Fahrplanwechsel: Alles ist neu im Säuliamt
Am 13. Dezember: Die umfassendsten Veränderungen seit der Gründung des ZVV 1990
Der Fahrplanwechsel vom Sonntag, 13. Dezember, bringt im Knonauer Amt die grössten Veränderungen im ÖV-Bereich mit sich, seit 1990 mit der S-Bahn der Taktfahrplan eingeführt wurde. Ziel des Taktfahrplans war es, durch regelmässigere Verbindungen mehr Fahrgäste anzuziehen. Mit Erfolg: 2014 konnte der ZVV rund 620 Millionen Fahrten verzeichnen. Das ist seit dem Start 1990 mehr als eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen – während die Einwohnerzahl im selben Zeitraum nur um einen Fünftel gewachsen ist.
Weshalb ein umfassender Fahrplanwechsel
Seit der Einführung des ZVV haben sich Bevölkerungsstruktur, Mobilitätsbedürfnisse und die ÖV-Nutzung radikal verändert. Die Siedlungsgebiete, gerade im Säuliamt, sind stark gewachsen und die Bevölkerungszahl wird im Bezirk bis 2030 um 23 Prozent wachsen – auf 61000 Einwohnerinnen und Einwohner. Da der ZVV überall auf schlanke Verbindungen achten, mit Engpässen – vor allem am Bahnhof Stadelhofen – zurechtkommen und auf die Veränderung der Bevölkerungsstrukturen reagieren musste, ist der Fahrplan langsam zu einem Flickenteppich geworden. Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie, die Engpässe im Raum Zürich beseitigt, war der ZVV nun in der Lage, ein neues Verkehrskonzept auszuarbeiten und einzuführen.
Bevölkerung und Politikwehren sich gegen Angebotsabbau
Beim neuen Erschliessungskonzept des ZVV kam ganz klar die Zielsetzung zur Geltung, dass in urbanen Räumen Angebote ausgebaut werden, während in ländlichen Räumen nicht mit einem Ausbau zu rechnen ist. Im Säuliamt wird am 13. Dezember die Achse Affoltern – Hedingen – Bonstetten – Wettswil mit Postautoverbindungen massiv ausgebaut. In Randregionen waren jedoch auch einige substanzielle Angebotskürzungen geplant. Dagegen setzten sich sowohl Bürgerinitiativen mit Petitionen und Einsprachen und auch die politischen Gemeinden zur Wehr – mit teilweise grossen Erfolgen. In Stallikon konnte erreicht werden, dass die Linie 227 zu den Hauptverkehrszeiten über Bonstetten und Aumüli geführt wird. Für Ottenbach und Obfelden konnte das 212er-Postauto erhalten bleiben, womit schlanke Anschlüsse nach Zug wenigstens tagsüber möglich sind. In Hausen konnte eine direkte, zusätzliche Morgenverbindung nach Zürich Wiedikon erkämpft werden.
Die grösste Herausforderung des neuen Fahrplans wird sicherlich die Gewöhnung an die neuen Linienführungen, Verbindungen, Zugnamen und Abfahrtszeiten sein.


