Er war Bäcker mit Leib und Seele

Nachruf auf Andreas Iten («Resi-Beck»)

Andreas Iten war mit seiner geselligen, aber auch anpackenden Art im Dorf und darüber hinaus sehr beliebt. (Bild zvg)

Die Nachricht vom allzu frühen Ableben des 66-jährigen Andreas Iten hat uns alle tief getroffen. Eben sassen wir noch neben ihm beim Senioren-Mittagessen, beim Jassturnier oder im Kaffee Depot in Knonau. Er konnte seine Pensionierung nicht lange geniessen, nachdem er 2021 schweren Herzens seine Bäckerei in Knonau aufgeben musste infolge ­einer ergebnislosen Nachfolgeregelung.

Andreas Iten war weit herum bekannt mit seiner Bäckerei im Oberdorf in Knonau, die er 1985 von seinen Eltern übernommen hatte. In drei Etappen baute er die Räumlichkeiten aus und von den ursprünglichen sechs Angestellten wuchs das Unternehmen auf bis zu 30 Mitarbeitenden an, mit Filialen in Mettmenstetten und Affoltern. Andreas war ein Bäcker mit Leib und Seele, er duldete keine Halbheiten, und die Qualität und die Liebe zum Beruf standen für ihn immer im Vordergrund. Er gab sein Wissen an viele Lehrlinge weiter und amtete als Experte bei Lehrabschlussprüfungen. Nicht nur seine Schwarzwälder- und die Rahmkirschtorten waren legendär, sondern er gewann auch den Preis des besten Butterzopfes im Kanton Zürich. Bei der Preisverleihung fasste er das Geheimnis des guten Zopfes so zusammen: «Entscheidend sind die Liebe und die Sorgfalt des Bäckers zu seinem Teig. Denn Teig ist nicht eine tote Masse, sondern ein Gebilde mit Eigenleben, mit einem eigenen Charakter. Und Gift für jede Backware ist der Stress, die Zeitnot und die Lieblosigkeit des Bäckers oder der Bäckerin.»

Mit diesem Rezept und der Mitwirkung seiner Ehefrau Jutta als versierte Konditorin war die Bäckerei sehr erfolgreich und weit herum bekannt. Und ihre Backstube war während 36 Jahren an 365 Tagen in Betrieb, ohne Pause, mit wenig Freizeit für den Meister. Umso mehr genoss Andreas die Zeit nach der Schliessung des Betriebes. Endlich konnte er sich seinen Leidenschaften widmen. Man traf ihn bei Schwingfestern, Jassturnieren, Stubeten und auf Ausflügen. Er hat nachgeholt, auf das er während seiner Berufszeit weitgehend verzichten musste, und er hat dies sichtlich genossen. Schade, dass es nur vier Jahre des Ausruhens wurden.

Andreas war ein sehr geselliger Mensch, und seine Anwesenheit in der Runde war immer von Humor und witzigen Einfällen geprägt. Er war in den Vereinen im Dorf gut verwurzelt und sie bekamen grosszügige Unterstützung bei ihren Anlässen. Als Mitglied der Männerriege war er stets hilfsbereit bei den gesellschaftlichen Treffen. Seit seiner Pensionierung verbrachte er im Sommerhalbjahr einige Monate in seinem abgelegenen Häuschen in Unterägeri, der Heimat seiner Vorfahren. Er war auch riesig stolz auf seine drei Kinder und die fünf Enkel, die den humorvollen Grossvater ins Herz geschlossen hatten. Trotz der Ernsthaftigkeit im Beruf und im Geschäft hat er zeitlebens den Spitzbuben aus der Jugendzeit in sich bewahren können. Dies machte ihn zu einem beliebten und einmaligen Menschen in unserer Region, den wir sehr vermissen werden. Den Angehörigen sprechen wir unser herzliches Beileid aus.

Bruno Grob,

alt Gemeindepräsident Knonau

Die Abdankungsfeier mit anschliessender Beisetzung findet am Donnerstag, 13. Februar, um 14 Uhr in der reformierten Kirche in Knonau statt. Sie wird in den Mehrzwecksaal Stampfi übertragen

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