Die S-Bahn gehört zu den sichersten Verkehrsmitteln
Das schreckliche Zugunglück in Oberbayern beschäftigt auch die grosse Anzahl Pendler, die täglich die zwei S-Bahnlinien im Säuliamt benützen. Die Besorgnis ist jedoch unbegründet.

Die beiden S-Bahn-Linien im Säuliamt, die S14 und die S5, befördern laut ZVV täglich rund 20000 Passagiere. Kein Wunder, dass unter den Pendlern das Zugunglück in Oberbayern ein ernstes Gesprächsthema war und sogar bei einigen Pendlern diffuse Ängste auslöste. Obwohl auch Tage nach dem Unglück die Unfallursache noch unklar ist, sehen Eisenbahningenieure mutmasslich menschliches Versagen als Auslöser des Unfalls.
Die Frage, ob eine derartige Katastrophe auch auf dem S-Bahn-Netz im Kanton Zürich möglich ist, beantwortet Florence Pictet, Pressesprecherin des Bundesamtes für Verkehr (BAV), mit einer umfangreichen Mail. Sie nennt darin das klassische und erprobte Signalsystem der Schweiz (Signum), welches mit einer Zugsbeeinflussung beim Überfahren eines Rotlichts den Zug bremst. An Standorten mit erhöhtem Risikopotenzial werden diese Massnahmen mit dem Geschwindigkeitsüberwachungssystem ergänzt. Die Zugbeeinflussung 121, kurz ZUB 121 oder nur ZUB, ist ein auf dem normalspurigen schweizerischen Eisenbahnnetz eingesetztes punktförmiges Zugbeeinflussungssystem, wobei einzelne Abschnitte auch linienförmig überwacht werden können.
Eine weitere Sicherheitsstufe ist das Europäische Zugsicherungssystem Etcs, welches die fahrzeugseitige Mehrfachausrüstung mit Zugbeeinflussungseinrichtungen vermeidet und den grenzüberschreitenden Verkehr von Zügen vereinfacht.
Ausgeklügelte Sicherheitssysteme
In einem zweiten Schritt wird die Sicherheit mit der Einführung von Etcs Level 2 weiter verbessert, da mit diesem System die gefahrene Geschwindigkeit ständig und überall überwacht wird und ein Zug rechtzeitig beeinflusst werden kann. Mit diesen Sicherheitssystemen kann eine Frontalkollision zweier Züge ausgeschlossen werden. Diese Angaben sind hier allerdings sehr stark zusammengefasst und technisch sehr vereinfacht beschrieben. Eine ausführliche, technische Erklärung der komplizierten computergesteuerten und ausgeklügelten Verfahren, würde hier den Rahmen für Laien völlig sprengen. Das BAV hält aber auch fest, dass ein Unfall leider nie ganz ausgeschlossen werden kann. Die Sicherheit der Schiene in der Schweiz sei auf einem sehr hohen Niveau und der Bahnverkehr im Vergleich zu anderen Verkehrsarten sehr sicher. Das Medienarchiv der SBB listet denn auch im Jahr 2015 mit drei Entgleisungen und einer Streifkollision lediglich vier kleinere Unfälle ohne Personenschaden auf.
Für die Pendler bedeuten diese Ausführungen seitens der für die Sicherheit verantwortlichen Stelle der SBB, dass Bedenken oder gar Angst über die Sicherheit des Zugfahrens absolut fehl am Platz ist. Mit der S5 oder S14 fahren die Pendler im Säuliamt und mit der SBB natürlich in der ganzen Schweiz nicht nur komfortabel und pünktlich, sondern auch sehr sicher.


