Ein Kandidat und fünf Kandidatinnen für den Schulzweckverband

Grosse Herausforderungen im Bildungsbereich und viel Engagement bei der Lösung – Fortsetzung von «Auch beim Schulzweckverband wird am 8. März gewählt»

Cathrin Füglister.

Cathrin Füglister.

Sandra Leuteritz.

Sandra Leuteritz.

Gabriela Nüesch.

Gabriela Nüesch.

Claudia Frick.

Claudia Frick.

Adriano Caruso.

Adriano Caruso.

Francesca Brignoli Lutz. (Bilder zvg)

Francesca Brignoli Lutz. (Bilder zvg)

Wie in den anderen Behörden, die am 8. März mit neuen Entscheidungsträgern ausgestattet werden, setzen sich auch beim Schulzweckverband engagierte Personen für das Wohl der Allgemeinheit ein.

Drei Fragen an die Kandidierenden

Der «Anzeiger» wollte von den Kandidierenden wissen, was sie zur Wahl sagen möchten, und hat ihnen drei Fragen geschickt. Die erste Frage lautete: Der Schulzweckverband kümmert sich um alle schulischen Belange, die nicht von der Regelschule abgedeckt werden. Weshalb sind Ihnen diese Belange wichtig? Bei der zweiten Frage sollten die Kandidierenden erzählen, warum sie für dieses Behördenamt geeignet sind, angesichts der immer komplexer werdenden Anforderungen an die Behörde. Die dritte Frage lautete: Behördenämter brauchen zeitliche Ressourcen. Wie viel Zeit können Sie in das Amt in der Verbandsschulpflege investieren?

Francesca Brignoli Lutz

Die Präsidentin Francesca Brignoli Lutz schreibt dazu, diese Aufgaben seien ihr wichtig: «Da professionelle Beratung, geeignete Abklärungen und Therapien die Belastung reduzieren und schulische Wege stabilisieren, sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Eltern und Schulen. Als Mutter von vier erwachsenen Söhnen ist mir dieses Thema auch persönlich wichtig. Der Schulzweckverband entlastet die Schulen und gibt Familien Orientierung, getragen von Zusammenarbeit, gegenseitigem Respekt und Wertschätzung.» Sie macht geltend, dass sie mehrjährige Behördenerfahrung als Schulpräsidentin mitbringe und seit vielen Jahren in der Schulleitung tätig ist: «Ich weiss, worauf es bei strategischen Entscheiden, guter Zusammenarbeit und solider Finanzierung im Bildungsbereich ankommt. Zudem kenne ich den Schulhausbau aus der Praxis und kann komplexe Vorhaben von der Planung bis zur Umsetzung verlässlich führen. Seit vier Jahren engagiere ich mich im Schulzweckverband, kenne die Dossiers aus erster Hand und arbeite lösungsorientiert, transparent und wertschätzend, damit Entscheide nachvollziehbar sind und tragfähige Lösungen konsequent umgesetzt werden.» Weiter schreibt sie: «Ich habe mir ab Februar 2026 bewusst zeitliche Ressourcen geschaffen, um die Aufgaben flexibel und zuverlässig wahrnehmen zu können. Je nach anstehenden Themen investiere ich die nötige Zeit für Sitzungen, Vorbereitung und Dossierarbeit, in intensiven Projektphasen entsprechend mehr. Mir ist wichtig, dass die Arbeit nicht bei den Sitzungen endet, sondern dazwischen sorgfältig vorbereitet und verlässlich weitergeführt wird.»

