Exotische Gartenpflanzen wirken negativ auf die einheimische Natur
Neophyten überwuchern das Säuliamt und verdrängen einheimische Arten. Nicht nur sind Neophyten schlecht für die Umwelt, auch Insekten wie Bienen können den zahlreichen exotischen Gewächsen meist nichts abgewinnen.
Der wichtigste Grund für den Rückgang der Artenvielfalt weltweit ist die Zerstörung von Lebensräumen. Direkt danach kommen aus anderen Kontinenten eingeschleppte Pflanzen, welche sich gegen einheimische Arten durchsetzen und diese verdrängen. 18 invasive Arten dieser sogenannten Neophyten stehen auf einer schwarzen Liste. Jeglicher Umgang mit ihnen – ausgenommen ist die Bekämpfung – ist seit 2008 durch die Bundesverordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt verboten. Neben den verbotenen Neophyten gibt es aber noch 42 weitere invasive Pflanzen, wie beispielsweise den Kirschlorbeer (siehe Bild), welche invasives Potenzial haben und deshalb nicht angepflanzt werden sollten.
Was heimisch ist, ist auch gut für das Ökosystem
Obwohl auch die Pflanzen mit Beobachtungsstatus invasiv sind, werden sie immer noch von zahlreichen Gartencentern und Landschaftsgärtnern zum Verkauf angeboten und empfohlen. «Sowohl im Bereich Hecken als auch bei Gartenblumen gibt es tolle, lokale Alternativen zu den exotischen Varianten. Es ist überall auf der Welt dasselbe Problem. Gebietsfremde Pflanzen und Tiere werden in intakte Ökosysteme eingeschleust und bringen das Gleichgewicht durcheinander. Dabei wäre es so einfach: Was hier heimisch ist, ist auch gut für das Ökosystem», erklärt der Affoltemer Landschaftsgärtner und Fachmann für praktischen Naturschutz, Hans Peter Hediger. In dieser Frage seien aber auch die Verbraucher gefragt: «Solange die Kundschaft exotische Gartenpflanzen wünscht, werden Baumschulen, Gartencenter und Landschaftsgärtner sie auch verkaufen.»
Lebensraum für zahlreiche Tiere
Exotische Pflanzen sind jedoch nicht nur aufgrund ihrer Invasivität schädlich. Hecken aus einheimischen Pflanzen bilden – gerade an wenig bewachsenen Standorten wie Dörfern – wertvolle Ausbreitungsräume für Vögel, Insekten, Reptilien und Amphibien, sowohl als Lebensräume als auch als Vernetzungsräume. Gerade bei dichten Hecken gibt es auf wenig Raum Trocken-, Schatten- und Feuchtgebiete, welche unterschiedlichste Tiere anziehen. Einheimische Heckensträucher tragen zudem oft Früchte. Diese Beeren dienen Vögeln als Nahrung – nicht nur beim herbstlichen Zug in den Süden. Was als Sicht- oder Windschutz für den eigenen Garten dient, kann so ganz einfach zur Biodiversität beitragen.
Regionale Frühblüher für Bienen
Eine weitere Schwierigkeit mit exotischen Pflanzen ist, dass sie heimische Insekten oft nicht anziehen. «Exotische Frühblüher, wie beispielsweise Winterschneeball oder Forsythien mögen zwar früh blühen und schön sein, ziehen aber keine Bienen an – die eigentlich auf Frühblüher angewiesen sind. Beispielsweise Knollkirschen, diverse Weidenarten, oder Haselnuss sind auch tolle Frühblüher. Als einheimische Arten sind sie aber richtiggehende Weiden für Bienen und Hummeln», erklärt Hans Peter Hediger.
Wertvolle Impulse für eine intakte Natur
Ökosysteme geraten in dicht besiedelten Gebieten wie dem Säuliamt immer mehr unter Druck. Die Siedlungsflächen werden immer grösser, zahlreiche Strassen durchqueren die Landschaft und Menschen nutzen die Natur als Erholungsraum. Zudem machen gerade auch Hauskatzen den Vögeln das Leben schwer.
All diese direkt oder indirekt menschlichen Einflüsse gefährden das Gleichgewicht der Natur. Durch überlegte Bepflanzung des eigenen Gartens – mit heimischen Hecken und Blumenwiese anstatt Thuja und englischem Rasen – können den natürlichen Ökosystemen ohne Verzicht wertvolle Impulse verliehen werden.
Liste der Neophyten: neophyten-schweiz.ch.






