Der Kanton will im Säuliamt drei Aushubdeponien festlegen
Schwerverkehr vermindern – Standorte in Maschwanden und Knonau vorgeschlagen
4,5 Millionen Kubikmeter unverschmutzter Aushub fallen im Kanton Zürich jährlich an – zur Hauptsache im Süden, derweil die grossen Deponien im Norden liegen. Das verursacht überregionalen Schwerverkehr. Der gegenüber dem Aushub grosse Überschuss an Aushub löst zudem einen regen Export in umliegende Kantone, ja sogar nach Deutschland aus. Weit mehr als ein Drittel des Aushubs wird nicht im Kanton Zürich deponiert.
Im Säuliamt fallen jährlich rund 150000 Kubikmeter Erdaushubmaterial an. Davon müssen 130000 Kubikmeter in andere Regionen und Kantone gekarrt werden, weil es an Deponieraum fehlt. Pro Hin- und Rückfahrt sind das im Durchschnitt rund 60 km.
Der Kanton will nun dem Ungleichgewicht zwischen Aushubanfall und regionalen Ablagerungsmöglichkeiten begegnen. Unverschmutzter Aushub von kleineren Baustellen – bis 1000 Kubikmeter – soll nun nach dem Willen der Zürcher Baudirektion in den Regionen abgelagert werden – mindestens ein Drittel des im Süden anfallenden Materials. Dabei wird auch ein regionaler Ausgleich angestrebt, indem zum Beispiel die Planungsregionen Knonauer Amt und Zimmerberg sowie Oberland und Pfannenstiel zusammengelegt werden. «So können etwa die Gemeinden aus dem Sihltal über den Üetlibergtunnel im Knonauer Amt Aushub ablagern», es heisst bei der Baudirektion.
13 Standorte vorgeschlagen
Der Kanton hat insgesamt 184 Standorte untersucht und schlägt nun deren 13 für eine richtplanerische Festlegung vor. Darunter befinden sich drei im Säuliamt: zwei in Maschwanden, im Hinterfeld und Usserdorf, wo je Volumen von 550000 Kubikmeter zur Verfügung stehen, und in der Zugerweid in Knonau (450000 Kubikmeter). Lassen sich alle vorgeschlagenen 13 Standorte realisieren, so kann Aushubdeponieraum für die nächsten 20 Jahre sichergestellt werden.
Skepsis in Maschwanden
So leicht können Aushub-Deponiestandorte im Säuliamt allerdings nicht festgesetzt werden, jedenfalls nicht in Maschwanden. Dort hat der Gemeinderat in Aussicht gestellt, dass bei der Sanierung der Dorfstrasse – voraussichtlich 2017 – der Kiesverkehr «möglichst abgeschlossen ist.» Zusätzliche Lastwagenfahrten in der Gemeinde, die bei der Schaffung von neuem Aushubdeponieraum resultieren würden, sind unerwünscht. «Für die Aushubdeponien wären alternative Erschliessungsmöglichkeiten nötig, aber das ist bei uns im Dorf schwierig», sagt Gemeinderat Christian Gabathuler, der frühere Kantonsplaner. Eine Festsetzung von Aushubdeponieraum im kantonalen Richtplan sei «noch weit weg». Der Gemeinderat habe im Rahmen der bis Anfang Februar 2016 laufenden Vernehmlassung noch keine Stellungnahme verfasst, so Gabathuler.
Firmen haben Initiative ergriffen
Das Problem von fehlendem Raum für die regionale Ablagerung von unverschmutztem Aushub beschäftigt auch sechs Unternehmen, die in der Region tätig sind. Die Agir AG, Bär AG, Höhener AG, Leuthard AG, Vollenweider AG und Vonplon AG haben 2014 die Firma Terratop AG gegründet – mit dem Ziel, Ablagerungsmöglichkeiten in der Region zu suchen. Sie werden dabei von der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt unterstützt. «Wir haben bisher einige Standorte evaluiert, die nach unserer Sicht infrage kommen und suchen Gespräche mit Landeigentümern», sagt der Kappeler Gemeindepräsident und Unternehmer Kurt Bär.
Bahnverlad von Aushub ist für Terratop keine Alternative – auch aus Kostengründen.


