Die Hedinger Schulraumplanung im Detail

Hinsichtlich der Schulräume besteht in Hedingen die grösste Herausforderung darin, dass die Gemeinde über zwei getrennte Schulstandorte verfügt – auf dem Güpf und im Schachen. Insgesamt besuchen derzeit 451 Schülerinnen und Schüler die Schule. Die Schulanlagen sind jedoch auch für Eltern, Grosseltern und Angehörige der zahlreichen Dorfvereine wichtige dorfprägende Treffpunkte.

Steigende Nachfrage nach Betreuung

Im aktuellen Schuljahr werden drei Kindergärten, 12 Primar- und fünf Sekundarklassen geführt. Auf dem Güpf befinden sich ein Kindergarten, die 1. und 2. Klasse und die Oberstufe. Im Schachen sind ein weiterer Kindergarten, die 3. bis 6. Klassen sowie die ausserschulische Betreuung mit Hort und Mittagstisch untergebracht, die aktuell rund 90 Betreuungsplätze umfasst. «Für die Betreuung braucht es künftig mehr Plätze, obwohl die Schülerzahlen tendenziell eher sinken», erklärt Schulleiterin Mirjam Probst. So wird für die Schulraumentwicklung mit 100 Betreuungsplätzen gerechnet.

Unterschiedlicher Anlagen-Zustand

Im Schachen besteht aktuell kein akuter Sanierungsbedarf. Die dortige Infrastruktur entspricht weitgehend den Anforderungen. Anders präsentiert sich die Situation im Güpf. Die Turnhalle ist zu klein, vor allem für den schier unerschöpflichen Bewegungsdrang von Jugendlichen. Weiter besteht beim Sekundarschulhaus aus den 1950er-Jahren erheblicher Instandsetzungsbedarf bei Klassenzimmern, Fachräumen und dem Singsaal. Investitionen bei Fenstern, Storen und beim Wärmeschutz sind erforderlich.

Da die Gebäude knapp 80 Jahre alt sind, stellt sich zeitnah zudem die Frage nach einer Gesamtsanierung oder einem Ersatzneubau. Das Alte Schulhaus von 1918 steht unter Schutz als regional inventarisiertes Gebäude und kann daher nur sehr eingeschränkt verändert werden. Gleichzeitig existieren im Güpf kaum nennenswerte Ausbaureserven, während im Schachen ein gewisses Entwicklungspotenzial für öffentliche Bauten vorhanden ist. Insgesamt erfüllt das Raumangebot im Schachen die kantonalen Richtwerte, im Güpf werden diese hingegen knapp verfehlt.

Drei Varianten im Vergleich

Unter Berücksichtigung dieser Ausgangslage wurden gemeinsam mit dem auf die Entwicklung von Gemeindeimmobilien spezialisierten Architekten Cédric Perrenoud drei Optionen ausgearbeitet. Variante A sieht vor, alle Stufen im Schachen zu bündeln; ein Kindergarten bliebe im Güpf, um den Kindern im oberen Dorfteil einen möglichst kurzen Schulweg zu gewährleisten. Die Kosten betragen zirka 31 Millionen Franken.

Variante B sieht – ähnlich wie heute – einen Kindergarten sowie die 1. und 2. Primarklasse im Güpf vor, während die übrigen Klassen – inklusive Sekundarstufe – im Schachen unterrichtet würden. Kostenpunkt: knapp 23 Millionen Franken.

Die Variante C würde die Sekundarstufe und einen Kindergarten im Güpf verorten, 1. bis 6. Klasse sowie einen weiteren Kindergarten im Schachen. Investitionsrahmen: rund 26 Millionen.

Wichtig ist: Auch die Beibehaltung der heutigen Struktur würde aufgrund des gegenwärtigen Instandsetzungsbedarfs rund 23 Millionen Franken kosten.

Nach der Evaluation anlässlich des erwähnten Partizipationsworkshops fiel die Wahl auf Variante A. Vorteile wie die vereinfachte, stufenübergreifende Zusammenarbeit an einem Standort, Synergien im Gebäudeunterhalt sowie bessere Bedingungen für die Weiterentwicklung der Tagesstrukturen gaben den Ausschlag.

Schrittweise Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt in zwei Etappen: Bis Ende 2031 sind Investitionen von rund 13 Millionen Franken für den Ausbau der Tagesstrukturen sowie den Bau einer Mehrfachturnhalle vorgesehen. In einer zweiten Etappe bis Ende 2037 folgen weitere rund 18 Millionen Franken für den Ausbau der Sekundarschule sowie zusätzliche Kapazitäten in Primarstufe und Betreuung. Für die aktuell eher angespannte Situation im Güpf sind kurzfristige Überbrückungsmassnahmen eingeplant oder bereits umgesetzt, darunter Sanierungen an den bestehenden Schulhäusern. Für die einzelnen Projektteile sind separate Kreditgenehmigungen bereits erfolgt oder sind noch erforderlich, die grossen Investitionen werden der Stimmbevölkerung an der Urne vorgelegt. Das präsentierte Entwicklungskonzept basiert in erster Linie auf dem aktuellen Grundbedarf, berücksichtigt jedoch auch eine mögliche Erweiterung bei steigenden Schülerzahlen. Dies würde allerdings eine deutliche Abweichung von den Prognosen voraussetzen. Schulleiterin Mirjam Probst ordnet ein: «Stand heute bräuchte ich ungefähr 16 zusätzliche Kinder im Kindergarten, um wieder einen vierten Kindergarten eröffnen zu können.»

Verkehr und Schulwege im Fokus

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch einige Fragen aus dem Publikum. Mitunter wurde angeregt – ähnlich wie bei der Zentrumsplanung –, unbedingt die künftigen Verkehrsströme im Blick zu behalten, da sich mit der Neugestaltung der Schule auch die Schulwege vieler Kinder verändern werden. «Für uns hat die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler oberste Priorität», unterstreicht die Schulpräsidentin Esther Nievergelt. Die künftige Konzentration der Schulinfrastruktur im Schachen dürfte die Situation verbessern, weil für die jüngsten Kinder der Weg vom Güpf in den Schachen zum Mittagstisch entfällt.

 

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