«Drei Generationen arbeiteten im Stollen»
Das 1947 geschlossene und verschlossene Kohlebergwerk Riedhof im Aeugstertal ist ein lebendiges Stück Schweizer Industriegeschichte. Dank des Vereins Bergwerk Riedhof bieten das Bergwerk sowie das Museum, spannende Einblicke in ein fast vergessenes Stück Geschichte.
2002 wurde der Verein Bergwerk Riedhof von zahlreichen Geschichts-, Bergbau- und Geologiebegeisterten gegründet. Rainer Kündig, der Geschäftsführer der Schweizerischen Geotechnischen Kommission, ist Gründungspräsident des Vereins: «Der Gründung voraus ging die Entdeckung eines Fuchsloches, hinter dem ein Seiteneingang zum Stollen gefunden wurde und eine Wechselausstellung im Affoltemer Dorfmuseum.» Dank einer Anschubfinanzierung durch die Gemeinde Aeugst und unzählige Stunden Freiwilligenarbeit konnte in der Zivilschutzanlage des Götschihofs, im Aeugstertal, direkt unterhalb des Kohlebergwerks das Riedhof-Museum aufgebaut werden.
Anderthalb Jahre für 20 Meter Stollen
2009 kam die Idee auf, den ehemaligen Zugangsstollen wieder freizuräumen, der 1947, nach Schliessung des Bergwerks, gesprengt worden war. «Mit Lawinensuchgeräten haben wir die richtige Stelle ausgemacht und angefangen zu graben – von Hand. Nach alter Stollenbautradition haben wir immer einen Meter gegraben und dann abgestützt. Mit meinem Vater und meinem Sohn arbeiteten manchmal drei Generationen unserer Familie gemeinsam an der Freilegung des Stollens», erklärt Rainer Kündig. Es brauchte anderthalb Jahre, um den Stollen freizulegen. Heute sind wieder Schienen zum Zugang des Bergwerks verlegt und der Boden ist mit Schotter ausgekoffert. Rainer Kündig: «Auf Anfrage machen wir auch Kriechführungen, bis in die hinteren Regionen des Stollens. Zudem können im Radon-Stübli private und geschäftliche Anlässe durchgeführt werden.»
Infos und Öffnungszeiten www.bergwerk-riedhof.ch.