Adriano Caruso

«Jedes Kind verdient die Chance auf eine gute Zukunft. Dazu gehört es, dass es sich nach seinen Bedürfnissen entwickeln kann. Als Vater und durch meine Erfahrung als Lichtberater von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen weiss ich, wie viel richtige Rahmenbedingungen bewirken können: Wenn ein Kind Mühe hat, sich zu orientieren, sich zu konzentrieren oder überhaupt Zugang zum Lernen zu finden, dann liegt das sehr oft nicht am Kind selbst, sondern an seinem Umfeld», schreibt Adriano Caruso. Er sehe oft, wie stark scheinbar kleine Anpassungen – Licht, Struktur, Hilfsmittel – die Selbstwirksamkeit eines Menschen verändern könnten. Diese Perspektive prägt seine Motivation. «Genau dieses Denken möchte ich in den Schulzweckverband einbringen: genau hinschauen, zuhören, und Lösungen ermöglichen, die funktionieren. Damit für jedes Kind in unserer Region die passende Unterstützung bereitgestellt werden kann.» Caruso verbindet eine fundierte technische Ausbildung mit unternehmerischem Denken. In seinem Berufsalltag sei er es gewohnt, komplexe Herausforderungen logisch zu analysieren und funktionierende Lösungen umzusetzen. «Mein über 15-jähriges Engagement bei der Feuerwehr, sowohl im aktiven Dienst als auch in der strategischen Vorstandsarbeit, hat mir zudem gezeigt, wie wichtig Teamarbeit ist und wie viel Freude der Einsatz für die Gesellschaft macht. Behördenarbeit bedeutet für mich dabei nicht Verwaltung um der Verwaltung willen, sondern gemeinsames Gestalten mit klaren Rollen und gegenseitigem Respekt.» Er verfüge über ein gutes Zeitmanagement und die nötige Flexibilität für dieses Behördenamt. Und: «Ich stehe zu meinem Wort und pflege eine verbindliche Arbeitsweise.»

Claudia Frick

«Seit Jahren engagiere ich mich in meinem Beruf, aber auch im Privaten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Als Berufsschullehrerin der Gastronomie bilde ich seit über zwölf Jahren Jugendliche und junge Erwachsene aus, vom praktischen bis zum allgemeinbildenden Unterricht. Gute Bildung für alle ist unabdingbar, geeignete Rahmenbedingungen sind dafür Voraussetzung, und die Frühdiagnostik ist ein ganz wichtiger Bestandteil», schreibt Claudia Frick. Weiter heisst es: «Ich bringe eine gute Mischung mit: Führung eines eigenen Unternehmens in der Gastronomie (Selbstständigkeit, Organisation, Planung, Weitsicht und Wirtschaftlichkeit) und langjährige Tätigkeit in der Bildung in verschiedenen Bereichen. Sie verfüge sowohl über wirtschaftliches Denken als auch über Fachwissen rund um Bildung und Förderbedarf. Und: Meine Arbeit erlaubt es mir, auch tagsüber Zeit und Energie für mir wichtige Projekte aufbringen zu können, somit habe ich die Ressourcen, diese Behördentätigkeit engagiert und professionell auszuführen. Ich würde mich freuen, meine Erfahrungen, Stärken und Kompetenzen in die Behörde einzubringen, und damit die hervorragende Arbeit der Bisherigen Francesca Brignoli Lutz und Gabriela Nüesch unterstützen zu dürfen.»

Cathrin Füglister

«Jedes Kind soll die bestmögliche Unterstützung erhalten, die es je nach eigenen Ressourcen und Bedürfnissen benötigt. Die Regelschule ist dabei auf die Unterstützung durch sonderpädagogische Massnahmen angewiesen. Aus meinen Erfahrungen im Berufsalltag als Schulassistenz und auch durch meine Erfahrung als Mutter neurodivergenter Kinder weiss ich, wie wichtig und fördernd das Angebot des SZV ist, und setze mich für dessen Erhalt und bedarfsgerechten Ausbau ein.»

