«Entwicklung ja, Beliebigkeit nein»

Stefan Kessler (68), Grüne, neu

Das Amt des Stadtrats verlangt vor allem drei Dinge: Sachkenntnis, Dialogfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Meine Stärke ist, komplexe Situationen zu ordnen, Menschen an einen Tisch zu bringen und Entscheidungen vorzubereiten, die auch nach Jahren noch Bestand haben. Gerade in einer wachsenden Stadt brauchen wir im Stadtrat Menschen, die vermitteln können, die das Gemeinwohl über Einzelinteressen stellen – und die Verantwortung nicht scheuen. Ich bringe über 30 Jahre Erfahrung als Schlichter mit. Das heisst: zuhören, unterschiedliche Interessen ernst nehmen, Lösungen finden – auch dort, wo Fronten verhärtet sind.

Mein zentrales Ziel ist, Affoltern sozial ausgewogen und qualitativ weiterzuentwickeln. Dazu gehört erstens mehr bezahlbarer Wohnraum – insbesondere durch eine aktive Bodenpolitik und die Zusammenarbeit mit Wohnbaugenossenschaften. Zweitens möchte ich den sozialen Zusammenhalt stärken, indem Quartiere bewusst entwickelt werden und die Bevölkerung früh einbezogen wird. Und drittens geht es darum, Affoltern klimafit zu machen: mehr Grün- und Freiräume, mehr Bäume, Entsiegelung dort, wo es möglich ist. Das verbessert das Stadtklima, schützt vor Hitze und erhöht ganz konkret die Lebensqualität. Wachstum ja – aber ökologisch verantwortungsvoll und mit Blick auf kommende Generationen.

Den grössten Entwicklungsbedarf sehe ich im Bereich Stadtentwicklung – insbesondere beim Wohnen und beim Umgang mit dem Klimawandel. Die Stadt wächst, die Nachfrage nach Wohnraum steigt, gleichzeitig nehmen Hitzeperioden und versiegelte Flächen zu. Hier braucht es eine aktivere Rolle der Stadt: mehr bezahlbaren Wohnraum, eine vorausschauende Bodenpolitik sowie mehr Grünräume, Bäume, mehr Biodiversität und Entsiegelung, um Affoltern klimafit zu machen. Gutes Wachstum heisst nicht schneller, sondern qualitativ besser – mit Fokus auf Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt. Zudem: In Affoltern fehlt es an multifunktionalen Räumen.

Affoltern darf auf keinen Fall seine Überschaubarkeit und seinen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt verlieren. Die Nähe zwischen Bevölkerung, Verwaltung und Politik ist eine grosse Stärke unserer Stadt. Man kennt sich, man spricht miteinander – und Probleme werden nicht anonym, sondern gemeinsam gelöst. Ebenso wichtig ist die hohe Lebensqualität: die Nähe zur Natur, die kurzen Wege, die gute Durchmischung von Quartieren und Generationen. Wachstum ist nötig – aber nicht um den Preis, dass Affoltern seine Identität verliert. Entwicklung ja, Beliebigkeit nein.

Weitere Artikel zu «Bezirk Affoltern», die sie interessieren könnten

Landwirt beim Heuwenden bei Bonstetten: Für einen zweiten Schnitt hat das Gras noch gereicht, ob es für einen üblichen dritten Schnitt reichen wird, gilt derzeit als eher unwahrscheinlich. (Bilder Daniel Vaia)
Bezirk Affoltern13.08.2026

Die grosse Trockenheit

Zwei Monate Hitze und praktisch keine Niederschläge: Die Spuren im Säuliamt sind unübersehbar
Bis vor Kurzem Gegnerinnen, jetzt gemeinsam im Team: Die neu gegründeten C-Juniorinnen des FF Albis Süd. (Bild zvg)
Bezirk Affoltern13.08.2026

Geeint zum Start der Saison

«Frauenfussball Albis Süd»: Erstmals wird gemeinsam Fussball gespielt
So soll der Erweiterungsbau des Sammlungszentrums in Affoltern eines Tages ausehen. Derzeit ist ungewiss, wann der  Baustart erfolgt. (Visualisierung Zimmermann Sutter Architekten AG/indievisual.ch)
Bezirk Affoltern13.08.2026

Ergänzungsbau verzögert sich

Sammlungszentrum: Wegen eines hängigen Verfahrens erfolgt der Baustart nicht wie geplant