Die Fasnachtsfans sind aufgewärmt

Nach 20 Monaten ohne Konfetti, Klamauk und Party waren die Entzugserscheinungen für die «Säuligugger» und die «Vollgashöckler» erheblich. Mit einer «Warm-Up-Party» in der Turn- halle Schachen in Hedingen verschafften sie sich und allen Fasnachtsfans Linderung.

Die «Säuligugger» (0ben) und die «Vollgashöckler» wärmten sich in Hedingen für die kommende Fasnachtssaison auf. (Bilder Jacky Böni und Karin Odermatt)
Die «Säuligugger» (0ben) und die «Vollgashöckler» wärmten sich in Hedingen für die kommende Fasnachtssaison auf. (Bilder Jacky Böni und Karin Odermatt)

«Was isch dänn da? Party?», fragte eine Frau in das Grüppchen, das abends durch das Schachen-Quartier spazierte. Aus den Fenstern der nahegelegenen Turnhalle blinkte es grün-rot-blau, die Band «Opus» na-na-na-na-nahte ihr «Life is Life» durch Boxen und Wände. Ja, es war Party, Hedingen wurde in der Nacht auf Sonntag wieder einmal sanft beschallt.

Organisiert wurde «das Fäschtli», wie der «Vollgashöckler» Marco Prevedoni es nannte, von den zwei Säuliämtler Guggenmusiken. Die beiden Vereine seien seit dem Shutdown im März 2020 de facto arbeitslos gewesen, «deshalb waren wir jetzt giggerig, wieder einmal etwas zu organisieren», sagte er während der Aufbauarbeiten am Nachmittag.

Im Sommer war die Idee aufgekommen, dass die beiden Guggenmusiken für einen gemeinsamen Anlass zusammenspannen könnten. Gesagt, getan: Innerhalb von zwei Monaten organisierten die Vereine eine Warm-Up-Party, die fünf Tage vor dem offiziellen Fasnachtsbeginn stattfinden sollte. Knapp 50 Personen standen am Samstagmorgen um 10 Uhr parat, um die Turnhalle Schachen in eine Festzone zu verwandeln. Basketballkörbe wurden zu Scheinwerferhaltern umfunktioniert, die Hallendecke wurde mit schwarzen Tüchern abgedeckt und im hinteren Bereich entstand eine 20 Meter lange Holzbar.

«Heute machen wir ein Fest im Kleinformat», sagte Marco Prevedoni. Im Vergleich zum Aufand, den die Vereine für ihre Fasnachtsbälle normalerweise betreiben, war die Aufwärm-Party organisatorisch eine kleinere Nummer. Kosten verursachte sie trotzdem, auf den ein oder anderen Gast war man angewiesen, um die Auslagen zu decken. Wie viele tatsächlich kommen würden, war ungewiss: Während manche das Nachtleben wegen steigender Fallzahlen eher meiden, verweigern sich andere der 3-G-Regel. Die «Säuligugger» und die «Vollgashöckler» spielten und feierten jedenfalls in einer verkleinerten Formation.

Friedlich-fröhliche Stimmung

«Wir haben bereits eine gute Zahl reingelassen», sagte Ruth Prevedoni gegen 21 Uhr. Sie stand mit dem Personenzähler am Eingang – bisher hatte sie knapp hundertmal geklickt. Drinnen verteilten sich die Gäste gut und taten das, was das Publikum in den ersten Partystunden meistens tut: Ein Getränk holen, an dem man sich festhalten kann und vorsichtig von einem Bein auf das andere wippen. Soll ja schliesslich nichts überschwappen.

Dann stand der erste Auftritt der Guggen auf dem Programm: Die Säuligugger machten den Auftakt. Neben den Vollgashöcklern, die um Mitternacht zum Tanz bliesen und trommelten, waren als dritte Gugge die Trubadix aus Wädenswil zu Gast. «Es war ein mega cooler Anlass», berichtete Ruth Prevedoni am Sonntagmittag. Bis 4 Uhr hatte die Party mit rund 260 Gästen gedauert, im Anschluss wurden die Aufräumarbeiten in Angriff genommen, sodass der Raum um 9 Uhr keine Partylocation, sondern wieder eine Turnhalle war. Und die Guggen bei einem Frühstück das taten, was sie genauso gerne tun wie Spielen: nochli höckle.

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