Ein Fall für die Müllraufbringer

Die 17-jährige Nina Mattig aus Obfelden ist passionierte Taucherin. Im Rahmen ihrer Maturarbeit verknüpfte sie ihre Leidenschaft mit einem Dienst an der Natur – und organisierte eine Reinigung des Türlersees. Am vergangenen Samstag fischten Taucher 588 Kilogramm Abfall aus dem See.

Gold kam leider keins zum Vorschein – aber ein Goldwaschsieb fanden die Freiwilligen auf dem Grund. <em>(Bild Mohammed Shahin)</em>
Gold kam leider keins zum Vorschein – aber ein Goldwaschsieb fanden die Freiwilligen auf dem Grund. <em>(Bild Mohammed Shahin)</em>

Es soll ja Haushalte geben, da wird man sich niemals einig, wer den Müll runterbringt. Ständiges Gezanke. Bei öffentlichen Gewässern stellt sich diese Frage immer öfter andersrum: Wer bringt ihn wieder hoch? Denn runter, auf den Grund von Seen, Weihern oder Flüssen, gelangen die Flaschen, Bierdeckel, Zigaretten oder Dosen oftmals fast von selbst. Vor allem die Uferzonen sind als Verweilorte beliebt, Und manches, was die Menschen zum Grillieren, Spazieren, zum Plantschen oder Spörteln mitbringen, landet irgendwann – mit oder ohne Absicht – im Wasser.

Weil der Müll oft schon seit längerer Zeit im Gewässer schwimmt, enthält er teilweise giftige Substanzen, die in der heutigen Plastikproduktion teilweise nicht mehr erlaubt sind. Durch UV-Strahlen und Reibung zerlegt sich der Abfall in immer kleinere Teilchen. Die Giftstoffe waschen sich aus, verschmutzen das Wasser und landen über Fisch und Co. schliesslich auf unseren Tellern. Die chemische Verschmutzung ist jedoch nur ein Teil des Problems. Vor allem in der Tierwelt kann der Abfall grossen Schaden anrichten: Er verwüstet den natürlichen Lebensraum der Tiere, und nicht selten verwechseln diese den Müll mit Nahrung, fressen ihn und verenden daran.

Auch im Türlersee fanden in der Vergangenheit schon Reinigungen statt. Allerdings liegt die letzte Aktion mehr als 15 Jahre zurück. Deshalb dachte sich Nina Mattig, dass es wieder einmal Zeit wäre, den See von Fremdstoffen zu befreien. Die 17-jährige Obfelderin besucht die Kantonsschule Limmattal und war auf der Suche nach einem Thema für ihre Maturarbeit. Weil sie in ihrer Freizeit gerne taucht, wollte sie ihre Leidenschaft in ihr Projekt einbinden und der Natur etwas Gutes tun. Ein Jahr lang hat sie die Reinigungsaktion geplant und vorbereitet, die behördlichen Bewilligungen eingeholt und für ihre Aktion geworben, um möglichst viele Freiwillige zu mobilisieren. Am 29. Juni war es so weit: 26 Taucherinnen und Taucher suchten den Seegrund ab. Und stiessen teils auf seltsame Funde.

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