Ein geteiltes ist mehr als ein halbes Haustier

«Share Economy» auch im Säuliamt auf dem Vormarsch

Mit den Kindern auf dem Kitihof hat die Hündin Tala zahlreiche Spielgefährten. (Bild Salomon Schneider)
Mit den Kindern auf dem Kitihof hat die Hündin Tala zahlreiche Spielgefährten. (Bild Salomon Schneider)

Gerade in Dorf- und Familiengemeinschaften gehörte Teilen bis weit ins 20. Jahrhundert zum Alltag. Der Dorfbrunnen wurde für die Wäsche geteilt, die Pferde für Arbeiten auf dem Feld und für die Waldarbeit wurden Holzkorporationen gegründet. Mit dem Wirtschaftswunder der 50er-Jahre ging das Teilen verloren. Für sich Besitzen wurde zum Statussymbol: Der Individualismus setzte sich in der Breite der Bevölkerung durch. Bis zur Jahrtausendwende war dieses Konzept auf dem Vormarsch. Seit das Wirtschaftswachstum viel mehr qualitativ als quantitativ geworden ist, sind auch wieder neue ökonomische und gesellschaftliche Grundkonzepte auf dem Vormarsch.

Mehrere Personen teilen sich ein Haustier

Die «Share Economy» oder auf Deutsch der Kollaborative Konsum (Kokonsum) geht davon aus, dass alle profitieren, wenn nicht knappe Güter geteilt werden. Die Genossenschaft Mobility Carsharing war 1997 eines der ersten Unternehmen, das bis heute erfolgreich nach dem Kokonsum-Prinzip agiert. Auch kuhteilen.ch setzt bereits auf nachhaltigen Kokonsum, indem ein Tier erst geschlachtet wird, wenn es komplett verkauft ist. In Kleininseraten ist auch das aus den USA kommende Dogsharing oder Hundeteilen bereits ein Begriff. Das Konzept sieht vor, dass mehrere Personen sich gemeinsam ein Haustier teilen.

«Ich bin mit Hunden aufgewachsen und wollte mir wieder einen Hund zutun. Leider kann ich mich aus beruflichen Gründen nicht alleine tiergerecht um einen Hund kümmern. Ich habe deshalb nach Dogsitting gesucht und bin auf Dogsharing gestossen», erklärt Sonja Kaiser, wie sie zum Hundeteilen gekommen ist. Sie habe im «Anzeiger» zwei Inserate gemacht und «überwältigende 40 Rückmeldungen erhalten.» Schlussendlich habe sie sich für eine Familie in Aeugst entschieden, mit der sie ihren Hund Tala teilt.

Haushunde sind personengebunden

Im Vergleich zu Hauskatzen, die typische Verhaltensweisen von Reviertieren an den Tag legen, sind Haushunde viel stärker personenbezogen. Dies äussert sich beispielsweise in intensiven Zuneigungsbekundungen, wenn Haushunde einen vertrauten Menschen nach längerer Abwesenheit – mindestens einige Stunden – wiedersehen. Hauskatzen beispielsweise warten auch auf ihre Besitzer, machen dies jedoch mit Vorliebe in der Nähe des Futternapfs.

Durch die starke Bindung an Menschen ist das Halten von Hunden sehr zeitaufwändig, wenn auch dankbar. Hunde können – wie dies bei Familienhunden seit Jahrhunderten beobachtet werden kann – tiefe Bindungen zu mehreren Personen aufbauen. Da Haushunde personen- und nicht ortsgebunden sind, können ihre Bezugspersonen auch an verschiedenen Orten leben. Haushunde eignen sich deshalb hervorragend für Hundeteilen.

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