Die Arbeitswelt darf auch Spass machen
Ämtler Lernende haben ihre Berufe und Lehrfirmen in Bonstetten lustvoll präsentiert
«Dürfen wir einen Kaugummi?», fragt eine Gruppe von Schülerinnen. Die zwei Kaugummi-Automaten am gemeinsamen Stand der Jugendberatung Contact und der kirchlichen Fachstelle Kabel haben gleich beim Betreten der Halle die Blicke auf sich gezogen. «Nur wenn ihr mit dem Ball durch den Korb trefft», kommt die Antwort prompt. Die Aufgabe ist leicht und auch wer nicht getroffen hat, bekommt schliesslich einen Kaugummi, und das Eis ist gebrochen.
Selber etwas machen, statt nur zuschauen, das war mehr denn je Trumpf. Die Standbetreiber haben sich alle Mühe gegeben, ihre Lehrberufe und -betriebe ansprechend zu präsentieren. So bot die Leuthard AG Gelegenheit, am Kran-Simulator Feingefühl und Überblick zu beweisen. Ein Erfolgserlebnis mit Erinnerungswert lockte am Stand der AS Aufzüge: Hier konnten die Schüler ein Lift-Modell mit Handkurbel montieren und sich mit ihrem Werk ablichten lassen. Und auch die Holzberufe appellierten an den Ehrgeiz: Beim Nageln und Schrauben galt es ebenso, die Bestzeit zu unterbieten, wie an der Zweimannsäge. Die Garage Ruckstuhl lud dazu ein, ein Modellauto aus Blech zusammenzubauen und farbig zu spritzen.
Ziel: Arbeit, die Spass macht
Viel gelacht wurde beim gegenseitigen Essen Eingeben am gemeinsamen Stand des Spitals Affoltern, des Kinderspital-Rehazentrums sowie der Spitex. «Wir sind top» verkündeten die angehenden Fachfrauen Gesundheit (FaGe) dabei selbstbewusst auf ihren pinkfarbenen T-Shirts. Gina Vogel, KV-Lernende bei der Post, rührte kräftig die Werbetrommel für ihre Arbeitgeberin. So bekommen Lernende beim gelben Riesen nicht nur ein GA geschenkt, sondern haben erst noch sieben Wochen Ferien. Als grössten Vorteil nannte sie allerdings die Tatsache, dass sie während ihrer dreijährigen Lehre viermal den Arbeitsbereich wechselt – und damit auch den Arbeitsort und das Team.
Schon bei der letzten Durchführung vor zwei Jahren haben die Lernenden von Kolb in Hedingen mit ihrem Stand-Konzept überzeugt. Spannend, wie sie diesmal nicht nur Informationen streuten, sondern auch einholten: «Was wünscht du dir von deinem Arbeitsplatz?» und «Was sind No-Gos?», wollten sie von den Schülern wissen. Nein, nicht Kohle und Prestige wurden auf den Antwortzetteln zur ersten Frage favorisiert, sondern abwechslungsreiche Arbeit, die Spass macht sowie freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Dem standen auf der Negativ-Liste unter anderem Lärm, Mobbing und Zickereien gegenüber.
