Das Zürcher Schulsystem kennt sie von allen Seiten, zum einen als Mutter von sechs Kindern, die sie seit 2010 durch ihre Schulzeit begleitet. «Des Weiteren war ich vier Jahre als Finanzvorsteherin in der Schulpflege der Sek Mättmi tätig. Die Behördenarbeit ist mir vertraut. Seit 2021 stehe ich als Schulassistenz im Klassenzimmer und erlebe den praktischen Schulalltag aus pädagogischer Sicht. Und zu guter Letzt engagiere ich mich seit letztem August im Elternrat der Sek Mättmi. Empathie, Organisationstalent und die Fähigkeit, vernetzt zu denken, sind, wie in meinem Alltag, in einem Behördenamt sicherlich ebenso von Vorteil.» Als Angestellte arbeitet sie etwa 25 bis 30 Stellenprozente: «Die restliche Zeit, inklusive der Schulferien, kann ich mir flexibel einteilen. Ich kann in diese Arbeit so viel Zeit investieren, wie es braucht, um dieses Amt mit Engagement und Begeisterung zu erfüllen.»

Sandra Leuteritz

Sandra Leuteritz engagiert sich, weil «es hier um Kinder und Jugendliche geht, die mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit brauchen». Gerade in sensiblen Lebensphasen entscheide eine gute Begleitung darüber, ob sie Stabilität und Vertrauen entwickeln können. «Mir ist wichtig, dass jedes Kind gesehen und keine Familie mit ihren Herausforderungen allein gelassen wird und dass die Angebote des Schulzweckverbandes verlässlich und qualitativ hochstehend sind.» Sie schreibt, sie bringe Weitsicht, Organisationsverständnis und Freude an vernetzter Zusammenarbeit mit: «Mich motiviert es, gemeinsam mit Fachpersonen und Behörden neue Wege zu denken – etwa bei der Weiterentwicklung von Sonderschulangeboten im Bezirk. Veränderungen sehe ich als Chance, Zukunft bewusst zu gestalten. Ich arbeite strukturiert und lösungsorientiert mit Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrung. Genau diese Kombination möchte ich in die Verbandsschulpflege einbringen.» Dafür sei sie bereit, sich den nötigen zeitlichen Raum zu schaffen, um dieses Amt verantwortungsvoll auszuüben. «Mir ist wichtig, zuverlässig präsent zu sein und meine Aufgaben gut vorbereitet und mit Begeisterung wahrzunehmen. In arbeitsintensiveren Phasen bin ich flexibel und bereit, zusätzliche Zeit zu investieren.»

Gabriela Nüesch

«Mir ist es wichtig, dass alle Kinder unabhängig von ihren persönlichen oder familiären Voraussetzungen gleiche Chancen auf Bildung haben. Im Schulzweckverband trage ich seit acht Jahren dazu bei, diese Chancengleichheit zu fördern und die Qualität der Schulen langfristig zu sichern», schreibt Gabriela Nüesch. Weiter schreibt sie: «Ich arbeite strukturiert, lösungsorientiert und bin eine verantwortungsbewusste Persönlichkeit. Mir ist bewusst, dass der Bildungsbereich immer komplexer wird und Entscheidungen gut durchdacht, transparent und rechtssicher getroffen werden müssen. Seit ich in der Verbandsschulpflege des Schulzweckverbands tätig bin, nehme ich an den Sitzungen teil und bereite mich sorgfältig auf diese vor. In meinen Ressorts – Psychomotorik und Heilpädagogische Schule – führe ich befähigend und bin in alle strategischen Entscheidungen involviert.»

Zum Schluss noch einmal Brignoli

Von der Präsidentin wollte der «Anzeiger» schliesslich noch wissen, ob sie sich gut in ihr Amt eingefunden hat, was sie bejaht (im Juni 2025 hatte sie das Präsidium des Schulzweckverbands von Anand Weber übernommen): «Ich engagiere mich gerne als Präsidentin des SZV. Im Präsidium kann ich meine Stärken einbringen: gemeinsam Strategien entwickeln, Ziele klären und daraus breit abgestützte Entscheidungen ableiten, die konsequent umgesetzt werden. Ich arbeite gerne im Team und übernehme Verantwortung, mit klarem Blick für das Ganze und für das Machbare. Wenn mir das Vertrauen erneut ausgesprochen wird, freue ich mich, das Präsidium weiterzuführen.»

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