Drei klare Ja im Eiltempo

Doch es kündigte sich Widerstand gegen die Schulraumplanung an

Sellenbürer Dorfzentrum mit «ortsbaulich wichtigen Gebäuden» (Kernzonenplan): Sowohl der leicht revidierte Kernzonenplan Sellenbüren als auch der Kernzonenplan Stallikon wurden an der Gemeindeversammlung mit grossem Mehr gutgeheissen. (Bild Daniel Vaia)

Sellenbürer Dorfzentrum mit «ortsbaulich wichtigen Gebäuden» (Kernzonenplan): Sowohl der leicht revidierte Kernzonenplan Sellenbüren als auch der Kernzonenplan Stallikon wurden an der Gemeindeversammlung mit grossem Mehr gutgeheissen. (Bild Daniel Vaia)

Gerade mal 20 Minuten benötigten die 71 anwesenden Stalliker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Mittwoch an ihrer Gemeindeversammlung für die Teilrevision Nutzungsplanung (BZO). Am Ende resultierten drei klare Ja. Mit 59 Ja gegen 5 Nein wurde die Harmonisierung der Baubegriffe gutgeheissen, mit 52 Ja gegen 13 Nein der Kernzonenplan Stallikon und mit 52 gegen 15 Nein der Kernzonenplan Sellenbüren. Fragen oder Änderungsanträge waren zuvor aus der Versammlung heraus nicht gestellt worden.

Gemeindepräsident Reto Bernhard hatte bei der Präsentation der Vorlage eingeräumt, dass es sich um eine «höchst komplexe, heavy Materie» handelt. Wie in allen anderen Gemeinden, die sich mit dieser Materie befassen müssen, resultierte auch in Stallikon eine dicke Abstimmungsvorlage. Sie umfasste nicht weniger als 44 Seiten, dazu 112 Seiten mit grafischen Darstellungen.

Die am Mittwoch gutgeheissene Harmonisierung der Baubegriffe erlaubt in bestimmten Fällen eine etwas grosszügigere Nutzung der Bauflächen. So dürfen Gebäude aufgrund der geänderten Messweise zukünftig 30 bis 40 Zentimeter höher werden (siehe auch «Anzeiger» vom 27. März 2026: «Spielraum für verdichtetes Bauen»). Bei der Teilrevision der beiden Kernzonenpläne ging es um Anpassungen, die vier Liegenschaften und eine Parzelle betreffen.

Widerstand gegen Schulraumplanung

Für eine Überraschung sorgte unter dem Traktandum Verschiedenes Ruedi Fischer, Gründungsmitglied des Tennisclubs Stallikon und Präsident des Männerturnvereins. Fischer kündigte eine Online-Petition zur laufenden Schulraumplanung Pünten an. Er zweifle nicht an der Notwendigkeit von neuen Schulzimmern und einer neuen Mehrzweckhalle, erklärte Fischer. Angesichts der «explodierenden Kosten» fordere er aber eine Alternative. Laut Fischer war ursprünglich von Baukosten von 17 Millionen Franken die Rede gewesen, jetzt seien es 23 Millionen. Fischer: «Das ist eine Nummer zu gross.»

Mit der vor Kurzem auf der Internetseite civic.ch aufgeschalteten Petition möchte Fischer den Gemeinderat dazu bringen, neben dem jetzigen Projekt auch Offerten für einen günstigeren Modulbau einzuholen. Parallel soll die für Herbst geplante Urnenabstimmung über den Baukredit verschoben werden. Fischer regte an, das Stimmvolk darüber entscheiden zu lassen, welche Variante es bevorzugt.

Gemeindepräsident Bernhard erklärte dazu, dass man die Petitionäre «sehr ernst» nehme und mit ihnen auch schon Gespräche geführt habe. Man habe die erwähnte Modulbauweise im Rahmen der Schulraumplanung bereits diskutiert, sei aber zur Überzeugung gekommen, dass die Kosten «nur kurzfristig tiefer» seien als bei herkömmlicher Bauweise.

Bernhard erinnerte daran, dass der Projektierungskredit von 2.4 Millionen Franken im Juni 2024 an der Urne von 64,5 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger gutgeheissen wurde. Würde man zum jetzigen Zeitpunkt zur Modulbauweise wechseln, müsste man mit der Planung nahezu von vorn beginnen. Neben zusätzlichen Projektierungskosten müsste mit einer zeitlichen Verzögerung von zweieinhalb bis drei Jahren gerechnet werden.

Wie viel der geplante neue Schulraum, die Mehrzweckhalle und der Generationenplatz «Pünten» tatsächlich kosten dürften, will der Gemeinderat spätestens Ende Juli, Anfang August bekannt gegeben. Die Projektierung sei derzeit bereits weit fortgeschritten, aber noch nicht ganz abgeschlossen, so Bernhard. Vor zwei Jahren, anlässlich der Urnenabstimmung über den Projektierungskredit, hatte die Gemeinde von geschätzten Gesamtinvestitionen von 17 Millionen Franken gesprochen, mit einer Kostengenauigkeit «von plus/minus 30 Prozent». Andere Zahlen hat die Gemeinde bisher offiziell nicht genannt.

Die Details zum Schulraumprojekt will der Gemeinderat anlässlich einer Informationsveranstaltung am 26. August erläutern – und dann auch Fragen aus der Bevölkerung beantworten. Die Urnenabstimmung über den Baukredit ist am 27. September vorgesehen.

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