Erste Etappe für die Reinigung des Abwassers gebaut

Inbetriebnahme von zwei neuen Nachklärbecken der ARA Birmensdorf

Stellvertretender Klärmeister Pius Frei (links) und Projektleiter Samuel Twerenbold zwischen den neuen Nachklärbecken. (Bild Martin Mullis)
Stellvertretender Klärmeister Pius Frei (links) und Projektleiter Samuel Twerenbold zwischen den neuen Nachklärbecken. (Bild Martin Mullis)

Rund 10 Mio. Franken kostete der Bau der neu in Betrieb genommenen Nachklärbecken und des Regenbeckens der ersten Bauetappe in der ARA Birmensdorf. Am letzten Dienstagmorgen feierten im Betriebsgebäude genau vier Personen die Inbetriebnahme der riesigen Becken. Gemeinderat RingoKeller, der stellvertretende Klärmeister Pius Frei, Geschäftsstellenleiterin Melanie Eicher und ProjektleiterSamuel Twerenbold von der Firma Hunziker Betatech AG verzichteten jedoch trotz der riesigen Bausumme auf Champagner und tranken über die leintuchgrossen Bauplänen gebeugt bescheiden Kaffee.

Eine Grossbaustelle

Die ARA gleicht im jetzigen Zustand einer Grossbaustelle. Geplant ist eine Bauzeit in mehreren Etappen innerhalb von fünf Jahren, gerechnet ab dem Spatenstich von 2014. Planmässig konnte nun mit der Fertigstellung der zwei neuen Nachklärbecken die erste Bauetappe abgeschlossen werden. Um für Spitzenzeiten und auch bei Unterhaltsarbeiten gerüstet zu sein, sind insgesamt vier solche Becken nötig. Ein Rundgang durch die Grossbaustelle der ARA Birmensdorf zeigt die gewaltigen Dimensionen der Reinigungsanlagen deutlich. Samuel Twerenbold, dipl. Umweltingenieur ETH und Projektleiter, weist darauf hin, dass es beim Endausbau möglich sein wird 440 Liter Abwasser pro Sekunde, respektiv den Abwasseranfall von 33000 Einwohnern zu bewältigen.

Der Untergrund der Kläranlage gleicht modernen Katakomben

Obwohl die Bauarbeiten auf der Grossbaustelle zum Begriff Hochbau gezählt werden, kommt die Führung durch die Neubauten einem Ausflug in moderne Katakomben gleich. Das riesige Regenbecken und viele weitere Räume für Pumpen und technische Gerätschaften, wie zum Beispiel die Gebläsestation für die biologische Reinigung, sind unterirdisch.

In den folgenden Bauetappen des gesamthaft auf 25,6 Millionen Franken veranschlagten Projektes, sind erst einmal die Erstellung der Anlagen zur mechanischen Reinigung des Abwassers wie die Rechenanlage, der Sandfang und die Fettabscheidung geplant. Ab Mitte 2016 folgt der Baueines neuen Betriebsgebäudes. Bis 2018 erfolgt schliesslich die Sanierung der Becken und Ausrüstungen zur biologischen Reinigung des Abwassers mit vergrösserter Reinigungskapazität. Bei starkem Regen kann die Kläranlage nicht sämtliches zufliessendes Abwasser aufnehmen und ein Teil des Abwassers wird im Regenbecken, welches als Reservoir dient, entlastet. Trotzdem kann es durchaus vorkommen, dass Abwasser nach einer Grobreinigung von festen Bestandteilen und groben Stoffen direkt in die Reppisch geleitet werden muss. Immerhin wird in solchen Situationen das Schmutzwasser stark verdünnt und zeigt darum auf Fauna und Flora keine schädlichen Auswirkungen.

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