Exaktes Arbeiten vor Schnelligkeit
Am kommenden Sonntag sind in der Affoltemer Gemeindeverwaltung über 60 Personen mit den Kantons- und Regierungsratswahlen beschäftigt. Eine neue Kennzeichnung der Wahlzettel sorgt für noch mehr Sicherheit.

Derweil Kandidatinnen und Kandidaten auch im Bezirk Affoltern um die letzten Stimmen buhlen, richtet sich der Blick der für die Auszählung Verantwortlichen in Affoltern bereits auf den Wahltag am kommenden Sonntag. Wir beginnen aber mit einem Blick zurück auf die Vorbereitung der Wahlen. Dafür ist die sogenannte Kreiswahlvorsteherschaft in Affoltern verantwortlich. In Zusammenarbeit mit den übrigen 13 Ämtler Gemeinden prüft sie die Wählbarkeit der Kandidatinnen und Kandidaten. Dieses Mal sind es im Säuliamt 55 Frauen und Männer, die auf zehn Listen kandidieren.
«Alle sind wählbar», lautete dabei der Befund, wie auch ein Abgleich mit dem Statistischen Amt des Kantons Zürich ergeben hat. Darunter müssen natürlich auch Abklärungen am Wohnort jener Kandidatinnen und Kandidaten erfolgen, die zwar aufeiner Liste im Säuliamt kandidieren, jedoch nicht in der Region wohnhaft sind. Die Wahlvorschläge der Parteien müssen jeweils von je 30 Personen unterzeichnet werden. Und das dürfen nur Stimmberechtigte des Bezirks sein, die ebenfalls eine Abklärung am Wohnort erfordern. Die Kreiswahlvorsteherschaft erfasst auch alle Kandidaturen und «füttert» deren Namen und die dazugehörigen Angaben im «Wabsti»-EDV-Programm des Kantons. «Meine Stellvertreterin Vanessa Winkler und ich haben beim Statistischen Amt an je zwei halben Tagen eine Schulung zu den Aufgaben einer Kreiswahlvorsteherschaft absolviert», sagt Gemeindeschreiber Stefan Trottmann.
Zahlen statt Kerben
Die Abstimmungszettel sind mit versetzten Kerben versehen. Stösst man bei einer Beige mit dem Kugelschreiber bei Durchstossen dieser Kerben nicht auf Widerstand, befand sich kein fremder Stimmzettel darunter. Dieses System hat sich bewährt, war aber bei den Kantonsratswahlzetteln aufgrund der Druckweise der Wahlzettel nicht möglich. In der Vergangenheit gab es deshalb keine Kontrollmöglichkeit. «So feiern wird dieses Jahr eine Weltpremiere», lacht Stefan Trottmann. Kerben werden bei den Kantonsratswahlzetteln von weissen Zahlen auf kleinem, schwarzem Viereck abgelöst. Auch diese sind auf den Wahlzetteln der Parteien versetzt gedruckt. So muss im Rahmen einer Kontrolle beim Durchblättern des Stapels immer die gleiche Zahl am selben Ort erscheinen. «Für das Wahlbüro ist das sicher hilfreich und erhöht die Sicherheit weiter», hält Trottmann fest.
90 Prozent stimmen brieflich ab
Jene, die am Sonntagmorgen mit dem Wahlcouvert an ihren Wohnorten zur Urne gehen, sind inzwischen eine krasse Minderheit. In Affoltern zum Beispiel machen 90 Prozent der Stimmberechtigten von der brieflichen Stimmabgabe Gebrauch. Bei den täglich eintreffenden Couverts werden die Stimmrechtsausweise entfernt und das eigentliche, geschlossene Stimmzettelcouvert in die Urne gelegt. Geöffnet werden diese erst am Wahlsonntag, die veränderten und unveränderten Wahlzettel sortiert. Vor vier Jahren hielten sich die unveränderten und veränderten Zettel etwa die Waage. Am Sonntag sind in Affoltern 41 Mitglieder des Wahlbüros im Einsatz. Dazu kommen 24 Angestellte aus der Verwaltung plus der Gemeindepräsident, der zusammen mit dem Gemeindeschreiber letztlich mit der Unterschrift für die sachgemässe Auszählung verantwortlich zeichnet. Dieses Mal wird mit einer im Vergleich zu 2011 geringeren Stimmbeteiligung gerechnet. Vielleicht wird die 30-Prozent-Grenze doch noch geknackt. Wie auch immer: Hast bei der Auszählung gibt es nicht. «Sauberes, genaues Arbeiten hat Vorrang. Also lieber eine halbe Stunde mehr – und dann die exakten Resultate bekannt geben», sagt Stefan Trottmann.


