Die bewegte Geschichte des Üetlibergs

Die Aussicht, die sich auf dem Üetliberg bietet, wurde nicht immer nur genossen, sondern auch mehrfach militärisch genutzt. Durch Machtwechsel, Krieg, technologischen Fortschritt und Konjunktur veränderte sich auch dieNutzung des Üetlibergs. Ausstellung zum Jubiläum 40 Jahre Üetliberg-Verein im Hotel Restaurant Uto Kulm.

Die exponierte Lage machte den Üetliberg immer wieder zum Ziel für unterschiedliche Nutzungen. (Bild Salomon Schneider)
Die exponierte Lage machte den Üetliberg immer wieder zum Ziel für unterschiedliche Nutzungen. (Bild Salomon Schneider)

Zum 40-Jahre-Jubiläum des Üetliberg-Vereins erstellte der Vereinshistoriker Peter Keller eine Ausstellung über die verschiedenen Verwendungszwecke des Üetlibergs. Das erste moderne Bauwerk auf dem Üetliberg war eine militärische Einrichtung. Vor der Zeit von Internet, Telefon, Telegraf, Eisenbahn und befestigten Strassen dauerte es gut und gerne einen halben Tag, bis Nachrichten der Stadt Zürich in Untertanengebiete wie das Knonauer Amt gelangen konnten und umgekehrt. Während dies im zivilen Bereich meistens kein Problem war, mussten beispielsweise feindliche Truppenbewegungen an der Reuss möglichst schnell dem Kommando in Zürich gemeldet werden. Die Stadt Zürich baute deshalb im 17. und 18. Jahrhundert auf exponierten Anhöhen insgesamt 23 Hochwachten, die mit einem fast wetterunabhängigen Warnsystem ausgestattet waren. Eine davon stand auf dem Üetliberg.

Von der militärischen zur zivilen Nutzung

Da die hervorragende Rundumsicht sich nicht nur für militärische Zwecke eignete, kamen mit der Zeit auch immer mehr Zürcher an schönen Tagen auf den Üetliberg. 1812 wurde die Hochwacht unter der napoleonischen Herrschaft aufgegeben und im Häuschen eine Gastwirtschaft eingerichtet. Da sich der Üetliberg während der Restaurationszeit zu einem beliebten Treffpunkt für die Zürcher Oberschicht entwickelte, wurde 1840 ein als Restaurant konzipiertes Chalet im Berner Stil errichtet – es brannte 1878 nieder. 1873 wurde zudem die Üetlibergbahn eröffnet, welche Touristen die anstrengende Wanderung auf den Hausberg ersparte.

Segelflugkatapult anstatt Hotel

In der Folge wurden die Gebäude auf dem Üetliberg neu und ausgebaut. Während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges diente der Üetliberg kurzzeitig wieder militärischen Zwecken, als Fliegerbeobachtungsposten.

An diese Verwendung erinnern drei Briefmarken aus dem Zweiten Weltkrieg, die einen Soldaten hoch über dem Zürichsee zeigen. 1943 wurde das Hotel Üetliberg abgerissen und 1945 ein Katapult für Segelflugzeuge installiert, das jedoch nur ein Jahr lang genutzt wurde. In der Nachkriegszeit wurde wieder ein Hotel gebaut, welches nach zahlreichen Besitzerwechseln 1999 vom Unternehmer Giusep Fry gekauft wurde – der es bis heute führt.

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