstandorte erachtet aber der Verein Kloster Kappel als nicht tauglich. Ein Stallneubau im Bereich der heutigen Parkieranlage, nahe der Strasse und innerhalb der Bauzone oder eine Aussiedlung in die Rossweid kommen laut Andreas Müller für den Verein Kloster Kappel nicht infrage – auch aus naturschützerischen, topografischen, ästhetischen und finanziellen Gründen nicht. «Wer sich gegen unsere Variante ausspricht, nimmt in Kauf, dass wir den Landwirtschaftsbetrieb kurzfristig redimensionieren und mittelfristig einstellen müssen. Das ist aus unserer Sicht nicht verantwortbar. Unsere Variante ist die einzig mögliche», sagte Gerhard Gysel anlässlich der kürzlich anberaumten Delegiertenversammlung der Kappelerpflege, die aus je zwei Vertretern der reformierten Ämtler Kirchgemeinden besteht. Sie entschied sich nach kurzer Diskussion nahezu einstimmig für den westlichen Standort. Damit wird das Pächterehepaar Ernst und Lucia Galliker ermächtigt, einen baulichen Vorentscheid einzuholen – und erhält damit Klarheit, ob das Projekt bewilligungsfähig ist. In den nächsten Tagen werden die Baugespanne errichtet.
Bauen in der Schutzzone möglich
«Wir sind von zwei Seiten unter Druck: Der Tierschutz pocht auf eine neue Lösung bis spätestens 2018, während das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) eher zögert», hält Andreas Müller fest. Gemäss der Verordnung über Naturschutzgebiete von überkommunaler Bedeutung der Gemeinde Kappel liegt die Fläche für den Stallneubau – wie für den übrigen Landwirtschaftsbetrieb – in der Landschaftsschutzzone. Landwirtschaftliche Bauten sind dort in den bestehenden Betriebszentren möglich, wenn sie sich gut in die Landschaft einpassen, den Wert des Schutzgebietes nicht vermindern und für die Land- und Forstwirtschaft oder den Unterhalt dieser Schutzgebiete notwendig sind. «Wir brauchen hier die Landwirtschaft, damit diese Gebiete gepflegt werden können», sagt Andreas Müller. Gemäss dem Pachtvertrag hält der Pächter die Richtlinien für biologische Produktion ein.


