Die neue Brunnenstube kam per Heli

Die fünf Munimatten-Quellen in Affoltern liefern bis zu 100 Liter Wasser pro Minute. Wenn viel Wasser kam, war es allerdings dreckig. Diesen unbefriedigenden Zustand hat die Wasserversorgungs-Genossenschaft Affoltern mit einer neuen Brunnenstube behoben. Ein Helikopter brachte die vorfabrizierte Kabine in Position.

Robuster als er aussieht: Der Kaman K-Max K-1200 kann mehr als sein eigenes Gewicht heben.

Robuster als er aussieht: Der Kaman K-Max K-1200 kann mehr als sein eigenes Gewicht heben.

Die neue Brunnenstube ist vor Ort. Zuletzt wird nur noch die Tür zu sehen sein. (Bilder Thomas Stöckli)

Die neue Brunnenstube ist vor Ort. Zuletzt wird nur noch die Tür zu sehen sein. (Bilder Thomas Stöckli)

36 Quellen decken in Affoltern mehr als die Hälfte des Wasserbedarfs ab. Fünf davon sind im Gebiet Munimatten, zwischen Lilienberg und Bisliker Weiher. Gut 100 m Wasser pro Tag liefern sie im Durchschnitt, das sind 70 Liter pro Minute. In Spitzenzeiten können es allerdings auch bis zu 100 Liter pro Minute sein.

Gerade in diesen Spitzenzeiten sprudelte dieses Wasser allerdings nicht in der gewünschten Qualität in die Brunnenstube. Aus einer Zuleitung führte es Schlamm mit, aus einer anderen Kalk. Die Ursache blieb lange unbekannt. Beim Neubau der Brunnenstube in den 80er-Jahren waren die Anschlüsse rechtwinklig verlegt worden, der Blick in die Zuleitungen blieb somit verwehrt.

So hat die Wasserversorgungs-Genossenschaft Affoltern (WVA) beschlossen, die Brunnenstube an ihrem ursprünglichen Ort neu zu erstellen. Den Zuschlag erhielt eine vorfabrizierte Kunststoff-Kabine – wobei die wasserführenden Teile aus Chromstahl gefertigt sind – von der RC Tec AG in Affoltern. «Das ist ein Hightech-Produkt», betont deren Chef Reto Camenisch und er verspricht eine Lebensdauer von 50 Jahren. Mit den Tiefbauarbeiten wurde die Häberling Bau GmbH beauftragt.

Geringer Niveauunterschied

Beim Rückbau der bestehenden Brunnenstube zeigte sich, dass die Zuleitungen in den 1980ern zum Teil gegen das Gefälle gebaut worden waren. Entsprechend lagerten sich Schlamm und Kalk am tiefsten Punkt ab und wurden erst bei starker Strömung herausgeschwemmt. Der geringe Niveau-Unterschied zwischen Zuleitungen und Abfluss stellte denn auch bei der Planung der neuen Brunnenstube eine Herausforderung dar: «Die Höhe muss zentimetergenau stimmen», so Ueli Hug, Betriebsleiter der WVA.

Angesichts des schwer zugänglichen Geländes und im Sinne des Naturschutzes wurde die Brunnenstube per Helikopter an ihren Bestimmungsort transportiert. Zu diesem Spektakel fanden sich am vergangenen Montag einige Schaulustige auf dem Gelände ein. Lang währte deren Freude allerdings nicht. Der Lastenhelikopter flog gegen Mittag von Südosten her an, hob die an einem Feldweg bereitstehende Kabine mit seinen beiden gegenläufigen Hauptrotoren scheinbar mühelos an und setzte sie kaum eine Minute später an ihrem Bestimmungsort ab, um schon kurz darauf wieder zu entschweben.

Bis die Vegetation loslegt, sollen auch die Erdarbeiten auf der Munimatt abgeschlossen sein. Von der neuen Brunnenstube sieht man dann nur noch die Tür. Nicht nur in die Fassung der Munimatten-Quellen investiert die WVA aktuell: Die sanfte Sanierung der Quelle Jonentobel sei fast abgeschlossen, verriet Ueli Hug.

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