«Es ist uns nicht egal, wer gewählt wird»
Informationsveranstaltung zu den Erneuerungswahlen 2026 bis 2030 in Knonau
«Knonau ist persönlich, man kennt sich», meinte die bekannte Knonauer Politikerin Lisette Müller-Jaag eingangs der perfekt organisierten Informationsveranstaltung zu den Erneuerungswahlen in Knonau am vergangenen Donnerstag im Mehrzweckgebäude Stampfi. «Es ist uns nicht egal, wer gewählt wird.»
Einzigartiger Zusammenhalt
Diese Aussagen bestätigte einerseits der grosse Andrang von interessierten Knonauerinnen und Knonauern, anderseits die Kurzvorstellungen der Kandidatinnen und Kandidaten, in denen alle betonten, wie einzigartig der Zusammenhalt im Dorf sei, wie hoch das allgemeine Engagement für die Gemeinde ausfalle und dass die Lebensqualität in Knonau generell hoch sei.
Die Kandidierenden stellten sich jeweils während drei bis fünf Minuten persönlich vor und beantworteten danach die wenigen Fragen aus dem Publikum.
Gemeinderat Knonau
In Knonau sind am 8. März der Gemeinderat, die Primarschulpflege, die Rechnungsprüfungskommission und die reformierte Kirchenpflege neu zu wählen. Die Gemeinde Mettmenstetten ist die wahlleitende Behörde für die Erneuerungswahl der Sekundarschulpflege Knonau-Maschwanden-Mettmenstetten. Die reformierte Kirchgemeinde verzichtete auf eine Vorstellung ihrer Kandidierenden für die Kirchenpflege. Für den Gemeinderat stellten sich sieben, für die Primarschulpflege fünf und für die Rechnungsprüfungskommission ebenfalls fünf Personen vor, zudem sind die drei Präsidentinnen oder Präsidenten der drei Gremien zu wählen. Der Schulpflegepräsident wird in dieser Funktion gewählt und ist damit automatisch im Gemeinderat vertreten. Sieben Kandidaten stellen sich der Wahl zum Gemeinderat: Christoph Bickel, Marcel Bosshart, Sarah Brunelli, Roland Buchmann, Sandra Casartelli, Brigitta Trinkler und Nathanaël Wenger.
In alphabetischer Reihenfolge nutzten die potenziellen Gemeinderäte die Gelegenheit, sich selbst, ihre Kompetenzen und ihre lokalpolitischen Ziele zu präsentieren. Auf der grossen Leinwand erschienen Porträtfoto, Name und Beruf sowie eine kurze Selbstbeschreibung unter dem Titel «Ich bin …». Mehrmals waren die Begriffe engagiert, lösungsorientiert und verantwortungsbewusst zu lesen. Die Präsentationen unterschieden sich deutlich – von sympathisch-bescheiden bis sehr selbstbewusst. Allen gemeinsam war der vermittelte Gestaltungswille: «Ich kann das!» Brigitta Trinkler und Roland Buchmann wollen die scheidende Gemeindepräsidentin Esther Breitenmoser ersetzen. Brigitta Trinkler führte unter anderem ihre Erfahrung als bisherige Gemeinderätin sowie als langjähriges Mitglied der Schulpflege ins Feld und betonte ihr Engagement für ein familienfreundliches Knonau, für die ältere Bevölkerung und für das Schaffen von Wohnraum für Seniorinnen und Senioren – ebenso für einen stabilen Steuerfuss und eine umsichtige Planung.
Roland Buchmann, in Knonau aufgewachsen, brachte seine Führungserfahrung im Berufsleben als Unternehmer, in der Feuerwehr und als Major im Militär ein und betonte seine gute Vernetzung mit Entscheidungsträgern, im Kanton Zürich und insbesondere im benachbarten Kanton Zug. Auch sein erklärtes Ziel ist es, Rahmenbedingungen für qualitativ guten und bezahlbaren Wohnraum zu fördern.
Primarschulpflege und RPK
Vier bisherige Schulpflegerinnen und Schulpfleger sowie eine neue Kandidatin stellen sich zur Wahl. Betont wurde die bisherige gute Zusammenarbeit im Gremium, die man gern fortsetzen wolle. Christian Albrecht möchte Präsident bleiben – und damit weiterhin Einsitz in den Gemeinderat nehmen. Fünf Personen möchten der Rechnungsprüfungskommission (RPK) angehören, neben zwei bisherigen Mitgliedern bewerben sich drei neue. Eine interessante Frage erfolgte zum Schluss aus dem Publikum: «Wenn Sie einen Nationalrat wählen müssten, welche Partei würden Sie dann bevorzugen?» Nur einer der Kandidierenden für alle Gremien gehört einer Partei, der EVP, an, alle anderen sind parteilos. Grundtenor: «Bei Entscheiden schauen wir lieber individuell auf die Sache und die Personen, statt Parteiparolen zu folgen.» Ein Zeichen der Zeit?
Der Knonauer Nicolas Gisin, bekannt aus Radio 24 und Radio Sunshine, führte professionell und mit Charme durch den Abend. Am anschliessenden Apéro wurde im kleineren Rahmen politisiert und sich vernetzt.






