Ein Weltstar, der bis heute mit Vorurteilen kämpft
Marla Glen zu Stereotypisierung und Schubladisierung
Marla Glen ist in Chicago, in den USA, geboren und aufgewachsen. Schon seit früher Kindheit war sie zahlreichen Vorurteilen ausgesetzt. «Für mich ist es kompliziert und anstrengend genug, Mensch zu sein. Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft interessieren mich nicht. Leider scheinen aber immer wieder zahlreiche Mitmenschen das Bedürfnis zu haben, mich aufgrund meines Äusseren in eine Geschlechterkategorie einzuteilen oder meine Hautfarbe ins Zentrum zu stellen. Mein grösster Wunsch ist es, dass meine Mitmenschen endlich über diese Stereotypen hinwegsehen können und mich und andere so akzeptieren wie wir sind: einfach Menschen», erklärt Marla Glen eine Thematik, über die sie so ungern spricht, die sie aber trotzdem täglich begleitet.
Kein eindeutiges Geschlecht
Die deutsche Sprache macht es praktisch unmöglich, Menschen nicht in männlich und weiblich einzuteilen. Bei Individuen kann nur von «sie» und «er» gesprochen werden. Um das Geschlecht zu determinieren, wird meistens auf die primären, biologischen Geschlechtsorgane zurückgegriffen. Zahlreiche Menschen können und wollen aber biologisch und gefühlsmässig nicht in eine Geschlechterkategorie eingeteilt werden. Einer von ihnen ist Marla Glen.
Um dem Umstand, dass zwischengeschlechtliche Menschen nicht mit entweder «er» oder «sie» beschrieben werden können, Rechnung zu tragen, wurde in obenstehendem Artikel in der direkten Rede die weibliche Form verwendet, im Fliesstext die männliche.
«Ich wurde in meinem Leben oft ausgelacht, diskriminiert und ausgegrenzt, weil ich anders bin. Dabei ist anders doch auch spannend», meint Marla Glen nachdenklich. (Salomon Schneider)


